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MPDV MES steigert nachhaltig die Produktivität in der Fertigung

| Autor/ Redakteur: Rainer Deisenroth / Reinhold Schäfer

Um die Effizienz eines Fertigungsunternehmens mithilfe eines Manufacturing-Execution-Systems (MES) zu steigern, sollten die einzelnen Funktionsgruppen sukzessive eingeführt werden. Über einen ROI-Analyzer lässt sich eruieren, welche MES-Funktionen ein Unternehmen benötigt, um seine Verbesserungseffekte zu erzielen.

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Mit einem MES können die Betriebe alle Daten aus der Produktion und angrenzenden Prozessen erheben und auswerten. Damit haben sie eine umfassende Informationsbasis für Entscheidungen. (Bild: MPDV)
Mit einem MES können die Betriebe alle Daten aus der Produktion und angrenzenden Prozessen erheben und auswerten. Damit haben sie eine umfassende Informationsbasis für Entscheidungen. (Bild: MPDV)

Der Begriff MES hat sich inzwischen wie die Systeme selbst einen festen Platz in der industriellen Softwarelandschaft erobert. Oft werden noch die klassischen Begriffe wie Betriebsdatenerfassung, Fertigungsleitstand oder CAQ (Computer Aided Quality) statt des Begriffes MES genutzt. Dennoch zeigt sich, dass die Wettbewerbsfähigkeit vieler europäischer Unternehmen nur mit integrierten Softwarelösungen wie MES sicherzustellen ist.

Verschiedene Arten der MES-Darstellung konkurrieren

Außer diesen klassischen Begrifflichkeiten verwirren dazu verschiedene Arten der Darstellung den Anwender. Die erste und etablierte Art der Darstellung ist die Sichtweise auf ein MES als separate Systemeinheit, die in der Fertigung parallel zum Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)System ihren besonderen Aufgaben nachkommt. Eine andere Sicht betrachtet ein MES als Zubehör zu einem ERP-System. Eine dritte Sichtweise nimmt ein MES als eine Erweiterung von Maschinen- und Anlagensteuerungen wahr.

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Ungeachtet der Sichtweise gibt es Eigenschaften, die ein MES aufweisen muss, um als ein solches zu gelten. Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) hat in seiner Richtlinie 5600 diese Eigenschaften definiert. Die wichtigsten dieser Eigenschaften sind dabei:

  • Realtime-Fähigkeit: Ein MES muss in Echtzeit auf Veränderungen in der Fertigung reagieren können, muss diese Veränderungen verarbeiten und neue Vorschläge über den Umgang mit diesen Veränderungen erstellen. Es muss schnell auf Benutzereingaben reagieren und muss diese Eingaben am aktuellen Fertigungszustand abgleichen. Status- und Fehlerprotokolle, die erst im Nachgang bearbeitet werden, sind eher in der ERP-Welt angesiedelt, für ein MES jedoch nicht praktikabel.
  • Dauerlauffähigkeit: Ein MES muss während der Produktionszeit zur Verfügung stehen, im Extremfall 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Die Verfügbarkeitszeiten, die heute für ERP-Systeme gelten, eignen sich nicht für einen Fertigungsbetrieb.
  • ausreichender Detaillierungsgrad: Ein MES muss alle in der Fertigung relevanten Daten erfassen und verarbeiten können. Einzelne Zeitereignisse sind dabei genauso wesentlich wie der Verlauf von Nutzungsgraden, Ausschussgründe und die Gründe für Lieferverzögerungen und Auftragsrückstände.
  • Modularität: Ein MES ist kein einzelner Baustein mit einer eingeschränkten Funktionalität, sondern hat eine modulare Softwarestruktur. Ein MES sollte homogen und horizontal integriert sein, um Schnittstellen und Abgleichvorgänge zu vermeiden. Für verschiedene Aufgabenstellungen im Fertigungsunternehmen muss ein MES Module bereithalten, die für diese Aufgabenstellung geeignet sind und die leicht durch Parametrierung oder Customizing auch auf besondere Funktionalitäten zuzuschneiden sind.

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