Fertigungsmesstechnik

Messsysteme sorgen für produktive Geisterschichten

| Redakteur: Peter Königsreuther

Der Blum-Messtaster TC60 erlaubt Messgeschwindigkeiten von bis zu 3 m/min. Er ist nur ein Teil der Fertigungsmesstechnik auf die das Unternehmen Präzisionstechnik Disterhoft bei der Zerspanung setzt.
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Der Blum-Messtaster TC60 erlaubt Messgeschwindigkeiten von bis zu 3 m/min. Er ist nur ein Teil der Fertigungsmesstechnik auf die das Unternehmen Präzisionstechnik Disterhoft bei der Zerspanung setzt. (Bild: Blum Novotest)

In der Lohnfertigung kommt es auf jede Minute Produktionszeit an. Gut, wenn man das rund um die Uhr, an 7 Tagen der Woche schafft. Damit bei mannlosen Phasen nichts schief geht, braucht es die richtige Fertigungsmesstechnik.

Präzisionstechnik Disterhoft pflegt seit Beginn der Firmengeschichte, wie es heißt, die gute Zusammenarbeit mit dem Messtechnikspezialisten Blum Novotest. Denn schon in der ersten dort unter Span stehenden Spinner-Maschine war ein Lasermesssystem von Blum installiert, das hauptsächlich zur Werkzeuglängenmessung und zur Bruchkontrolle benutzt wird. Hinzu kam der Messtaster TC50, der aus dem Werkzeugmagazin eingewechselt und zum Messen der Bauteile genutzt wird. Die zweite Spinner-Maschine des Lohnfertigers sei exakt gleich bestückt, während die beiden dort platzierten Fanuc-Maschinen mit dem Werkzeugmess-Taster Z-Nano IR und jeweils einem Messtaster TC52 von Blum ausgestattet seien, womit auch diesen Maschinen sowohl Werkzeuge als auch Werkstücke automatisiert vermessen werden könnten.

Per Kalibrierkugel und Messtechnik, die Präzision von Maschinen beurteilen

Darüber hinaus steigert Disterhoft mit der Blum-Software Kinematicsperfect die Präzision der Anlagen, heißt es weiter. Damit könnten die kinematische Genauigkeit der 5-achsigen Fanuc-Bearbeitungszentren automatisch erfasst, gewisse Einflüsse identifiziert und Ungenauigkeiten korrigiert werden. Um das zu erreichen, wird eine Kalibrierkugel bei unterschiedlichen Schwenkpositionen der vierten und fünften Achse gemessen (siehe Bildergalerie). Die Messung selbst erfolge mithilfe der von Blum entwickelten Messzyklen. „Anhand der Messwerte wird der bestehende Kinematikfehler für jede Stellung der Achsen berechnet und die Kinematikparametertabellen der Maschinensteuerung bei Bedarf automatisch korrigiert. Dann kann die Maschine die Fehler ausgleichen, sodass eine sehr hohe Präzision erreicht wird“, beschreibt Alexander Disterhoft den Prozess. Bei kritischen Teilen überprüfe man den Kinematikfehler, der sich auch noch über die Erwärmung der Maschine verändere, durch regelmäßiges Messen nach einer bestimmten Anzahl gefertigter Teile. Die Kalibrierkugel ist laut Disterhoft auf einer Palette montiert und kann so auch im mannlosen Betrieb auf den Fanuc-Bearbeitungszentren eingewechselt werden.

Zur erweiterten Messdatenanalyse ziehe Disterhoft die PC-Software Kinematicsperfect heran, die eine einfache Leistungsbeurteilung der Maschinenkinematik erlaube. Einfache und damit verständliche Visualisierungen der Messergebnisse ermöglichen nach Aussage von Disterhoft dann die Beurteilung der Präzision der betreffenden Anlage. Lagerschäden oder mechanische Formabweichungen der Schwenkachsen lassen sich so ebenso erkennen, wie Rundheitsabweichungen und ob eventuell der Maschinentisch oder eine der Drehachsen taumelt, so Disterhoft.

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