Nibbelhandwerk Millimeterdicke Blechaltlasten zu handlichen Streifen nibbeln

Autor / Redakteur: Peter Klingauf / Peter Königsreuther

Der Abbruch eines alten Öltanks aus millimeterdickem Blech schafft Platz für moderne Heizsysteme. Die Demontage von Hand löst ein Unternehmen mit Nibblern von Trumpf.

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Durchgenibbelt! Richtig angesetzt, arbeitet sich das Trutool N700 von Trumpf auch in der Horizontalen mit 1,3 Metern pro Minute durch bis zu 7 Millimeter dickes Stahlblech. Hier beim Abbruch eines alten Tanks.
Durchgenibbelt! Richtig angesetzt, arbeitet sich das Trutool N700 von Trumpf auch in der Horizontalen mit 1,3 Metern pro Minute durch bis zu 7 Millimeter dickes Stahlblech. Hier beim Abbruch eines alten Tanks.
(Bild: Trumpf)

Die Auflagen für Ölheizungen und die Prüfpflichten für die Lagerung von Heizöl werden stetig strenger. Außer dem wichtigen Umweltgedanken erkennen darin viele private, öffentliche und industrielle Eigentümer einen immer gewichtiger werdenden Grund, zeitnah auf modernere, umweltfreundlichere Heizanlagen umzusteigen. Auch bei einer Grundschulen in Baden-Württemberg war das so, weil man auf eine kombinierte Lösung aus Pellets und Gas umstellen wollte. Doch wie schafft man die bestehenden Altlasten der Ölheizung professionell aus dem Gebäude? Denn die alte Heizung samt einem rund 50.000 Liter Heizöl fassenden Tank, musste raus! Und zwar sauber sowie schnell, rauch- und geruchsneutral. Eine Aufgabe, die nur von zertifizierten Abbruch-Fachbetrieben erledigt werden darf.

Das wichtigste Handwerkszeug ist der Nibbler

Für die Jehle Technik GmbH ist das nun eine Herausforderung, der man sich regelmäßig stellt. Dafür stehen insgesamt drei Abbruchtrupps mit je drei Mitarbeitern parat. Diese demontieren in Summe durchschnittlich 250 Tanks pro Jahr.

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Welches Volumen diese haben, spielt laut Jehle-Obermonteur Uwe Schwarz letztlich keine Rolle: „Wir zerlegen 1000 Liter Öltanks genauso wie solche mit 150.000 oder 200.000 Litern Inhalt.“ Die 50.000-Liter-Anlage in der Grundschule baute der Jehle-Trupp in gut zwei Tagen aus. Dabei ist der Arbeitsablauf bei der derartigen Demontageprojekten immer ähnlich. Zu Anfang saugen Uwe Schwarz und seine beiden Mitarbeiter das restliche Öl ab, reinigen den Tank von Schlamm und anderen Abfällen. Dann machen sie ihn gasfrei. Als nächstes schneiden sie die Ecken auf und bohren im wahrsten Sinne des Wortes erste „Startlöcher“ für ihre wichtigsten Werkzeuge – die Nibbler. Jehle setzt dabei auch auf die Trutool-Nibbler N 700 oder N 1000 von Trumpf.

Deutlich schneller als andere Blechschneidmethoden

Sitzt dann der persönliche Gehörschutz, nibbeln respektive schneiden zwei Arbeiter das Tankblech gleichmäßig in handliche Streifen. Der Dritte im Trupp bringt die Blechstücke zu einem bereitstehenden Container. Die Handhabung der Trumpf-Werkzeuge sei zwar relativ einfach und selbsterklärend, doch brauche man durchaus ein gewisses Gefühl für die Maschine und das zu schneidende Material. Außerdem gilt es, ein paar Regeln zu beachten. Denn der Nibbler muss bereits laufen, bevor man in das Material einschneidet. Und die die Schnitte werden vertikal geführt, und zwar von oben nach unten. Denn dann unterstützt das Eigengewicht des Geräts den Handwerker und sie sparen Kraft. Richtig angesetzt, arbeitet sich das Werkzeug aber auch in der Horizontalen mit geringem Kraftaufwand schnell voran, so die Erfahrung von Schwarz.

Um die Aussage auch in Zahlen ausdrücken: Das Trutool N 700 läuft beispielsweise mit 1,3 Metern pro Minute durch bis zu 7 Millimeter dickes Stahlblech. Und vom Hersteller durchgeführte Vergleiche offenbarten, dass diese Geschwindigkeit im Vergleich zum Schneidbrennen rund 1,5 Mal höher ist. Mit der vierfachen Produktivität kann man mit Blick auf die Tigersäge (Reciprogsäge oder Säbelsäge) oder den Winkelschleifer rechnen, sagt der Hersteller.

Die Schwarz-Erfahrungen mit Winkelschleifern begrenzen sich allerdings primär auf das Trennen von Tankverstrebungen oder dickeren Schweißnähten, bei denen der Nibbler leider kapitulieren muss. Dann heißt es sägen oder flexen. Dabei gehe es zwar nur um relativ kurze Strecken, doch kosteten sie mehr Zeit als viele Meter Nibbelstrecke. Auch sei der Verbrauch von Schleifscheiben allein bei diesen überschaubaren Einsätzen enorm.

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