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Entgraten Mit automatisiertem Entgratprozess die Durchlaufzeiten verkürzen

| Autor / Redakteur: Urs Schiltknecht / Rüdiger Kroh

Aus gesundheitlichen Aspekten, zur Qualitätsverbesserung und wegen der großen Zeiteinsparung setzen immer mehr Betriebe auf das automatisierte Entgraten. Mit einem über die Maschinenspindel angetriebenen Werkzeug ist es möglich, auf Bearbeitungszentren selbst Gussteile prozesssicher und wirtschaftlich zu entgraten.

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Bild 1: Seitlich ausgelenkte Spindel des Werkzeugsystems: Beim Abfahren der programmierten Kontur wird dadurch der Fräser immer gleichmäßig gegen das Werkstück gedrückt.
Bild 1: Seitlich ausgelenkte Spindel des Werkzeugsystems: Beim Abfahren der programmierten Kontur wird dadurch der Fräser immer gleichmäßig gegen das Werkstück gedrückt.
(Bild: SEH Technik)

Das Thema Komplettbearbeitung bestimmt derzeit die Zerspanungstechnik, denn um den Anschluss an eine effiziente Produktionstechnik zu halten, ist es notwendig, wirtschaftlich zu fertigen. So ist eine hohe Qualität der Werkstücke bei gleichzeitig geringen Durchlaufzeiten in der Fertigung unter dem Gesichtspunkt des globalen Wettbewerbs wichtiger denn je. Wohl auch deshalb definiert sich die Komplettbearbeitung seit den 80er-Jahren immer wieder neu.

Entgraten noch nicht in die Komplettbearbeitung integriert

Interessanterweise wurde in diesem Zusammenhang das Entgraten bislang ausgegrenzt. Dass dieser Prozess selbst bei undefinierten Konturen, speziell bei Gussteilen, mittlerweile in den Fertigungsprozess auf CNC-Bearbeitungszentren integriert werden kann, macht das Unternehmen SEH Technik mit dem Werkzeugsystem Engraflexx EC deutlich.

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So gestaltet sich beispielsweise das manuelle Entgraten undefinierter Kanten bislang sehr zeit- und personalintensiv, denn meist werden Teile noch neben der Maschine oder an speziellen Entgratstationen mit Luftschleifern entgratet. Eine Vorgehensweise, die nicht wertschöpfend ist, denn die Kunden sind meist nicht bereit, diese Mehrarbeit zu bezahlen.

Entgraten mit reduziertem Gesundheitsrisiko

Aber auch die Mitarbeiter können wesentlich effizienter eingesetzt werden und so lassen sich dadurch zusätzliche Ressourcen gewinnen. Hinzu kommen die gesundheitlichen Aspekte. Durch das manuelle Entgraten besteht einerseits die Gefahr von Verletzungen beim Teilehandling durch scharfe Kanten, andererseits entstehen Emissionen wie Lärm und Schmutz oder auch Materialnebel. Alle diese negativen Begleiterscheinungen lassen sich durch das automatisierte Entgraten in der CNC-Maschine vermeiden.

Das Werkzeugsystem wird über die Maschinenspindel angetrieben und lässt sich wie ein Fräser oder Bohrer über einen herkömmlichen Werkzeugwechsler dem Prozess zuführen. Programmiert wird die theoretische Entgratkontur mit einer zu großen Radiuskorrektur in Richtung Werkstück. Beim Abfahren der programmierten Kontur wird die flexibel gelagerte Frässpindel ausgelenkt und der Entgratfräser immer gleichmäßig gegen das Werkstück gedrückt. Durch die Tatsache, dass der Fräser automatisch der tatsächlichen Werkstückkontur folgt, wird immer ein gleichmäßiges und prozesssicheres Entgraten aller Konturen sichergestellt. Selbst Maßdifferenzen lassen sich ausgleichen oder auch Fertigungstoleranzen von vorangegangenen Bearbeitungen kompensieren.

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