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Werkzeug- und Formenbau

Mit CAD-Geometrien zur automatisierten 2,5D-Bohr- und -Fräsbearbeitung

| Autor/ Redakteur: Michael Klocke / Dietmar Kuhn

Daten einlesen, Features erkennen und Werkzeugwege automatisch berechnen, das leistet eine neue CAD/CAM-Software zur automatischen 2,5D-Bearbeitung. Anwendungsgebiete sind der Werkzeug- und Formenbau, der Maschinenbau und andere Branchen mit Produktentwicklung und -fertigung. Grundlage für die hohe Automatisierung ist die Darstellung aller Bearbeitungsaufgaben in parametrisierten Features.

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Bild 1: In Tebis eingelesene Geometrien werden vom Feature-Scanner analysiert und auf Bohrungen und Langlochtaschen untersucht.
Bild 1: In Tebis eingelesene Geometrien werden vom Feature-Scanner analysiert und auf Bohrungen und Langlochtaschen untersucht.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Tebis-Entwickler befassen sich schon seit einiger Zeit mit neuen Funktionen für die 2,5D-Bearbeitung, die gemeinsam mit den Anwendern, besonders aus dem Werkzeug- und Formenbau, diskutiert wurden. Herausgekommen ist ein runderneuertes CAM-Modul zur automatischen Bohr- und Fräsbearbeitung, das auf der Automill-Technologie (Automill ist ein geschütztes Warenzeichen der Tebis AG) beruht.

Durch die Verknüpfung mit den Automill-NC-Schablonen sollen sich dabei Vorteile entlang der gesamten Prozesskette von der Konstruktion über die NC-Programmierung bis hin zur maschinellen Fertigung ergeben.

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Der Nutzen der Tebis-Software soll sich bereits in der Konstruktion zeigen, weil der Softwareentwickler zahlreiche Features aus vielen anderen CAD-Systemen übernimmt oder eingelesene CAD-Geometrien auswertet. Die Software erkennt zielsicher alle Fertigungsobjekte wie Bohrungen, Passungen oder Taschen und reduziert so den Zeichnungsaufwand.

In der NC-Programmierung fließen die Informationen aus den Fertigungsobjekten automatisch zusammen. Erprobte Bearbeitungsabläufe werden dabei mit den verwendeten Zerspanwerkzeugen und Strategien in NC-Schablonen gespeichert.

NC-Programme für komplexe Bauteile einfach erstellen

Diese können allen Anwendern im Unternehmen zentral zur Verfügung gestellt werden. Mit wenigen Mausklicks entstehen so auch für komplexe Bauteile optimierte NC-Programme mit kollisionsgeprüften Komplettwerkzeugen.

Die durchgängige Materialverfolgung sorgt für zielgerichtete Zerspanung und minimale Rückzugsbewegungen. Der Anwender kann dabei entweder auf ein konstruiertes oder digitalisiertes Rohteil oder die aktualisierte Geometrie einer vorangegangenen NC-Berechnung zugreifen und so auch Restmaterialbearbeitungen äußerst einfach definieren.

Software reduziert Nebenzeiten in der Fertigung

Weitere Zeiteinsparung ergibt sich in der Fertigung: Dort wächst das Verhältnis von Haupt- zu Nebenzeiten, weil NC-Steuerungen nicht mehr zum Programmieren benutzt werden. Dank digitaler Prozesskette sind natürlich Fehler durch manuelle Werteübertragung aus einer Zeichnung in die Maschinensteuerung ausgeschlossen.

Eingelesene Geometrien werden vom Feature-Scanner analysiert und auf Bohrung, Langloch- und Rechtecktaschen untersucht. Wenn fertigungstechnische Vorgaben wie Gewindetyp oder Toleranz über Farben gekennzeichnet sind, werden diese automatisch ins Feature übernommen. Völlig ohne Zeichnungsaufwand können diese Informationen so bis in die NC-Maschine transportiert werden (Bild 1).

NC-Programme für Bohrungen, Rechteck- und Langlochtaschen mit den geometrischen Ausprägungen Fase, Boden- und Eckenform sowie Flankenwinkel entstehen Feature-gestützt. So können beliebig viele Bohrungen und Taschen auf einmal automatisiert und standardisiert bearbeitet werden (Bild 2).

Software ermittelt Werkzeug- und Strategiekombinationen für viele Planflächen

Bei der Bearbeitung komplexer Planflächen werden alle Flanken, freien Bereiche und ähnlichen Geometrien analysiert, und für die jeweilige Situation automatisch optimierte Tauch- und Zustellbewegungen erzeugt. Durch die Möglichkeit, beliebig viele Planflächen gemeinsam mit geeigneten Werkzeug- und Strategiekombinationen zu bearbeiten, entsteht ein großer Geschwindigkeitsvorteil (Bild 3).

Mit der Freiformtaschen-Bearbeitung von Tebis wird die automatisierte NC-Programmierung von beliebig komplexen 3D-Taschengeometrien auch mit konischen Flanken Realität. Die automatische Ebenenerkennung sorgt für konstante Bearbeitung von gestuften Taschen (Bild 4).

Michael Klocke ist Mitarbeiter im Marketing bei der Tebis AG in 82152 Martinsried.

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