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ERP-Systeme

Mit digitalen Prozessen zu mehr Effizienz

| Autor/ Redakteur: Armin Schneider-Lenhof / Robert Horn

Starkes Wachstum, neue Organisationsstrukturen und eine erweiterte Produktpalette lassen vor Jahren eingekaufte Planungs-Software oft an ihre Grenzen stoßen. Zukunftssicherheit sollte deshalb bei der Wahl eines neuen ERP-Systems berücksichtig werden.

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Indunorm produziert und vertreibt Produkte aus der linearen Bewegungstechnik. Das veraltete ERP hielt den gestiegenen Anforderungen nicht mehr stand.
Indunorm produziert und vertreibt Produkte aus der linearen Bewegungstechnik. Das veraltete ERP hielt den gestiegenen Anforderungen nicht mehr stand.
(Bild: Indunorm/Neumann)

Indunorm, Anbieter von Lineartechnik, Linearachs- und Handlingsystemen, stand vor genau diesem Problem: „Unsere ERP-Software wurde vom Hersteller nicht mehr weiterentwickelt. Uns war klar, dass wir zur Unterstützung unseres Wachstumskurses und zur Verbesserung unserer Lieferfähigkeit eine neue Lösung benötigen“, erinnert sich Ulrike Dornbusch, kaufmännische Leiterin bei Indunorm.

Das neue ERP-System sollte dabei neben dem reinen Handelsgeschäft auch die Fertigung abdecken: „Die konstruktive Betreuung unserer Kunden und individuelle Anpassung der bestellten Produkte gehören neben einer hohen Verfügbarkeit der Produkte zu unseren Kernkompetenzen. Die Fertigung komplexer Linearachs- und Handlingsysteme rundet unser Produktportfolio ab“, ergänzt Dornbusch.

Anbindung von Hochregallagern

Nach einer ausgiebigen Evaluation entschied sich Indunorm für Kumavision factory. Die integrierte Branchensoftware auf Basis von Microsoft Dynamics NAV deckt sämtliche Unternehmensbereiche von Rechnungswesen, Controlling und Personal über Auftragsabwicklung und Fertigung bis hin zu Einkauf sowie Lager und Logistik ab. Investitions- und Zukunftssicherheit spielten bei der Auswahl ebenfalls eine wichtige Rolle: „Die Kumavision verfügt über die erforderliche Größe und Erfahrung, die für uns als mittelständisches Unternehmen Sicherheit bedeutet“, so Dornbusch.

Über ein hochmodernes Logistikzentrum mit neun automatisierten Kardex-Hochregallagern am Standort Duisburg beliefert Indunorm den europäischen Markt. Die Anbindung der ERP-Software an die Hochregallager stellte für die Kumavision eine zentrale Aufgabe im Projekt dar. „Die Produktivität im Lager wurde durch die vollautomatisierte Anbindung des ERP-Systems an die Kardex-Türme gesteigert. Die Lieferzeiten wurden aufgrund der automatisierten Prozesse weiter verkürzt“, berichtet Dornbusch.

Alle Arbeitsschritte im System

Eine Merkmal von Kumavision factory: die Abbildung unternehmensspezifischer Workflows. Nach der Anlage eines Auftrags wird ein auftragsbezogener Fertigungsauftrag erstellt. Hierzu werden verfügbare Komponenten aus dem Lagerbestand ausgewählt, beziehungsweise weitere Unteraufträge zur Fertigung dieser Komponenten erstellt. Falls erforderlich, wird eine auftragsbezogene Bestellung oder ein Fertigungsauftrag für Fremdarbeiten erzeugt. Wenn alle Komponenten verfügbar sind, wird eine VK-Kommissionierung ausgelöst, das heißt es werden für alle zu dem Verkaufsauftrag gehörenden Fertigungsaufträge Kommissionierungen erstellt.

Gleichzeitig wird eine Kommissionierdatei an das automatische Hochregallager geschickt. Die Datei wird wegeoptimiert sortiert und die Rückmeldung der entnommenen Artikel wird im ERP-System verbucht. Die Komponenten werden nach Kundenwunsch angepasst und in KUMAVISION factory fertig gemeldet. Nach der Istmeldung der Fertigungsaufträge wird automatisch der Lieferschein gedruckt und die Sendung geht in den Versand. Zur Steigerung der Effizienz trägt auch die rollenbasierte Oberfläche der ERP-Branchensoftware bei: Sie stellt nur diejenigen Funktionen bereit, die der Anwender benötigt.

Der Bereich CRM wird bei Indunorm seit Jahren über eine eigene Software vollständig umgesetzt, die Kundenkontakte, Besuchsergebnisse, Angebote und Wiedervorlagen erfasst. Um diese Lösung weiter zu verwenden und eine zeit- und kostenaufwändige Neueinführung im CRM-Bereich zu vermeiden, wurde ebenfalls eine Anbindung an die ERP-Software geschaffen. Per Datenexport werden jede Nacht alle erforderlichen Daten aus Kumavision factory in die CRM-Lösung übertragen. Die Informationen stehen damit dem Vertrieb in überschaubarer Form jederzeit auch mobil zur Verfügung.

Weiter Projekte bereits in Planung

Auf die Einführung der ERP-Software blickt Indunorm positiv zurück. Das Unternehmen schätzt besonders, dass ein Projektleiter jederzeit zur Verfügung stand. „Wir haben eine Reihe von Experten für die verschiedenen Fachbereiche bei Kumavision kennengelernt und die Zusammenarbeit mit diesen verläuft sehr professionell. Es wird nicht ‚nur‘ programmiert, sondern die Prozesse werden im Vorfeld genau analysiert“, resümiert Dornbusch.

Der positive Gesamteindruck zeigt sich auch darin, dass weitere gemeinsame Projekte bereits in der Planung sind. Als nächster Schritt soll das noch vorhandene konventionelle Hochregallager, ähnlich wie die Kardex-Türme, an das ERP-System angebunden werden. Hierzu werden alle Lagerplätze mit Barcodes versehen und mobile Handhelds zum Einsatz kommen. Ebenfalls auf der Agenda steht das Thema Betriebsdatenerfassung (BDE), um eine auftragsbezogene Nachkalkulation zu ermöglichen.

* Armin Schneider-Lenhof ist Leiter Marketing der Kumavision AG in 88677 Markdorf, Tel.: +49-(0)7544 966-390, armin.schneider-lenhof@kumavision.de

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