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Sicherheitssteuerung

Mit einem Schraubendreher ohne Softwareanpassung sicher automatisieren

| Autor/ Redakteur: Alexander Strutzke /

Sicherheitslösungen für Maschinen und Anlagen müssen heute außer der Sicherheit vor Unfallgefahren immer häufiger automatisierungstechnischen Zusatznutzen bieten. Mehr Funktionen und mehr Flexibilität führen dabei meist zu komplexeren Konfigurationen mit immer mehr Software und Programmieraufwand. Dass es auch anders geht, zeigt Sick mit der Kombination aus sicherem Sensor und softwareloser Steuerung.

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Der Kamera-Sensor V300 Work Station lässt sich mit zwei Schrauben in der Ecke eines Nuten-Profilrahmens befestigen. Bilder: Sick
Der Kamera-Sensor V300 Work Station lässt sich mit zwei Schrauben in der Ecke eines Nuten-Profilrahmens befestigen. Bilder: Sick
( Archiv: Vogel Business Media )

Beim Kamerasensor V300 WS handelt es sich um eine auf Bildverarbeitungstechnik basierende, berührungslos wirkende Schutzeinrichtung. Es ist nach Herstellerangaben das erste Gerät seiner Art zur Gefahrstellenabsicherung nach Kategorie 3 oder 2 (V200 WS) – gemäß EN 61496-1 (SIL2 oder SIL1 nach IEC 61508). Sender und Empfänger des Sensors sind in einem einzigen Gehäuse integriert – ebenso die Zusatzfunktionen Reset und EDM (Electronic Device Monitoring zur Schützkontrolle).

Die kompakte, dreieckige Bauform ermöglicht die Montage in oder an der Ecke des Nuten-Profilrahmens einer Arbeitsstation, das heißt an einer Stelle, an der der Sensor weitgehend vor Stößen oder Dejustagen geschützt ist. Dadurch lassen sich mit dem Vision-sensor nach Herstellerangaben Arbeitsfenster an Montage-, Handhabungs- und Industrierobotern, Prüfmaschinen sowie anderen manuell bedienbaren Arbeitsstationen mit zyklischem oder sporadischem Eingriff sicherheitsoptimal und barrierefrei überwachen.

Die UE410 Flexi ist eine softwarelose Sicherheits-Kleinsteuerung, die sich für den Anschluss einer Vielzahl taktiler wie berührungsloser Sicherheitssensoren eignet. Ausgehend von einem Grundelement können mehrere Erweiterungs-Bausteine sowie ein Diagnosemodul zur Feldbuskopplung an Profibus DP oder Device-Net nacheinander seitlich aufgesteckt werden. Im Maximalausbau ist es möglich, bis zu 50 zweikanalige Sicherheitssensoren zu überwachen – und das bis zu Kategorie 4 nach EN 954-1 oder SIL 3 nach EN 61508.

Weder Software noch Laptop für die Konfiguration erforderlich

Unabhängig von der Ausbaustufe ist weder eine Software noch ein Laptop für die Konfiguration erforderlich – ein einfacher Schraubendreher genügt, um das Sicherheitssystem startklar zu machen. Die Funktionen jedes Moduls sind frontseitig per Drehschalter wählbar. Zahlreiche weitere Zusatzfunktionen, beispielsweise eine Wiederanlaufsperre, können über Klemmenkonfigurationen realisiert werden.

Bei der Absicherung beispielsweise eines Rundtaktautomaten besteht die Aufgabe darin, im Betrieb ein Eingreifen in die Maschine zu erkennen und die gefahrbringende Bewegung der Maschine abzuschalten. Unter Berücksichtigung der Risikoanalyse und der Anforderungen an einen effizienten und ergonomischen Arbeitsprozess ist nach Angaben von Sick eine berührungslos wirkende Schutzeinrichtung der Kategorie 3 gemäß EN 61496-1 erforderlich. Darüber hinaus kann in der Sicherheitslösung sowohl eine Wiederanlaufsperre, eine Schützkontrolle als auch die Integration eines Not-Halt-Tasters vorgesehen werden.

Am Rundtaktautomaten werden teuere Kategorie-4-Systeme überflüssig

Mit der Kombination aus V300 WS und UE410 Flexi können nach Herstellerangaben alle Anforderungen sicher gelöst werden. Der Visionsensor ist eine gute Lösung für die von Lichtvorhängen nicht abgedeckten Sicherheitskategorien 3 beziehungsweise PL d und SIL 2. Dadurch ist es nicht erforderlich, am Rundtaktautomaten auf ein, in der Regel teureres, Kategorie-4-Sicherheitssystem zurückzugreifen. Mit dem V300 WS wird ein ergonomischer Arbeitsplatz realisiert, der ein angenehmes und effektives Arbeiten gewährleistet. Montage und Inbetriebnahme des V300 WS sind sehr einfach: Das Gerät lässt sich mit zwei Schrauben schnell montieren. Danach wird das Überwachungsfeld zum gegenüberliegenden Reflektorband eingelernt.

Die Signale des Kamerasensors und des Not-Halt-Tasters werden in der Sicherheitssteuerung verarbeitet. Hierzu wird per Drehschalter die entsprechende Steuerungskonfiguration eingestellt. Zur Einrichtung der Wiederanlaufsperre wird eine einfache Klemmbrücke an der Steuerung gelegt.

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