Schärfere Grenzwerte für Methylisothiazolinon

MIT-Einschränkungen machen andere Biozide notwendig

| Autor / Redakteur: David Zilm / Stéphane Itasse

Die Restriktionen beim Einsatz von Methylisothiazolinon (MIT) ab 2019 erfordern andere Biozide, wenn der Gefahrenhinweis H317 auf dem Etikett vermieden werden soll.
Die Restriktionen beim Einsatz von Methylisothiazolinon (MIT) ab 2019 erfordern andere Biozide, wenn der Gefahrenhinweis H317 auf dem Etikett vermieden werden soll. (Bild: Vink Chemicals)

Ab dem Jahr 2019 werden die Konzentrationsgrenzwerte für Methylisothiazolinon (MIT) in vielen Anwendungen gesenkt. Produkte, die bisher auf Basis von MIT konserviert werden, müssen dann mit zusätzlichen Gefahrenhinweisen versehen werden.

Ob Schmierstoffe oder Kühlschmierstoffe, Reiniger, Farben und Lacke oder Klebstoffe: Sie müssen nicht nur hohe technische Anforderungen für den industriellen Einsatz erfüllen, sondern sind auch Keimbelastungen ausgesetzt und müssen zumindest teilweise für den Hautkontakt geeignet sein. Schmierstoffe unterliegen mechanischen und thermischen Einflüssen sowie chemischen Wechselwirkungen mit anderen Stoffen, die insgesamt die Alterung des Schmierstoffes oder Kühlschmierstoffes beschleunigen. Wassermischbare Kühlschmierstoffe sollten bei geringem Biozideinsatz möglichst lange Standzeiten erreichen.

Der Trend führt angesichts der erheblichen Einschränkungen weg vom MIT. Besonders betroffen sind die Anwendungen zur Konservierung von Kühlschmierstoffen in der Metallbearbeitung. Ein einfaches Reduzieren der Wirkstoffgehalte ist allerdings nicht die Lösung, sondern birgt eher noch mehr Risiken. So können zu geringe Konzentrationen Keimresistenzen verursachen. Vink Chemicals bietet daher unterschiedliche Kombinationen als Ausweichmöglichkeiten.

MIT hat sich als Konservierungsmittel bereits lange bewährt

MIT ist ein bewährtes Konservierungsmittel, das seit vielen Jahren in industriellen Anwendungen eingesetzt wird. Die EU hat jedoch Gemische, die MIT enthalten, als hautsensibilisierend nach Kategorie 1A eingestuft und deshalb einen neuen stoffspezifischen Konzentrationsgrenzwert von 15 ppm für diese Stoffklassen festgelegt. Das entspricht einer deutlichen Reduzierung vom aktuellen Niveau von 100 ppm. Der neue Grenzwert gilt voraussichtlich ab 2019. Ein Gemisch, das MIT enthält, muss dann schon ab einer Konzentration von 15 ppm mit dem Gefahrenhinweis H317 „Kann allergische Hautreaktionen verursachen“ gekennzeichnet werden. Solche Gefahrenpotenziale finden auch bei professionellen Anwendern in der verarbeitenden Industrie immer weniger Akzeptanz. Wirkstoffalternativen sind notwendig, da das MIT bei einem Aktivsubstanzgehalt unter 50 ppm nicht effektiv wirkt.

Entscheiden müssen sich die Biozidanwender, die derzeit auf MIT basierende Produkte einsetzen, ob sie auf komplett MIT-freie Formulierungen umsteigen möchten oder ob Rezepturen nur so weit modifiziert werden sollen, dass das Labeling mit dem Gefahrenhinweis H317 vermieden wird. Für beide Varianten gibt es praxistaugliche Konzepte. Beispielhaft sei hier Vinkocide KN genannt, ein Kombinationsprodukt aus Benzisothiazolinon und Natriumpyrithion.

Um die Zeit bis 2019 für die erforderlichen Erprobungen sowie Verträglichkeits- und Keimbelastungstests zu nutzen, rät Vink Chemicals den Biozidanwendern dazu, sich jetzt über Alternativen für ihre Produkte beraten zu lassen, und bietet dazu einen Rundum-Service aus regulatorischer Beratung, Laborservice, Forschung und Entwicklung, Logistikunterstützung sowie Rohstoffbeschaffung.

* David Zilm ist Sales Manager bei Vink Chemicals in 21255 Kakenstorf

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