C. & E. Fein Mit „Made in Germany“ auf Qualität setzen und wettbewerbsfähig sein

Autor: Stefanie Michel

Metallverarbeitende Handwerksbetriebe wie der Treppenbauer Metallart benötigen Elektrowerkzeuge, auf die sie sich verlassen können. Genau für diese Branche wurden neue Kompaktwinkelschleifer entwickelt, die beweisen, dass sich hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen auch in Deutschland produzieren lässt. Ein Besuch bei bei Kunde und Hersteller zeigt: es funktioniert.

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(Bild: Fein)

In der großen Produktionshalle liegt der Geruch von Schweiß- und Schleifarbeiten in der Luft, es geht geschäftig zu. Ein großer Bereich der Halle ist eingenommen von einem großen Treppenrohbau, der gerade fertiggestellt wird. Wir sind bei Metallart in Salach, einem Handwerksbetrieb, der sich auf die Produktion von Metalltreppen spezialisiert hat.

Laserschneidmaschinen nur in der Vorbereitung

Während in der angrenzenden Halle die Metallzuschnitte zur Vorbereitung maschinell auf einer Laserschneidanlage durchgeführt werden, ist hier viel Handarbeit im Spiel. Fertigungsleiter Enrico Eggert: „Wir haben uns mit der Zeit viele Dinge im Treppenbau auf unsere Weise erarbeitet.“ Und zwar ziemlich erfolgreich, denn die auf Kundenwunsch gefertigten Treppen werden in den gesamten europäischen Raum geliefert: in Privat- oder Geschäftshäuser, auf Schiffe, innen oder außen.

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Hervorgegangen aus einer Schmiedewerkstatt Anfang des 20. Jahrhunderts, beschäftigt sich der Familienbetrieb bereits seit über 30 Jahren mit dem Treppenbau. Da viel Know-how und Erfahrung dahinter steckt, übernimmt das Unternehmen die Planung vom Entwurf über Stücklisten bis hin zum Schwingungsnachweis sowie nötige Genehmigungsverfahren. Die komplette Treppenanlage wird hier gefertigt oder Treppenbauteile bereitgestellt – so wie es der Kunde wünscht. Zum Schruppen und Schleifen oder auch zum Trennen nutzt jeder der Mitarbeiter bei Metallart Winkelschleifer von Fein; darunter auch die neuen Kompaktwinkelschleifer.

Kompaktwinkelschleifer für blechverarbeitende Handwerksbetriebe

Gerade für diese Art von blechverarbeitenden Handwerksbetrieben hat die C. & E. Fein GmbH aus Schwäbisch Gmünd-Bargau die neuen Kompaktwinkelschleifer entwickelt. Der Elektrowerkzeughersteller betritt damit ein völlig neues Marktsegment, denn bisher waren vor allem Kompaktwinkelschleifer mit höherer Leistung lieferbar. Dieser Bereich macht allerdings gerade 25 % des kompletten Marktes aus. Die war schließlich der Grund für die Entwicklung der neuen Kompaktwinkelschleifer, die man nun vor allem für Handwerksbetriebe anbietet.

Der Markt für Kompaktwinkelschleifer ist von anderen Herstellern schon dicht besetzt, sodass Erfolg vorwiegend durch Verdrängung möglich ist. Es gilt sich also von anderen zu unterscheiden. Doch wie? Fein beantwortet das recht einfach: mit wirklich Made in Germany. Anders als bei vielen Wettbewerbern bedeutet es in diesem Fall, dass am Produktionsstandort Bargau fast alle Bauteile gefertigt und der komplette Winkelschleifer montiert wird. Das reicht von der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung der eingesetzten Motoren bis hin zu den Spritzgussteilen für das Gehäuse.

Gleiche Qualität für alle drei Ausstattungsvarianten

Fein will sich aber auch hinsichtlich der Qualität von anderen Kompaktwinkelschleifern im gleichen Marktsegment unterscheiden. Dafür verbaut der Hersteller sowohl für die Solid-, die Power- und für die Inox-Maschinen die gleichen Bauteile, sodass alle drei Produktlinien die gleiche Qualität aufweisen. Dazu gehört ein in 90°-Schritten drehbarer Vollmetall-Getriebekopf, die Spindelarretierung, eine demontierbare und verdrehbare Schutzhaube sowie ein 4 m langes Industriekabel. Der Vollmetall-Getriebekopf soll für einen präzisen Lauf des Winkelgetriebes sorgen und die Kompaktwinkelschleifer unter harten Einsatzbedingungen robust machen.

Einem Kunden wie Metallart ist natürlich die Lebensdauer eines solchen Handgerätes sehr wichtig. „Deshalb war es für uns ein Ziel, bei der Standzeit der Kohlebürsten deutlich besser zu sein als der Wettbewerb“, macht Jürgen Zehnder, Produktmanager bei Fein, klar. Wie man die Lebensdauer der Kohlebürsten erhöhen kann? Durch den Einsatz optimierter Materialien, einer höheren Qualität des Kollektors sowie durch optimale Belüftung des Antriebssystems konnte die Kohlebürstenstandzeit signifikant verlängert werden – wie Jürgen Zehnder berichtete, sogar um bis zu 30 % im Vergleich zu Produkten gleicher Leistungsklasse,

Die verbesserte Belüftung wirkt sich auch auf den Antrieb im Winkelschleifer positiv aus, weil sich dieser weniger erwärmt. Er kann somit mit einer hochwertigen Wicklung effizienter gestaltet werden und ist dann belastbarer sowie leistungsfähiger.

Produktlinien unterscheiden sich nur in der Ausstattung

Die Produktlinien Solid, Power und Inox unterscheiden sich nicht in ihrer Qualität, aber in ihrer Ausstattung und ihren technischen Daten. Die Basisversion Solid ist das Einstiegsmodell für Entgrat-, Schleif- und Trennarbeiten mit einer Leistung von 800 oder 1100 W. Die Power-Modelle verfügen zusätzlich über die Tachoelektronik Powertronic, mit der eine Leistungserhöhung um 400 W bei gleicher Baugröße möglich ist. Ergänzend kommt ein umfangreicheres Sicherheitspaket mit Sanftanlauf und Wiederanlaufsperre sowie Kick-Back-Stop und elektronischer Überlastschutz hinzu. Diese handlichen Varianten sind mit 1200 und 1500 W und einer Drehzahl bis 11.000 min-1 erhältlich. Zur Edelstahlbearbeitung sind allerdings andere Drehzahlbereiche nötig. Deshalb steht außerdem die Inox-Linie mit 2500 bis 7900 min-1 und elektronischer Drehzahlvorwahl zur Verfügung, die auch bei Metallart eingesetzt wird.

Metallart benötigt hochwertige Handgeräte, um seine hochwertigen Produkte zu fertigen. Eine Firmenphilosophie ist, dass die Treppen nie eine von außen sichtbare Schweißnaht haben – egal, ob sie aus Stahl oder Edelstahl gefertigt sind. So müssen Schweißnähte mit den Winkelschleifern so sauber geschliffen werden, dass nach dem Lackieren der kompletten Treppenkonstruktion keine Spuren mehr sichtbar sind.

Produktion am Standort Deutschland unterstützen

Ob nun die Qualität „Made in Germany“ beim Kunden gut ankommt? Bei Metallart ist man sehr zufrieden, denn hier arbeitet man ausschließlich mit Fein-Geräten. „Die Qualität ist hervorragend, außerdem werden die Winkelschleifer hier produziert. Das muss man ohnehin unterstützen“, so Enrico Eggert. Hier hat jeder Mitarbeiter in der Produktion zwei Fein-Winkelschleifer; es sind also etwa 80 Stück bei Metallart in Betrieb. Pro Tag sind die Geräte etwa 2 bis 4 Stunden voll im Einsatz – das macht sich bemerkbar, denn die bisherigen hatten in diesem Betrieb eine maximale Lebensdauer von 2 Jahren.

Einen Kritikpunkt erwähnt Eggert schon: bei den bisher eingesetzten Kompaktwinkelschleifern von Fein verschleißen die Teller stärker, weil die Fixierschraube anders festgezogen wird. Auch merkt er an, dass die älteren Edelstahlschleifer zu schwer waren. Die neuen Varianten sollen dagegen die leichtesten ihrer jeweiligen Klasse sein. Nichts negatives ist schließlich bei den neuen Fein-Geräten, die Metallart bereits einsetzt, aufgefallen. Als sei das selbstverständlich, zuckt Eggert lediglich die Schultern und sagt: „Von der neuen Maschine waren die Mitarbeiter begeistert.“ Kritikpunkte hin oder her: für Eggert sei Fein ohnehin die erste Wahl, da kein anderer Hersteller an die Qualität heranreichen könne.

Auch für Fein sind die Kompaktwinkelschleifer ein voller Erfolg. Die Produktlinie wurde bereits im September 2013 in Osteuropa eingeführt – ein Markt, in dem noch sehr viele Handgeräte für die Metallbearbeitung zum Einsatz kommen. Jürgen Zehnder: „Wir haben in den ersten 4 Monaten fast das doppelte verkauft, wie im gesamten Jahr davor“. Am Auftragseingang zeigt sich, dass sich auch in Deutschland dieser Trend abzeichnet.

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 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt