Suchen

Zerspanung

Mit Multifunktionsmaschinen die Durchlaufzeit reduzieren

| Autor/ Redakteur: Willi Rößner / Rüdiger Kroh

Bei Multifunktionsmaschinen wirken die verfahrensbezogenen Arbeitseinheiten an gleichen oder getrennten Werkstücken, sie sind einzeln oder gemeinsam im Einsatz und führen kinematisch gekoppelte oder entkoppelte Relativbewegungen aus. Durch die Konzentration der Arbeitsgänge auf eine Maschine reduziert sich die Durchlaufzeit.

Firmen zum Thema

Bild 1: Multifunktionsmaschine zur Fräs- und Laserbearbeitung.
Bild 1: Multifunktionsmaschine zur Fräs- und Laserbearbeitung.
( Bild: DMG Mori/Rößner )

Die Reduzierung der Durchlaufzeit, die Vereinfachung der Organisation sowie die Kostensenkung und Qualitätsverbesserung sind die Triebfedern zum Verkürzen von Fertigungsketten [1]. Eine technische Strategie zum Erreichen dieses Zieles ist die Mehrverfahrenstechnik in Werkzeugmaschinen. Bild 1 zeigt eine Werkzeugmaschine, ausgerüstet zum Fräsen und Lasern.

Maschinenkonzeptionen für die Mehrverfahrenstechnik

In der linken Bildhälfte ist die eingewechselte Lasereinheit sichtbar. Solche Maschinen verfügen über zwei oder mehr unterschiedliche Grundfertigungsverfahren und werden daher als Multifunktionsmaschinen bezeichnet. Die Vorteile der Mehrverfahrenstechnik sind das Verkürzen der Fertigungskette bei kompletter Nutzung aller installierter Verfahren oder aber auch die flexible Reaktion auf unterschiedliche Aufträge durch auftragsabhängige, selektive Nutzung einzelner Verfahren. Der Beitrag zeigt eine Übersicht über den Stand der Mehrverfahrenstechnik und benutzt eine Systematik zur Unterscheidung von Multifunktionsmaschinen.

Einwechselbare oder stationäre verfahrensbezogene Arbeitseinheiten

Unterschiedliche Grundverfahren sind in der Werkzeugmaschine über einwechselbare oder stationäre verfahrensbezogene Arbeitseinheiten (AE) verfügbar. Die Werkzeugmaschine ist ausgeführt zur Einstück- oder Mehrstückbearbeitung und mit einer oder mehreren AE ausgestattet. Sind mehrere AE gleichzeitig aktiv, ist wiederum in kinematisch entkoppelte oder gekoppelte Relativbewegungen der Arbeitseinheiten zu unterscheiden. Diese Einzelmerkmale lassen sich zu Grundtypen für die Mehrverfahrenstechnik kombinieren. Die in der Praxis etablierten Grundtypen werden nachfolgend erläutert.

Bei der sequenziellen Bearbeitung wirken die Arbeitseinheiten nacheinander am selben Werkstück. Die Arbeitseinheiten sind entweder stationär im Arbeitsraum verfügbar (Bild 2) oder werden eingewechselt (Bild 1). Bild 2 zeigt ein Beispiel zur Stanz- und Laserbearbeitung von Blechen.

Eine simultane Bearbeitung des Werkstücks erhöht die Produktivität

Bei der simultanen, asynchronen Einstückbearbeitung wirken mehrere Arbeitseinheiten gleichzeitig am selben Werkstück. In Bild 3 ist ein Multifunktionszentrum in Doppelständerbauweise für die gleichzeitige Mehrstellenbearbeitung mit einer Ausdreheinheit (links) und einer Feinbohr- und Honeinheit (rechts) dargestellt. Das Beispiel wurde in Anlehnung an eine Maschine von MAG-IAS konzipiert. Jeder Ständer arbeitet unabhängig an einer Werkstückseite. Das Werkstück lässt sich über den Rundtisch drehen, weshalb alle vier Werkstückseiten mit den vorhandenen Verfahren bearbeitet werden können.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42499486)

Archiv: Vogel Business Media; Bild: DMG Mori; DMG Mori; ; Bild: DMG Mori/Rößner; Bild: Rößner; VCG; Wafios; picsfive - Fotolia; GFE; Siemens, 2019; Strack Norma; Schuler; Kasto; Arno Werkzeuge; ©Marc/peshkova - stock.adobe.com / Cadera Design; Dinse; Mack Brooks; Hommel+Keller; Otec; Oerlikon Balzers; Southco; Autoform/Rath; GOM; BMW; EVT; Thyssenkrupp; Karberg & Hennemann; Wirtschaftsvereinigung Stahl; Ceramoptec; Cold Jet; Untch/VCC; Trumpf; Automoteam; IKT; MPA Stuttgart; Kuhn; Vogel/Finus; Eckardt Systems