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Roboter Mobiles Robotersystem für die Bearbeitung von XXL-Bauteilen

| Autor / Redakteur: Alois Buchstab / Rüdiger Kroh

Eine Konzeptstudie zur flexiblen und autarken Bearbeitung von XXL-Bauteilen besteht aus einer omnidirektional angetriebenen Schwerlastplattform, einem Industrieroboter mit Steuerung und einer autonomen Navigation. Mit dem mobilen Robotersystem lassen sich neue Einsatzfelder erschließen.

(Bild: Kuka)

Große Bauteile flexibel zu bearbeiten stellte die Automatisierungsbranche bisher vor große Herausforderungen. In vielen Bereichen, etwa im Schiffs- und Flugzeugbau oder der Herstellung von Windkraftanlagen, wird heutzutage nur begrenzt automatisiert. Die bislang dort eingesetzten starren Automatisierungslösungen können weder mit kompakten Abmessungen noch mit Flexibilität punkten.

Mobile Roboter ermöglichen Automatisierung bei der Bearbeitung großer Teile

Dennoch sind gerade für diese Arbeitsbereiche aufgrund der hohen Belastungen für den Menschen, wie beim Abschleifen großer Teile, automatisierte Anlagen gefragt. Auch für die Automation von Prozessen, bei denen sich heute keine Festinstallation eines Roboters amortisiert, sondern nur die Kombination mit einem mobilen System, das mehrere Arbeitsstationen abdecken kann, fehlten bislang geeignete Lösungen.

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Durch ein mobiles Robotersystem ergeben sich neue Einsatzfelder, in denen Roboter bis heute nicht zum Einsatz gekommen sind. Ein Beispiel könnte das An- oder Nachschleifen der Oberflächen von Rotorblättern sein. Aufgrund der fehlenden Automation wird diese Arbeit heute mühevoll mit Pneumatikschleifern von Hand ausgeführt und ist ergonomisch und gesundheitlich bedenklich.

Ein weiteres Anwendungsfeld für mobile Systeme könnte dort liegen, wo sich heute der permanente Einsatz eines Industrieroboters nicht lohnt. Dies ist etwa in der Hochofenindustrie der Fall, wo Einsätze nur alle paar Stunden gefordert werden, aber an mehreren Orten hintereinander ablaufen sollen.

Kuka zeigt mobiles Robotersystem auf der Hannover-Messe 2013

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka hat eine mobile Robotiklösung entwickelt, die auf der Hannover-Messe 2013 erstmals dem Publikum vorgestellt wird. Das Konzeptfahrzeug besteht aus einem Kuka omnimove und einem Konsol-Roboter der KR-Quantec-Serie mit der Steuerung KR C4, welche durch handelsübliche Bleibatterien und einen Converter mit dem notwendigen Strom versorgt wird.

Mithilfe der von Kuka selbst entwickelten autonomen Navigationssoftware bewegt sich das Konzeptfahrzeug ohne Kabelverbindungen frei im Raum und deutet die Oberflächenbearbeitung von einem 10 m langen Segment eines Windkraft-Rotorblattes an. Durch die Kombination aus der omnidirektional angetriebener Schwerlastplattform, dem Standard-Industrieroboter, der Robotersteuerung und der autonomen Navigation werden erstmals die grundlegenden Funktionalitäten vereint, die an ein mobiles Robotersystem für den industriellen Einsatz gestellt werden.

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