Sägen Moderne Sägetechnik bedeutet mehr als Werkstoffe trennen

Autor / Redakteur: Christian Behringer / Peter Königsreuther

Industrielles Sägen lässt sich heute kaum noch auf den reinen Trennprozess reduzieren, um den unterschiedlichen Branchenansprüchen zu genügen. Zählen für die einen Masse und Präzision, steht für andere die Leistungsstärke, etwa im schwer zerspanbaren Material, und das Handling gewichtiger Teile on Top.

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Bild 1: Sägemaschinen müssen heute mehr leisten, als nur Werkstoffe zu trennen. Schwer zerspanbare Materialien liegen im Trend und werden mit der Speed-Cutting-Technik produktiver und präziser bearbeitet als mit konventionellen Anlagen.
Bild 1: Sägemaschinen müssen heute mehr leisten, als nur Werkstoffe zu trennen. Schwer zerspanbare Materialien liegen im Trend und werden mit der Speed-Cutting-Technik produktiver und präziser bearbeitet als mit konventionellen Anlagen.
(Bild: Behringer)

Wer sich heute eine Sägeanlage kauft, der will meist nicht nur einfach Bauteile auf eine gewünschte Länge bringen. Heute sind etwa Anbindungen an Lagersysteme, Zu- und Abführeinrichtungen, Sortiersysteme und Steuerungen gefragt, die mehr bieten können, als das Abarbeiten von Aufträgen als zentrale Funktion. Projektierung und umfassende Beratung sind dabei entscheidend für die stetige Weiterentwicklung neuartiger Maschinen und Anlagen. Der Sägenspezialist Behringer stellt sich diesen Forderungen und bietet diverse Anlagen an, die diesen Ansprüchen genügen.

Das Speed-Cutting sorgt fürdeutliche Produktivitätssprünge

Hoher Durchsatz und perfekte Maßhaltigkeit sind keine Widersprüche mehr, denn in der Bandsägetechnik hat es durch den Einsatz von Hochleistungsmaschinen einen bedeutenden Sprung nach vorne gegeben. So hat die die Speed-Cutting-Technik hinsichtlich Präzision und Tempo eine mehr als deutliche Produktivitätssteigerung bewirkt und ist das Ergebnis einer gelungenen Symbiose aus neuartiger Maschinentechnik und speziell entwickelten Werkzeugen (Bild 1). Auch bei schwer zerspanbarem Material bietet etwa die HBM-500 SC hohe Präzision und kurze Schnittzeiten, die sich bei der Wirtschaftlichkeit positiv niederschlagen. Ein Kunde hat mit der Maschine in zwei Tagen Material gesägt, für das er sonst zwölf Tage gebraucht hat. Die Steigerung um das Fünf- bis Sechsfache führte kurz nach Inbetriebnahme sogar dazu, dass zeitweise das Material knapp wurde. Um das gesamte Potenzial der SC-Technik nutzen zu können, sind alle Features auf das hohe Leistungsspektrum der Maschine abgestimmt.

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So wurde etwa die Schnittdrucksteuerung der Maschine mit Servo-Vorschubsystem konsequent weiterentwickelt. Diese Kombination sorgt durch eine konstante Vorschubbewegung für einen gleichmäßigen Spanabtrag und beugt durch die feinfühlige Schnittdrucksteuerung einer Überbelastung des Sägebandes vor. Alle wesentlichen Teile bestehen aus schwingungsdämpfendem Grauguss. Das Ergebnis ist eine angenehme Laufruhe während des Schnittprozesses – auch bei hohem Tempo.

Selbst hochwarmfeste Stähle sind bearbeitbar

Völlig andere Aspekte stehen beim Vertikalsägen schwer zerspanbarer Werkstoffe im Fokus. Die Verarbeitung sehr verschleißfester Materialien liegt weiter im Trend. In vielen Branchen müssen die Produkte hohem Druck oder Temperaturschwankungen standhalten. Auch der Kontakt mit abrasiven Medien, Säuren oder Laugen sollte dabei nicht zu Materialermüdungen führen. Für den Zerspanungsprozess ist dieser Trend aber eine echte Herausforderung. Mit der vertikalen Sägetechnik plus starkem Antrieb im niedrigen Drehzahlbereich sowie dem passenden Sägeband schafft es die Behringer-Technik dennoch, selbst hochwarmfesten und säurebeständigen Stähle zu trotzen, die fast ausschließlich aus Nickel und Chrom bestehen. Ein linear geführter Tisch, der sich mit 6 t belasten lässt, ermöglicht es, Ausklinkungen für Materialproben auch aus großen, sperrigen Teilen zu sägen (Bild 3). Die Vorschubbewegung erfolgt über eine Kugelrollspindel mit Servomotor; sich automatisch nachstellende Doppelbürsten reinigen das Hartmetallband zuverlässig.

Die Generalisten müssen vieleWerkstoffarten zuverlässig bearbeiten

An Sägemaschinen für den universellen Einsatz werden wiederum andere Anforderungen gestellt. Sie müssen in der Lage sein, Werkstoffe unterschiedlichster Art zu sägen. Vom Werkzeugstahl über Edelstähle, Aluminium bis hin zu Buntmetallen muss alles mit demselben Sägeband sowie einer Universalbandsäge getrennt werden. Für diese Zwecke wurde 2013 im Kirchardter Unternehmen gleich eine ganze Baureihe erneuert. Erste Ergebnisse aus der Praxis haben bewiesen, dass man mit der Funktionsweise der neuen HBE-Dynamic-Modelle den Marktanforderungen gerecht wird (Bild 2). Entscheidend ist hier, dass bei den Generalisten unter den Maschinen stets der aktuellste Stand der Technik integriert ist. Das bedeutet auch, alte Wege unter Umständen zu verlassen und über die Wirtschaftlichkeit, die Energieeffizienz, über die Präzision, aber auch über Geräuschemissionen oder die Nachrüstbarkeit optionaler Features, wie Spanneinrichtungen oder Auflagetische, nachzudenken. Die Präzision beim Schnitt steht hier in direktem Zusammenhang mit der Stabilität des Guss-Sägerahmens.

Die erreichbare Geradheit der gesägten Flächen liegt etwa im Zentelmillimeterbereich und Grate finden sich kaum noch, wie die Anwender bestätigen – heute eine absolute Notwendigkeit. In internen Schnittversuchen konnten neben einer verbesserten Schnittoberfläche auch um 30 % höhere Standzeiten des Sägebandes nachgewiesen werden. Die Schrägstellung der Bandlaufräder trägt bei der HBE-Dynamik-Baureihe durch eine reduzierte Biege-Wechselbelastung zur Schonung der Sägebänder bei und erhöht deren Standzeit.

Auch das bedienerarme Sägen hat für Zuschnittbetriebe oder im Stahlhandel Priorität. Die Basis sind ein durchdachtes Hallenlayout, verschiedene Automatisierungskomponenten und eine intelligente Steuerungstechnik, die auf den Gesamtprozess samt Sägeanlagen abgestimmt ist. Wenn die Entscheidung zur Neuausrichtung des Lager- und Sägebereichs fällt, wollen die Anwender, dass alles von Anfang an reibungslos funktioniert. Die enge Kooperationen mit zuverlässigen Partnern aus dem Bereich Lagertechnik sowie das firmeneigene Know-how in Sachen Stahlbau sorgen dafür.

Die enstprechende Automatisierung macht das Sägen produktiver

Die HBM 440 A PC-E, die auch mehrere Stunden bedienerlos laufen können, sind dann das Mittel der Wahl, wenn auch schwer zerspanbare Materialien gesägt werden müssen. In einem Fall wurde das Kassettenlager eines Kunden in das bestehende ERP-System integriert. Das zu sägende Rohteil kann nun vom Lagerturm direkt auf die Zufuhrrollenbahn der entsprechenden Sägemaschine geschickt werden. Nach dem programmgesteuerten Konfektionieren zieht ein Greifer die Fertigteile, Anschnitte und kurze Reststücke zunächst von der Schnittstelle weg auf frei definierbare Ablagepositionen. Von dort werden die Teile automatisch beidseitig abgeschoben. MM

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