Bosch Rexroth Nach erfolgreichem Jahr 2008 Wachstumspause eingeplant

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Bosch Rexroth AG. Lohr am Main, hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 hinter sich gebracht, das von deutlichem Umsatzwachstum geprägt war.

Für 2009 rechnet Automatisierungs-Spezialist Bosch Rexroth mit rückläufigem Umsatz, will die Stammbelegschaft aber weitestgehend halten. Bilder Bosch Rexroth
Für 2009 rechnet Automatisierungs-Spezialist Bosch Rexroth mit rückläufigem Umsatz, will die Stammbelegschaft aber weitestgehend halten. Bilder Bosch Rexroth
( Archiv: Vogel Business Media )

So steigerte der Hersteller von Antriebs- und Steuerungstechnik 2008 den Umsatz im Vorjahresvergleich um 9,8% auf rund 5,9 Mrd. Euro. Für das aktuelle Geschäftsjahr geht das Tochterunternehmen der Robert Bosch GmbH allerdings von einer deutlich schwächeren Geschäftsentwicklung aus.

Zuwächse in Deutschland, Europa und Asien prägten im vergangenen Jahr das Wachstum bei Bosch Rexroth. „Unsere Mitarbeiter haben trotz einiger Engpässe bei Rohstoffen und wichtigen Halbzeugen mit großem Engagement und zahlreichen Zusatzschichten die Kapazitätsgrenzen im ersten Halbjahr vollständig ausgeschöpft“, erläuterte Dr. Albert Hieronimus, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Das stärkste Wachstum erzielte das Unternehmen mit Produkten und Lösungen der Mobil- und Industriehydraulik. Getriebe und Antriebslösungen für Windenergieanlagen erzielten die höchsten Steigerungsraten.

Stammbelegschaft soll nach Möglichkeit gehalten werden

Auch Bosch Rexroth spürt seit dem zweiten Halbjahr 2008 die Auswirkungen der Rezession und erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang. Der Wegfall sicherer Planungsgrundlagen erschwere Aussagen über die kurz- und mittelfristigen Geschäftserwartungen. „Daher fahren wir, wie auch die meisten unserer Kunden, aktuell auf Sicht“, erläuterte Hieronimus. Er betonte aber, „dass der langfristige Wachstumstrend unserer Märkte weiterhin bestehen bleibt.“ Das Know-how der Mitarbeiter von Bosch Rexroth sei ein Wettbewerbsvorteil, der nicht zu kopieren sei. Aus diesem Grunde setze das Unternehmen alles daran, die Stammbelegschaft zu halten.

Kapazitäten für Windkraftgetriebe ausgebaut

Für das laufende Geschäftsjahr sieht Bosch Rexroth durchaus auch positive Entwicklungen, zumal das Unternehmen in allen Phasen der Wertschöpfungskette der globalen Wirtschaft vertreten sei und damit weltweit alle Marktchancen für Wachstum nutzen könne.

Hieronimus: „Der weltweit forcierte Ausbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien wirkt belebend auf unser Geschäft.“ Mit einem neuen Werk in Nürnberg und dem Ausbau der Produktion am chinesischen Standort Peking erhöht Bosch Rexroth die Produktionskapazitäten für Windkraftgetriebe. Sowohl die amerikanische als auch die chinesische und indische Regierung fördern den raschen Ausbau der Windkraftanlagen, um sich von steigenden Energiekosten abzukoppeln und den CO2-Ausstoß zu vermindern. Bosch Rexroth will mit Getrieben und Antriebslösungen an diesem Marktwachstum teilnehmen.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden nicht heruntergefahren

Angesichts des steigenden Rationalisierungsdrucks in allen Industrien wird mit einer höheren Nachfrage nach innovativen Automatisierungslösungen gerechnet. „Gerade jetzt entwickeln unsere Kunden neue Maschinen- und Anlagenkonzepte“, bekräftigte Hieronimus. „Für genau diesen Bedarf rüsten wir uns mit Innovationen und halten die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf hohem Niveau.“ 2008 wendete die Bosch-Tochter rund 260 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung auf. Das entspricht 4,5% des Umsatzes, was wie in den vergangenen Jahren über dem Branchendurchschnitt liege.

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