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Druckluftwerkzeuge Neuartige Blaspistolen reduzieren Druckluftverbrauch

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Drucklufteffizienz ist nicht nur auf den Kompressorenraum beschränkt. Auch mit zeitgemäßen Druckluftwerkzeugen lässt sich der Verbrauch deutlich senken. Neben einem geringeren Energieeinsatz profitieren die Mitarbeiter zudem von weniger Lärm und besserer Ergonomie.

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Der Multiflex-Schwenkanschluss an der Blaspistole hält den Luftschlauch stets in der idealen Position und gleicht Biegespannungen aus, was die Arbeit erleichtert.
Der Multiflex-Schwenkanschluss an der Blaspistole hält den Luftschlauch stets in der idealen Position und gleicht Biegespannungen aus, was die Arbeit erleichtert.
(Bild: Atlas Copco)

Die Löt- und Schweißabteilung der Daikin Europe N.V. in Oostende fertigt in großen Stückzahlen alle Verrohrungen für den Bau von Klimageräten und Wärmepumpen, wie Atlas Copco berichtet. Ihre Herstellung erfordere neben einer ruhigen Hand vor allem viel Druckluft, weil die zahlreichen Lötstellen im Fertigungsprozess immer wieder gekühlt und gesäubert werden müssten. Zum Kalt- und Sauberblasen benutze Daikin Druckluftblaspistolen, ebenso für das Trockenblasen nach den Dichtigkeitsprüfungen im Wasserbad.

Veraltete Blaspistolen verbrauchen zu viel Druckluft

„Bei einem firmeninternen Energie- und Ergonomie-Audit identifizierten wir die 50 Blaspistolen in meinem Produktionsbereich als die größten Druckluftverschwender und Lärmverursacher“, berichtet Stijn Schelstraete, Produktionsverantwortlicher in der Löt- und Schweißabteilung der Daikin Europe N. V., laut Angaben von Atlas Copco. „Jede einzelne verbrauchte 10 l Druckluft in der Sekunde, weshalb wir uns nach sparsameren Modellen umschauten.“ Bei Atlas Copco Tools fand er die Alternative zu seinen veralteten Pistolen aus Metalldruckguss, wie es heißt. Aus fünf lieferbaren Typen habe sich Schelstraete für den Typ Ergogun 2601 entschieden, eine Blaspistole aus robustem Kunststoff. „Die wiegt gerade 110 g und hat nur noch einen Luftbedarf von 3,1 l/s, rund 70 % weniger als unsere alten Geräte."

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Der geringe Luftbedarf rühre von der sternförmigen Austrittsdüse her, die einen stärkeren Blasstrahl bei weniger Luftverbrauch ermögliche. Zudem senke diese Geometrie den Schalldruckpegel bei einem Arbeitsdruck von 6 bar auf unter 80 dB(A) gegenüber Lärmwerten von um die 90 dB(A) an herkömmlichen Blasdüsen. Die Betriebserfahrungen von Schelstraete bestätigten das: „Im Vergleich zu den alten Blaspistolen ist das Zischen deutlich leiser, und wir sparen eine Menge Energie.“ Da es für die Ergogun-Modelle als optionales Zubehör austauschbare Verlängerungsrohre von 300 und 500 mm Länge gebe, ließen sich selbst schwer zugängliche Stellen, zum Beispiel tiefe Sacklöcher, problemlos ausblasen.

Neue Blaspistolen sparen nicht nur Druckluft, sondern verbessern auch Ergonomie

Alle Arbeitsplätze in der Lötabteilung wurden in kurzer Zeit mit Ergogun-Blaspistolen ausgestattet, aber der Klimageräte- und Wärmepumpenhersteller ging laut Atlas-Copco-Mitteilung noch einen Schritt weiter: Statt gewöhnlichen Druckluftkupplungen hätten alle 50 Blaspistolen einen ergonomischen Multiflex-Schwenkanschluss bekommen. Dieses in alle Richtungen dreh- und schwenkbare Verbindungsstück halte den Luftschlauch stets in der optimalen Position und kompensiere Spannungen.

Egal, wie sich Bediener und Blaspistolen auch bewegten, in den Druckluftschläuchen könnten sich keine unangenehmen Biegespannungen mehr aufbauen, gegen welche die Werker bei konventionellen Luftanschlüssen anarbeiten müssten. „Durch weniger Druckluftverbrauch und bessere Ergonomie haben sich die Ergogun-Blaspistolen und Multiflex-Schwenkanschlüsse schon nach wenigen Wochen bezahlt gemacht“, versichert Schelstraete.

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