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Antistatika für Elastomerteile Neue Beschichtung wischt der Elektrostatik eins aus!

| Autor / Redakteur: Nadine Hermann / Peter Königsreuther

Elastomerdichtungen sind ideale Verlustverhinderer, doch verschleißen sie durch Reibung und laden sich außerdem elektrostatisch auf. Das senkt die Lebensdauer. Eine neue Beschichtung verhindert das...

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OVE Plasmatec hat eine neue, leitfähige Beschichtung names OVE40SL entwickelt, die bei Elastomerteilen, Wie diesen O-Ringen, den Reibwert reduziert und die Widerstandsfähigkeit erhöht.
OVE Plasmatec hat eine neue, leitfähige Beschichtung names OVE40SL entwickelt, die bei Elastomerteilen, Wie diesen O-Ringen, den Reibwert reduziert und die Widerstandsfähigkeit erhöht.
(Bild: OVE Plasmatec)

Ob als O-Ringe oder Formdichtungen sorgen Elastomerdichtungen für einen sehr hohen und zuverlässigen Abdichtungseffekt von Flüssigkeiten oder Gasen. Zwei Phänomene aber beeinträchtigen die Lebensdauer dieser Bauteile: statische Aufladung und hohe Reibwerte im System. Es gibt zwar schon Beschichtungen und andere Möglichkeiten, um beide Probleme abzumildern, doch sind diese oft aufwendig oder für Elastomere nicht geeignet. OVE Plasmatec ist Spezialist für die Entwicklung derart funktioneller Beschichtungen. Schon länger existiert deshalb eine Type namens OVE10T, die gegen die Phänomene wirkt. Doch mit der OVE40SL-Beschichtung gibt es jetzt einen Newcomer, der den Vorgänger ganz deutlich aussticht. Warum und wie das klappt, sowie alles, was man über elektrostatische Aufladung wissen sollte, ist Inhalt des folgenden Beitrags.

Spaßig, wenn Haare fliegen, problematisch bei Dichtungen

Wer kennt sie nicht, die Begleiterscheinungen elektrostatischer Aufladung. Was Haare zum Fliegen bringt und im Alltag eher als Spaß betrachtet wird, ist in technischen Anwendungen ungern gesehen. Statische Aufladung von Bauteilen kann zu unterschiedlichen, manchmal nur unerfreulichen aber durchaus auch schädlichen Effekten führen. Reiben Elastomerbauteile aneinander oder an anderen Materialien, können sie sich elektrostatisch aufladen. Bei manchen Werkstoffen zeigen sich negative Auswirkungen schon früh. Bereits nach der Produktion, wenn Dichtungen verpackt werden, kleben sie durch die Aufladung aneinander oder an den Beuteln und wollen sich beim Ausschütten nicht von der Verpackung lösen.

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Endlich ausgepackt, ziehen sie sofort Staub und anderen Schmutz aus der Umgebung an und sind dadurch, ohne zusätzliches Reinigen, so manches Mal untauglich für sauberkeitskritische Anwendungen. Die statisch aufgeladenen Dichtungen lassen sich in Vibrationswendelförderern dann meist nur schwer vereinzeln und durch anhaftende Teile stockt die Zuführung in Montageanlagen. Stillstand und lange Durchlaufzeiten sind die Folge. In einzelnen Fällen können sich die Ladungen der Bauteile sogar aufschaukeln und sensible elektronische Bauteile der Peripherie stören oder schädigen.

Standardelastomere leiten keinen elektrischen Strom

Elastomere sind standardmäßig nicht oder nur geringfügig leit- oder ableitfähig. Unabhängig davon, über welchen Wirkmechanismus eine elektrostatische Aufladung bei den verschiedenen Bauteilen entsteht, sie lässt sich unter reellen Bedingungen nicht verhindern. Ziel jeglicher Maßnahmen ist es also, die Erzeugung statischer Elektrizität durch rasches Ableiten zu minimieren. Die Auswahl der geeigneten Ableitmethode für ein Bauteil hängt in erster Linie von dessen eigener, elektrischer Leitfähigkeit ab. Verschiedene Möglichkeiten versprechen dabei mehr oder weniger Erfolg.

So können beispielsweise Antistatika, Entladesysteme oder die Erdung von Maschinenelementen helfen. Damit lassen sich Dichtungen während der Montagevorgänge zwar neutralisieren, jedoch ein nachträgliches Aufladen in der Anwendung nicht verhindern. Sind nur einige Dichtelemente betroffen,sind zielgerichtete, teilespezifische Methoden häufig sinnvoller als die aufwendige Umrüstung kompletter Produktions- oder Montagebereiche.

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