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Aktueller Technikstandard Normen und Richtlinien: Was 2014 wichtig wird

Redakteur: Victoria Sonnenberg

Damit Normen weiterhin effiziente Produktionsabläufen schaffen und durch eine gleichbleibende Produktqualität für Vertrauen bei den Endverbrauchern und für Wettbewerbsfähigkeit sorgen, sollten Sie sich auf dem Laufenden halten. Einige wichtige Neuerungen finden Sie hier:

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Normen und Richtlinien auf einen Blick.
Normen und Richtlinien auf einen Blick.
(Bild: © fotomek - Fotolia)

Maßhaltigkeit von Kunststoff-Formteilen – die neue DIN 16742 – Toleranzbewusste Produktgestaltung in der Kunststofftechnik

Die Anzahl von Kunststoff-Formteilen nimmt in der technischen Produktentwicklung stetig zu. Viele Konstrukteure sind jedoch mit einer toleranzbewussten Produktgestaltung überfordert, da sie häufig noch „in Metall“ denken und somit gegen grundlegende Konstruktionsregeln für Kunststoff-Formteile verstoßen. Die Folge sind zum Beispiel übertriebene Genauigkeiten, sogenannte „Angst-Toleranzen“. Solche implizieren zusätzliche Kosten, ohne die Qualität nennenswert zu steigern. Zudem sind unnötige Rechtstreitigkeiten zwischen Kunde und Lieferanten vorprogrammiert, da die geforderten Toleranzen vielfach nicht eingehalten werden können.

Mit der voraussichtlich im September 2013 erscheinenden neuen DIN 16742 „Kunststoff-Formteile; Toleranzen und Abnahmebedingungen“ erfolgt mit Blick auf die Produktgestaltung in der Kunststofftechnik eine wichtige Zäsur. Die Norm liefert – nach dem die DIN 16901 zurückgezogen wurde – die Vorgaben für ein kunststoffgerechtes Konstruieren, Tolerieren und Fertigen. Sie stellt die technischen Parameter auf dem neuesten Stand bereit und trägt damit zur Optimierung des gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozesses bei.

Die neuen Stahlbau-Normen DIN EN 1993-1 und DIN EN 1090-1 und -2

Mit der Einführung der Eurocodes ist auch die Bemessung, Konstruktion und Ausführung von Stahlbauten nach DIN EN 1993 und DIN EN 1090 verpflichtend. DIN EN 1993 und DIN EN 1090 ersetzen die alten nationalen Grundnormen der DIN 18800 sowie weitere zahlreiche Technische Regeln im Stahlbau. Die Praxis steht damit nicht nur einem vollständig neu organisierten Regelwerk gegenüber, sondern auch vielen Neuerungen im Detail. Verschiedenste Erweiterungen, beispielsweise in der Stabilitätsbemessung, bei den Anschlüssen, in der Ermüdung, wie auch der nunmehr erheblich größere Detailumfang mit expliziten Regeln in der Ausführung eröffnen zwar neue Möglichkeiten, jedoch erfordern sie auch ein sicheres Navigieren.

Neue Werkstoffnormung und neue Werkstoffbezeichnungen für metallische Werkstoffe in Europa

Zurzeit werden für 27 europäische Staaten die nationalen Normen in europäische Normen umgewandelt. Dieser Vorgang ist weitgehend abgeschlossen. Es werden die teilweise recht komplizierten und nicht systematisch geordneten Normen in sinnvoller Reihenfolge zusammengefasst. Die Namensgebung bei den Stahl-Werkstoffen ist abhängig vom Verwendungszweck. Die auf der englischen Sprache basierende Normung sieht für Baustähle die Kurzform S, für Druckbehälterstähle P und für Maschinenbaustähle E vor.

Des Weiteren ist für diese Stähle die Streckgrenze zur Namensgebung herangezogen worden. Das gilt sowohl für Flachprodukte, Langprodukte und für Rohre. Bei legierten Stählen ist die chemische Zusammensetzung, zum Teil mit Multiplikatoren, als Grundlage für die Namensgebung vorgesehen. Bei den hochlegierten Stählen wurde sinnvollerweise das bisherige Bezeichnungssystem nach der Werkstoffnummer beibehalten. Im Bereich dieser Werkstoffe gibt es gravierende Änderungen. So ist der Stahl S355J2 nicht mehr automatisch normalisiert (den in Deutschland entwickelten St52-3, der dem gleichwertig war, gibt es nicht mehr). Es gibt Klassen für die Verzinkbarkeit. Das Kohlenstoffäquivalent nach IIW-Formel muß grundsätzlich angegeben werden. Die Dickenbereiche und die mechanischen Eigenschaften wurden harmonisiert.

Einige Werkstoffgruppen werden mit Dickenbereichen hereingenommen, die wahrscheinlich niemals gewalzt werden können. Im Rohrbereich gab es gravierende Neufestlegungen. Zum Beispiel wird zur Namensgebung nur noch der Außendurchmesser herangezogen. Außerdem wurden Blöcke gebildet von Baustählen bis Edelstählen mit der Unterscheidung nahtlos und geschweißt. Manche Veränderungen sind als positiv zu bezeichnen, manche sind technisch und intellektuell nicht nachzuvollziehen. Im Bereich der NE-Werkstoffe hat man die bisherige Bezeichnung mithilfe der 5-stelligen Werkstoffnummern nicht beibehalten, sondern beispielsweise im Aluminiumbereich auf das amerikanische Bezeichnungssystem zurückgegriffen.

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