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Carl Cloos Schweißtechnik Offline-Programmierung ermöglicht Austausch von Schweißprogrammen

| Autor / Redakteur: Walter Lutz / Rüdiger Kroh

Auf einem 11-achsigen Robotersystem werden die Ober- und Unterteile von Federelementen im MAG-Verfahren geschweißt. Dank der Roboplan-Software lassen sich die Schweißprogramme offline erstellen und per Mail an den anderen Standort übermitteln.

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Mit sechs internen und fünf externen Achsen erreicht der Romat-Schweißroboter alle Schweißpositionen des Bauteils. Bild: Cloos
Mit sechs internen und fünf externen Achsen erreicht der Romat-Schweißroboter alle Schweißpositionen des Bauteils. Bild: Cloos
( Archiv: Vogel Business Media )

Was haben die Besuchertribüne im deutschen Reichstag und die schnelllaufende Exzenterpresse eines Automobilzulieferers gemeinsam? Beide sind mit anwendungsspezifischen Schwingungsdämpfern des Berliner Herstellers Gerb ausgerüstet, um ungewollte und schädliche Schwingungen sicher zu eliminieren. Mit etwa 400 Mitarbeitern, 140 davon in Berlin, macht die Firmengruppe Gerb mit Fertigungsstandorten in Deutschland, Frankreich, Brasilien, Indien und China gut 40 Mio. Euro Jahresumsatz.

Schwingungstilger von Gerb weltweit im Einsatz

„Manchmal mussten wir schon Feuerwehr spielen, wenn die Planer auftretende Schwingungen unterschätzt hatten“, sagt Geschäftsführer Christoph von Waldow. Dass die berühmte Millenium-Bridge in London heute gefahrlos begehbar ist und wackelfreie Fernsehbilder von der Besuchertribüne des deutschen Bundestages übertragen werden können, geht auf das Kompetenzkonto des Unternehmens. Denn dort sind spezielle Schwingungstilger aus Berlin im Einsatz.

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Die Feder- und Dämpferelemente gibt es in Ausführungen bis 1250 mm × 850 mm Grundfläche und 650 mm Höhe. Bis zu 1,5 t schwer sind diese Bauteile, die bis 210 t Tragfähigkeit haben. „Bei Ausführungen mit Dämpfung sorgt eine spezielle Visco-Masse zusammen mit genau abgestimmter Dämpfergeometrie dafür, dass Schwingungen wirkungsvoll zur Ruhe gebracht werden“, erläutert Fertigungsleiter Torsten-Uwe Tag.

Zwei identische Schweißroboter in zwei Werken machen flexibel

Das Unternehmen nutzt sein Werk in Frankreich auch als verlängerte Werkbank, wenn die Kapazitäten in Berlin nicht ausreichen. „Dazu haben wir zwei identische Schweißroboter hier und einen in Saint Nazaire installiert, um Aufträge flexibel hier wie da abzuwickeln“, erklärt der Fertigungsleiter.

Weil die Cloos-Roboter mit der Roboplan-Software ausgestattet sind, lassen sich Schweißprogramme offline erstellen und per Mail an den anderen Standort übermitteln. „In der Praxis werden bis zu 90% der Programmierung nach der CAD-Konstruktion am PC erledigt“, so Tag.

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