Teilereinigung

Optimierte Prozesse bei der Teilereinigung mit geringer Tensidreserve

09.05.2008 | Autor / Redakteur: Daniel Schümann / Josef-Martin Kraus

Bild 1: Automatische Überwachung eines Reinigungsbads für Metallteile. Kontinuierlich gemessen wird die Oberflächenspannung. Sie ist ein Maß für die Reinigungswirkung des Bads bei der Teilereinigung.
Bild 1: Automatische Überwachung eines Reinigungsbads für Metallteile. Kontinuierlich gemessen wird die Oberflächenspannung. Sie ist ein Maß für die Reinigungswirkung des Bads bei der Teilereinigung.

Die Teilereinigung bietet Optimierungspotenzial. Der Ansatz dazu liegt in der Überwachung der Tensidkonzentration und der Sauberkeit der gereinigten Teile. Eine automatische Konzentrationsmessung ermöglicht, auf das oft praktizierte starke Überdosieren des Reinigungsbads zu verzichten. Eine kontinuierliche Sauberkeitskontrolle liefert Werte für eine schnell angepasste Tensiddosierung.

Eine qualitativ hochwertige Oberflächenbehandlung oder -beschichtung setzt bei Metallteilen nach der Formgebung eine definierte Bauteilsauberkeit voraus. Werden Bauteile unzureichend gereinigt, führt das zu Mängeln bei der Oberflächenqualität. Folgeschäden und hohe Kosten können das Ergebnis sein. Die Aufgabe der Teilereinigung ist die Öl-, Fett- und Partikelentfernung. Dazu sind bei der wässrigen Teilereinigung eine hohe Verfahrenssicherheit und somit stabile Verhältnisse der Zustandsgrößen der Bäder erforderlich. Zu den wesentlichen Kenngrößen, die einen Badzustand bei der Teilereinigung charakterisieren, gehören die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit, die Schmutzkonzentration sowie die Konzentrationen der eingesetzten Reinigerkomponenten Builder und Tensid (Netzmittel).

Um aus Sicherheitsgründen eine Reserve zur Reinigungskraft in den Bädern zu gewährleisten, werden derzeit die Reinigerkomponenten oft stark überdosiert. Das kontinuierliche Überwachen der Reinigerkonzentration ermöglicht eine verbrauchsgerechte Dosierung und damit eine wirtschaftliche und ökologische Optimierung der Reinigungsprozesse.

Mit dem Optimierungsprozess verfolgt man folgende Ziele bei der Teilereinigung: eine Kostenverringerung beim Reinigereinsatz, das Vermeiden von Anreicherungen der Reinigerbestandteile in den nachfolgenden Spülbädern, das Verlängern der Badstandzeiten und eine Kostenreduzierung bei Wasser und Abwasser.

Im Verbund mit einer nachgeschalteten Sauberkeitskontrolle der Teile sorgt ein kontinuierliches Überwachen der Badzustandsgrößen für eine nachhaltige Steigerung der Verfahrenssicherheit bei der Teilereinigung. Dadurch können eine unzureichende Teilesauberkeit und deren Ursachen rechzeitig erfasst und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden.

Überwachen der Tensidkonzentration während der Teilereinigung

Für das Überwachen und Nachdosieren des Builders lässt sich dessen Konzentration hinreichend genau durch Messen der Leitfähigkeit oder durch Säure-Base-Titration bestimmen. Mit der Messgröße „Oberflächenspannung“ ist das Überwachen der Tensidkonzentration und damit ein verbrauchsangepasstes Nachdosieren möglich.

Die dazu verwendeten Blasendrucktensiometer von Sita erfassen auf diese Weise die Konzentration der freien, reinigungsaktiven Tenside. Für die Online-Überwachung und das automatische Dosieren der Netzmittel hat sich das Prozessmessgerät Sita Clean Line ST weltweit am Markt etabliert (Bild 1). Für schnelle und einfache Messungen sowie Analysen zur Badüberwachung am Prozess sind das mobile Tensiometer Sita Pro Line t15 und das Handtensiometer Sita Dynotester geeignet.

Zum einfachen Kontrollieren von Metalloberflächen auf filmischen Restschmutz hat Sita ein Fluoreszenzmessgerät (Sita Cleanospector) entwickelt (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Dieses Gerät erfasst die Schmutzschicht durch Anregung deren Fluoreszenz mit Licht im UV-Bereich.

 

Mehr Einfachheit beim Messen

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