VDMA Ostdeutscher Maschinenbau gibt Gas

Redakteur: Stéphane Itasse

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau befindet sich weiter auf der Überholspur. Das ergab laut eigener Mitteilung die Konjunkturumfrage für das zweite Quartal 2011 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

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Die Auslastung der ostdeutschen Maschinenbauer ist stark gestiegen. (Bild: Erhardt + Abt Automatisierungstechnik)
Die Auslastung der ostdeutschen Maschinenbauer ist stark gestiegen. (Bild: Erhardt + Abt Automatisierungstechnik)

„Wichtige Indikatoren wie die Kapazitätsauslastung, die Umsatzrenditen und Personalplanungen entwickeln sich positiv. Damit hat sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate gefestigt“, erläutert Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Ostdeutsche Maschinenbauer etwas pessimistischer

Dennoch beurteilen die befragten Unternehmen ihre Geschäftsaussichten etwas schlechter als bisher. 92 von 100 Unternehmen erwarten in den kommenden drei Monaten bessere oder gleichbleibende Geschäfte – im ersten Quartal waren es noch 96. Nach oben zeigen indes die Personalplanungen: 42% der Firmen wollen in den kommenden sechs Monaten Mitarbeiter einstellen, lediglich 4% planen einen Stellenabbau.

Die durchschnittliche Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten lag mit 91% erstmals seit Ende 2008 wieder über der 90-Prozent-Marke. Bereits mehr als ein Drittel der befragten Firmen verzeichnete eine Voll- oder Überauslastung.

Auftragsvorlauf im ostdeutschen Maschinenbau steigt stark

Darüber hinaus ist die Zahl der Unternehmen mit einem Auftragsvorlauf von mindestens einem halben Jahr stark gestiegen (zweites Quartal 2011: 33% – erstes Quartal 2011: 26%). Nach wie vor besonders schwierig gestalte sich indes die Lage im Druck- und Druckverarbeitungsgewerbe.

Eine konstante Aufwärtsentwicklung zeigt sich auch bei der Umsatzrendite. 83 von 100 Firmen und damit reichlich 1% mehr als im ersten Quartal 2011 erreichten eine Rendite über 0%.

Zulieferer bereiten den ostdeutschen Maschinenbauern Probleme

Allerdings beklagen zahlreiche Unternehmen, dass Aufträge nach wie vor nur schleppend, dann aber zu kaum realisierbaren Wunschterminen an Zulieferer vergeben werden. „Als besonders problematisch erweisen sich dabei die langen Lieferzeiten bei der Materialbeschaffung“, weiß Pätz. „Aber auch die Zahlungsforderungen von Kunden und Zulieferern sind fragwürdig. Unsere Maschinen- und Anlagenbauer müssen immer öfter hohe finanzielle Vorleistungen eingehen und lange Zahlungsziele akzeptieren. Das kann schnell zu unverschuldeten Liquiditätsengpässen führen.“

Schwierigkeiten bereiten darüber hinaus der immense Preisdruck, die steigenden Beschaffungs-, Material- und Energiekosten sowie die Suche nach geeigneten Auszubildenden, Facharbeitern, Ingenieuren und qualifizierten Leiharbeitern. Die Ereignisse in Japan und Nordafrika hingegen wirken sich weiterhin kaum auf die Geschäfte aus. Wenn überhaupt, wird es einen zeitverzögerten Umsatzrückgang geben, da viele ostdeutsche Unternehmen lediglich indirekt exportieren.

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