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Hazet und Matplus

Pfiffiges Werkstoff-Know-how schafft stärkste Knarre aller Zeiten

| Redakteur: Peter Königsreuther

Werkzeughersteller Hazet und Werkstoffspezialist Matplus, heißt es, kooperieren weiter, denn Ersterer will computerunterstützte Werkstoffsimulationen in Zukunft wieder nutzen, um innovative Werkzeuge zu entwickeln. Ein Ergebnis davon ist eine besonders robuste Knarre für Montagearbeiten.

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Per werkstoffwissenschaftlichem Ansatz generierte Montagepower: Die Umschaltknarre 916 HP von Hazet wurde in Kooperation mit den Werkstoffexperten von Matplus zur, wie es heißt stärksten Knarre entwickelt, die Hazet je gebaut hat.
Per werkstoffwissenschaftlichem Ansatz generierte Montagepower: Die Umschaltknarre 916 HP von Hazet wurde in Kooperation mit den Werkstoffexperten von Matplus zur, wie es heißt stärksten Knarre entwickelt, die Hazet je gebaut hat.
( Bild: Hazet / Th. Stickdorn )

Um Schraubverbindungen festzuziehen oder zu lösen, werden im Maschinen- und Werkzeugbau oder bei Montagearbeiten die bekannten Knarren eingesetzt. Sie erleichtern die Arbeit auf begrenztem Arbeitsraum, heißt es weiter. Vor allem aber müssten sie in anspruchsvollen Einsatzbereichen auch entsprechend hohen Kräften standhalten. Die High-Performance-Umschaltknarre 916 HP ist nach Angaben von Hazet nun „die stärkste vom Unternehmen je gebaute ihrer Art. Hazet, ein Anbieter für Qualitätswerkzeuge hat daraufhin, heißt es, einmal mehr den „Eisen Innovations-Award“ gewonnen. Daran beteiligt, waren auch die Werkstoffexperten von Matplus. Sie unterstützten die langjährigen Kompetenzen von Hazet mit modernstem werkstofftechnischem Wissen.

Wettbewerbsvorteile durch Werkstoffsimulation

Die Entwicklung basiere auf den Engineering-Erfahrungen von Hazet in puncto Struktur-, Topologie- und Bewegungsanalyse. Das Ergebnis im Falle Hazet ist nun eine Knarre mit einer extremen Belastungsgrenze von 1000 Nm und einer außerordentlich hohen Leistungsfähigkeit bei einer hochfeinen Verzahnung von 90 Zähnen, erklären die Experten. Das ermögliche einen geringen Schwenkwinkel von 4°, der einen noch besseren Einsatz in engsten Bauräumen erlaube. Durch die hochpräzise Fertigung am Standort Remscheid ist laut Aussage von Hazet ein Werkzeug entstanden, das durch seine Langlebigkeit und Praxistauglichkeit besticht.

Optimale Balance aus Festigkeit und Duktilität

Hazet hatte bei der Entwicklung das Ziel vor Augen, die Festigkeit der Knarre im Vergleich zu existierenden Stand der Technik, um mindestens 20 % zu steigern. Dazu wurde eine Istaufnahme der heutigen Materialien berechnet, simuliert und getestet. „Durch eine rechnergestützte Auslegung der Stähle in Verbindung mit einer optimierten Wärmebehandlung in Zusammenarbeit mit Matplus gelang es, eine Balance aus Festigkeit und Duktilität zu schaffen, die noch deutlich darüber hinaus geht“ erklärt Dr. Uwe Diekmann, Geschäftsführer der Matplus GmbH.

Gezielte Variation der chemischen Werkstoffzusammensetzung

Bei der Entwicklung einer neuen Werkstoffauslegung arbeitet Matplus, wie es heißt, mithilfe von Werkstoffdatenbanken und Simulationssystemen und mit gezielten Variationen der chemischen Zusammensetzung von Stählen, während gleichzeitig die Wärmebehandlung der Werkstoffe optimiert wird. „Die rechnergestützte Werkstoffoptimierung seitens Matplus hat einen wichtigen Beitrag für das neue Produkt geleistet“, unterstreicht Dipl.-Ing. Guido Schmidt, Geschäftsführer bei der Hazet-Werk – Hermann Zerver GmbH & Co.KG, den Beitrag von Matplus zu diesem Erfolg.

Erfolgreiche Transformation der Theorie in die Praxis

Die Werkstoffdatensimulation ist dabei der Schlüssel für die Entwicklung innovativer neuer Werkstoffe, betont Diekmann. „Wir freuen uns, dass unsere zunächst theoretisch klingenden Ansätze auch im Mittelstand zu sehr guten praktischen Lösungen führen.“ Durch ein umfassendes Verständnis für den Werkstoff haben sich Produkt und Verarbeitungsprozesse optimieren lassen. Hazet will die Vorteile moderner Werkstofftechnologie nun auch in Zukunft nutzen. Auf Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit in diesem Projekt haben die beiden Spezialisten eine strategische Kooperation vereinbart, um auch in anderen Werkzeugsegmenten neue Technologien zum Einsatz zu bringen. Man darf gespannt sein...

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