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Werkzeug Ironmaster Planfräser für Gusseisenwerkstoffe

Redakteur: Andrea Gillhuber

Kennametal bringt mit dem Mill 16 einen Planfräser auf den Markt, mit dem sich auch schwer zu bearbeitende Gusseisenwerkstoffe mühelos zerspanen lassen. Dafür sorgen oktogonale, 2-seitige Wendeschneidplatten mit je 16 Schneidkanten.

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Kennametals Mill 16 verfügt über eine Keilklemmung, eine Plattensitz- und Schneidkanten-Nummerierung und großzügige Spankammern für eine verbesserte Spanabfuhr bei der Schruppbearbeitung
Kennametals Mill 16 verfügt über eine Keilklemmung, eine Plattensitz- und Schneidkanten-Nummerierung und großzügige Spankammern für eine verbesserte Spanabfuhr bei der Schruppbearbeitung
(Bild: Kennametal)

Vor allem in der Automobilindustrie setzt sich vermehrt Gusseisen mit Vermiculargraphit, sprich: Compacted Graphit Iron – CGI, gegenüber den traditionellen Eisenwerkstoffen wie Grauguss und Kugelgraphitguss durch. Der auch mit der Abkürzung GGV bezeichnete Werkstoff bietet gegenüber den bekannten Materialien zum Teil bessere mechanische Eigenschaften. Der Nachteil von CGI: Das Material ist schwieriger zu Zerspanen.

Marcelo Campos, Senior Global Product Manager und zuständig für die Fräsbearbeitung mit Wendeschneidplatten-Werkzeugen bei Kennametal, erklärt die Herausforderungen des Materials: „Im Vergleich zu Grauguss hat Gusseisen mit Vermiculargraphit ein geringeres Gewicht und eine größere Festigkeit. Es eignet sich damit bestens für Bauteile, die sowohl thermischer als auch mechanischer Belastung ausgesetzt sind, wie Zylinderblöcke und Zylinderköpfe für Personen- und Lastkraftwagen, Abgaskrümmer und Teile von Bremsen. Ebenso wie andere Gusseisenwerkstoffe ist Gusseisen mit Vermiculargraphit jedoch ziemlich abrasiv und schwer zu zerspanen.“

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Daher entwickelte Kennametal den Mill 16. Bei dem Planfräser kann zwischen Fräserkörpern mit mittlerer und enger Teilung gewählt werden. Der Fräserkörper ist mit einer innovativen Keilklemmung ausgestattet. Dadurch verringern sich die Rüst- und Stillstandzeiten. Jeder Plattensitz des Fräserkörpers und jede Schneidkante der Wendeschneidplatten ist mit einer Nummer versehen. Kernstück des Mill 16 ist eine oktogonale, 2-seitige Wendeschneidplatte mit 16 effektiven Schneidkanten. Die Oberseite jeder Schneidkante verfügt über einen Spanbrecher für positive Spanwinkel und eine verbesserte Spankontrolle. Auch die angefaste Kantenausführung der Klemmkeile trägt zu einer verbesserten Spanabfuhr bei. Verfügbar ist der Planfräser mit einem Durchmesser von 50 mm bis 250 mm. Die maximale axiale Schnitttiefe AP1 gibt das Unternehmen mit 5,5 mm an, Allerdings sind auch Schnitttiefen von 9 mm oder mehr möglich. Aufgrund der geringen Schnittkräfte des Fräsers ist ein radialer Eingriff von 100 % möglich. Alle Fräser verfügen über eine interne Kühlmittelzufuhr.

Neu ist auch die Hartmetall-Ausführung. Bei Kennametals Hartmetallsorte KCK20 wird auf ein verschleißfestes Substrat eine dicke PVD-AlTiN/AlTiCrN-Beschichtung aufgebracht. Dadurch erhöht sich die durchschnittliche Werkzeugstandzeit im Vergleich zu Sorten mit TiAlN-Beschichtung um 30 %.

Aufgrund der Schneidkantenausführungen und -formen sowie unterschiedlicher Eckradien und verschiedener Schneidstoffsorten eignet sich Mill 16, auch Ironmaster genannt, neben der Schruppbearbeitung auch zum Vorschlichten für unterschiedlichste Zerspanungsbedingungen. Durch die in der Schneidplatte integrierte Schlichtfase werden beim Feinschlichten Oberflächengüten von Ra 3,2μm erreicht.

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