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Werkstücktransfer

Platinen- und Teilehandling an Pressen simulieren

| Autor/ Redakteur: Peter Springfeld / Rüdiger Kroh

Bei der Inbetriebnahme einer Pressenlinie muss auch der Werkstücktransfer neu eingerichtet werden. Dabei kommt es besonders auf die Synchronisation der Teile- und Werkzeugbewegungen an. Mit Simulationsmethoden kann das Einrichten der Greifer beschleunigt werden.

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Simulation der Pressenbeschickung mit Robotern.
Simulation der Pressenbeschickung mit Robotern.
( Bild: Bilsing )

Bei mehrstufigen Umformprozessen müssen die Zuführung der Platinen, die Weitergabe der Werkstücke von einem Werkzeug zum nächsten sowie die Ausschleusung der fertigen Umformteile aus dem Umformprozess akribisch aufeinander abgestimmt werden. Diese Synchronisation der Teile- und der Werkzeugbewegungen in den Pressen lässt sich nach herkömmlicher Art in der Einfahr- und Inbetriebnahmephase durchführen oder mit den Mitteln der Simulation optimieren. Diese Simulation bietet eine Reihe von wirtschaftlichen Vorteilen.

Mit Simulationssoftware Delmia Werkstückhandling auslegen

Wenn eine Pressenlinie in Betrieb geht oder ein Produktwechsel in einer bestehenden Anlage stattfindet, muss auch der Werkstücktransfer neu eingerichtet werden. Die Feineinstellung des neuen Werkstücks auf der produzierenden Pressenanlage dauert länger als eine parallel zum Fertigungsprozess stattfindende Feineinstellung der Greifer auf Try-out-Pressen oder auf einer Simulatorstation.

„Noch schneller, kostengünstiger und sicherer“, betont Romain Bournet, Verkaufsleiter der französischen Niederlassung der Bilsing Automation GmbH, „erfolgt das Einrichten der Greifer mit Simulationsmethoden. Mit der Simulationssoftware Delmia sind wir in der Lage, den Istzustand der Werkzeugbewegungen zu analysieren, das Werkstückhandling auszulegen und Optimierungen des Prozessablaufs vorzunehmen.“

Bei neuen Pressenanlagen können alle zur Simulation der Bewegungen sowie zur Auslegung der Greiferwerkzeuge notwendigen 3D-Daten aus den jeweiligen 3D-Konstruktionszeichnungen der Pressen sowie der Umformwerkzeuge generiert werden. „Bei bestehenden Pressenanlagen ist der Aufwand etwas höher”, erklärt Bournet. Dort würden die entsprechenden 3D-Daten erst einmal erfasst. Dazu scanne man die Werkzeuge der einzelnen Pressen in der Linie mit einer Video-Ausrüstung.

Positionierung der Werkstücke liegt im Toleranzbereich von 1 bis 3 mm

„Bei Jaguar haben wir beispielsweise für das Scannen von drei Pressen einschließlich der Werkstückzu- und -abführung nur fünf Stunden gebraucht und waren im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren rund zwei Wochen eher fertig”, erläutert der Verkaufsleiter. „Die Datenerfassung ist so genau, dass nach Fertigstellung der Pressenverkettung die Positionierung der Werkstücke im Toleranzbereich von 1 bis 3 mm liegt. Auf der Grundlage der generierten Daten erfolgt die Konstruktion der Greifer für die Verkettungsroboter.“

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