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Werkzeugbeschichtung PPD-Technik macht dem Hartverchromen Konkurrenz

| Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Mit der zweiten Generation der PPD-Technik erhält das Hartverchromen verstärkt Konkurrenz beim Beschichten großer Formwerkzeuge. Im Fokus der Weiterentwicklung standen Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Aufgrund der Langlebigkeit der Schichten müssen die Werkzeuge nur einmal behandelt werden.

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Der PPD-Prozess wird unter anderem als Dienstleistung angeboten. Dazu gehört auch das Oberflächenfinish und die Oberflächenkontrolle, etwa an einem Presswerkzeug.
Der PPD-Prozess wird unter anderem als Dienstleistung angeboten. Dazu gehört auch das Oberflächenfinish und die Oberflächenkontrolle, etwa an einem Presswerkzeug.
(Bild: Oerlikon Balzers)

Oerlikon Balzers hat die nächste Generation der PPD-Anlagentechnik (Pulsed Plasma Diffusion) auf den Markt gebracht. Als Alternative zum Hartverchromen soll die Entwicklung bei der Beschichtung großer Formwerkzeuge Maßstäbe setzen. Hervorgehoben werden Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Die Markteinführung sei ein Meilenstein in der Substitution umweltproblematischer Substanzen in Beschichtungsprozessen.

PPD-Technik basiert auf Wasserstoff, Stickstoff und Elektrizität

Heutzutage werden die meisten Werkzeuge zum Umformen von Blechen beschichtet, vor allen in der Automobilindustrie. Der Gründe dafür liegen im Verschleißschutz und in der Steigerung der Leistungsfähigkeit. Am meisten verbreitet ist dabei die Hartverchromung. Mit dem PPD-Prozess, der auf Wasserstoff, Stickstoff und Elektrizität basiert, hat sie einen umweltverträglichen Wettbewerber erhalten, dessen Weiterentwicklung nach Angaben von Oerlikon Balzers zu folgenden Ergebnissen führt:

  • Ein höherer Automatisierungsgrad sowie Prozess- und Anlagenanpassungen haben die Beschichtungseffizienz um 40 % gesteigert und den Energieverbrauch um 30 % reduziert.
  • Formwerkzeuge müssen über die gesamte Standzeit hinweg nur ein Mal beschichtet werden. Dadurch ergibt sich ein Kostenvorteil von bis zu 65 % im Vergleich zum Hartverchromen.
  • Mit dem PPD-Prozess erhalten Oberflächen eine deutlich höhere Oberflächenqualität als verchromte Werkzeuge. Dadurch wird der Nachbearbeitungsbedarf der geformten Karosserieteile drastisch reduziert.
  • Die langlebige PPD-Oberfläche ist wartungsarm, was die Werkzeugausfallzeiten vermindert und den Produktivitätsgewinne um bis zu 25 % erhöht.

Zweite Generation der PPD-Anlagentechnik erfüllt alle Anforderungen an vollautomatisiertes Beschichten

Die zweite Generation der PPD-Anlagentechnik erfüllt alle Anforderungen an einen vollständig automatisierten Beschichtungsprozess. Sie ermöglicht eine Beladungskapazität von 10 m × 3 m bei 40 t Gewicht. Damit können selbst größte Formwerkzeuge für die Automobilindustrie in einer sicheren und kontrollierten Gasatmosphäre behandelt werden. Die Beschichtungsanlagen seien die weltweit größten ihrer Art. Aufgrund der Weiterentwicklung der PPD-Anlagentechnik wird laut dem Prozess-, Anlagen- und Beschichtungsspezialisten die wachsende Nachfrage nach kosteneffektiven und umweltverträglichen Lösungen in der Automobilindustrie erfüllt.

Der PPD-Prozess steht derzeit an drei Standorten in Europa, Korea und Amerika zur Verfügung. Für dieses Jahr sind weitere Anlageninstallationen in China und Japan geplant. Jüngster Anwender der PPD-Technik ist das Balzers-Coating-Center in Pell City (Alabama/USA).

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