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Pressen Pressen-Retrofit verdoppelt die Ausbringung und erhöht die Flexibilität

Redakteur: Annedore Munde

Das Wachstum sorgt bei den Unternehmen der Metall verarbeitenden Industrie für volle Auftragsbücher - auch bei ZF Sachs in Schweinfurt. Bisher wurden auf einer Produktionslinie mit vier Pressen Komponenten für Nutzfahrzeuggetriebe gefertigt. Durch den umfassenden Pressenretrofit zeichnet sich die Anlage jetzt durch eine doppelte Ausbringungsleistung und flexible Einsatzmöglichkeiten aus.

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Pressenlinie bei ZF Sachs in Schweinfurt mit drei hydraulischen Schuler-Pressen und modernisierter Tiefziehpresse. Bild: Schuler
Pressenlinie bei ZF Sachs in Schweinfurt mit drei hydraulischen Schuler-Pressen und modernisierter Tiefziehpresse. Bild: Schuler
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Produktionslinie im Werk Schweinfurt fertigt ZF Sachs seit den 90er Jahren Gehäusedeckel für Nutzfahrzeuge. Bereits Anfang 2005 wurde die alte Produktionslinie durch eine neue Pressenlinie von Schuler ersetzt und durch eine vorhandene Tiefziehpresse ergänzt. In einem zweiten Schritt erfolgte nun die Modernisierung der Tiefziehpresse.

„Mit Schuler haben wir – wie schon bei der Pressenlinie – auf einen erfahrenen Partner gesetzt, bei dem wir sicher sein konnten, dass wir die Anlage innerhalb kürzester Zeit wieder anfahren können“, erklärt Bernd Burger, Projektverantwortlicher von ZF Sachs, mit Blick auf die hohe Nachfrage und die voll ausgelastete Produktion.

Technische Basis der neuen Produktionslinie ist eine hydraulische Pressenlinie. Diese besteht aus einer Kopfpresse mit einer Presskraft von 1600 t und zwei Pressen aus der SH-Baureihe mit jeweils 630 t Presskraft. Die drei Pressen sind durch einen elektronischen Drei-Achs-Transfer von Schuler verbunden.

Zusammen mit der neu ausgerüsteten Tiefziehpresse kann ZF Sachs die Anlage nun in zwei unterschiedlichen Betriebsarten nutzen. Im automatisierten Vier-Maschinenverbund werden der Tiefziehpresse Platinen mittels Feeder und Transfer zugeführt und durchlaufen anschließend die gesamte Anlage. Insgesamt konnte die Ausbringungsleistung in dieser Betriebsart verdoppelt werden. Zusätzliche Flexibilität garantiert der Betrieb als automatisierter Drei-Maschinenverbund, bei dem Platinen oder Formteile direkt in die zweite Presse eingelegt werden.

Gleichzeitig kann die Tiefziehpresse als Einzelpresse betrieben werden und durch Handeinlagebetrieb gegen die Durchlaufrichtung andere Bauteile produzieren. Dadurch kann ZF Sachs nach der Modernisierung ein größeres Teilespektrum auf der Anlage fertigen, als es bisher möglich war.

Anlagen-Retrofit erhöht Wirtschaftlichkeit der Pressen

Unter Wirtschaftlichkeitsaspekten spielt der Retrofit der Tiefziehpresse eine entscheidende Rolle. Schuler hat die gesamte Hydraulik der 800 t-Presse überarbeitet und sie mit neuer Elektrik und Steuerung ausgestattet.

Zudem wurde die Presse mit dem neu entwickelten modularen elektronischen Drei-Achs-Transfer ausgerüstet, der sich durch seine Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Anwendungsfälle für den Einsatz bei ZF Sachs eignet. Beispielsweise können durch seinen Direktantrieb einfahrseitig Magazinband und Platinenlader platzsparend direkt an der Presse angeordnet werden.

Darüber hinaus ist aufgrund der hohen Steifigkeit des neuen Transfers nur ein Schließkasten erforderlich. Dies führt ausgangsseitig dazu, dass die Tiefziehpresse für eine manuelle Bedienung zugänglich ist.

Pressen-Retrofit erhöht Nutzen bestehender Anlagen

Der Retrofit zeigt exemplarisch, wie Anwender aus ihrer bestehenden Anlagensituation einen maximalen Nutzen ziehen können. „Wegen der hohen Stahlpreise gilt momentan die Grundregel: Wenn die Mechanik des Grundgerüstes passt, können wir durch einen Retrofit die Leistung bewährter Anlagen so steigern, dass diese sich nahtlos in eine moderne Produktionsumgebung einfügen“, beschreibt Falk Plaschke, Projektleiter Service und Vertrieb bei Schuler, die Vorteile einer gezielten Neuausrüstung.

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