PLM-Systeme Product-Lifecycle-Management öffnet sich für weitere Akteure

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Ziel von PLM-Systemanbietern ist es, das digitale Product-Lifecycle-Management jedem Akteur innerhalb von Produktwertschöpfungsketten zugänglich zu machen. Mit dem Release 2012 der V6-PLM-Plattform peilt der PLM-Systemanbieter Dassault Systèmes dieses Ziel an.

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Rund 600 Teilnehmer kamen zum 3. PLM-Forum von Dassault Systèmes. (Bild: Dassault Systèmes)
Rund 600 Teilnehmer kamen zum 3. PLM-Forum von Dassault Systèmes. (Bild: Dassault Systèmes)

Highlight des 3. PLM-Forums von Dassault Systèmes war das Release 2012 der V6-PLM-Plattform. Damit verstärkt der PLM-Systemanbieter den Anspruch, eine offene Product-Lifecycle-Management-Plattform für die bereichs- und betriebsübergreifende Zusammenarbeit bereitzustellen.

PLM-System integriert Engineeringdaten aus CAD/CAM-Systemen

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Datenmanagementsystem Enovia V6. Es ermöglicht, Engineeringdaten aus CAD/CAM-Systemen wie Catia V5, Solidworks, Pro/Engineer und Solid Edge zur Verfügung zu stellen. Dadurch sind zum Beispiel Hybridstrukturen aus Catia-V5-, Catia-V6- und Solidworks-Modellen zugelassen.

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Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende 31. März) hat der PLM-Systemanbieter Dassault Systèmes den Umsatz mit neuen Lizenzen um 28% (währungsbereinigt) gesteigert. Bei den wiederkehrenden Einnahmen lag die Umsatzsteigerung bei 32%.

PLM-Anbieter Dassault Systèmes wächst weiter

Für das Jahr 2011 hält man weiterhin an den vorgegebenen Wachstumszielen fest. Dass die Ziele erreicht werden, dafür sprechen die bereits abgeschlossenen Verträge im ersten Quartal: unter anderem mit den Automobilherstellern BMW und Jaguar Land Rover sowie mit dem Landmaschinenhersteller Claas.

„Umsatz und Ertrag entsprechen unseren finanziellen Zielen für das erste Quartal“, so Bernard Charlès, Chef von Dassault Systèmes, Paris. Im Gegensatz zu früher hat der PLM-Systemanbieter dabei nicht nur Großkunden im Visier, insbesondere aus der Automobilindustrie und Luftfahrttechnik, sondern auch kleinere Unternehmen.

PLM-Systeme etablieren sich im Mittelstand

So zeigen die wachsenden Installationszahlen bei den CAD/CAM-Systemen Catia und Solidworks laut Charlès eine fortschreitende Etablierung von Dassault Systèmes im Mittelstand seit den ersten Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung Mitte 2010. Beim System Solidworks wurden Rekord-Quartals-Umsätze erzielt.

Kürzlich entschied der Landmaschinenhersteller Claas, die V6-PLM-Plattform zu installieren, inklusive des Systems Catia für die Konstruktion, Simulia für die Bauteilanalyse, Delmia für die Roboterprogrammierung, 3DVIA für die interaktive Dokumentation und Emulia für die weltweite Werksvernetzung.

PLM-System von Dassault setzt sich gegen SAP und Siemens durch

Auf dem zweitätigen 3. PLM-Forum hat der werksübergreifend für CAD und PLM Verantwortliche Andreas Mähler über den Stand der Umstellung berichtet. Bei der Auswahl des werksübergreifenden Datenmanagementsystems habe sich Enovia gegen Systeme von SAP und Siemens durchgesetzt.

Rund 600 Teilnehmer zählte der Veranstalter auf dem 3. PLM-Forum in Mannheim. Sie kamen zur Veranstaltung, um sich vor allem über das Release 2012 der V6-PLM-Plattform zu informieren.

Dassault Systèmes hatte die V6-Plattform, die alle Einzelsysteme des Anbieters über eine einheitliche Datenbasis verbindet, vor zwei Jahren auf dem Markt eingeführt. Bei der Markteinführung wurden zwei Ziele ausgegeben: Zum einen werde der PLM-Systemanbieter die „3D-Welt“ weiteren Akteuren in der Produktwertschöpfungskette zugänglich machen. Zum anderen soll digitales Product-Lifecycle-Management (PLM) zur nachhaltigen Entwicklung, Fertigung und Nutzung von Produkten führen. Von diesen Zielen will sich Dassault Systèmes bis ins Jahr 2021 leiten lassen.

Dassault Systèmes will PLM-Endanwender in die Entwicklung einbinden

Die Schaffung einer digitalen 3D-Welt für Product-Lifecycle-Management ruft den Endanwender als zusätzlichen Akteur auf den Plan. Dassault Systèmes will diese Anwendergruppe mit der V6-PLM-Plattform frühzeitig in die Produktentwicklung einbinden.

Das geschieht beispielsweise, indem Endverbraucher als Teil einer „Community“ übers Internet Produktentwürfe bewerten und damit dem Produkthersteller nützliche Hinweise hinsichtlich der Funktionalität und Optik geben. Voraussetzung dafür ist, dass der Hersteller in der Lage ist, sein Produkt „likelife“ im Internet darzustellen.

„Likelife“ bedeutet für Dassault Systèmes, dass ein Produkt in der digitalen 3D-Welt nicht nur realistisch aussieht, sondern sich auch so verhält – zum Beispiel sich in allen Richtungen drehen lässt oder zerbricht, wenn es herunterfällt. Die V6-PLM-Plattform ermögliche, so Charlès, jedem Glied der Wertschöpfungskette, Produkte online zu testen, ohne dass sie bereits hergestellt oder gekauft wurden.

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