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Standortwahl in der Krise

Produzieren in Deutschland wieder im Kommen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Outsourcen in Richtung Osteuropa ist, wie es scheint, zunehmend out. So hat sich nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des VDI die Zahl der Produktionsverlagerungen in den letzten drei Jahren um satte 40% vermindert.

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Vor kurzem noch voll angesagt: Outsourcing in Osteuropa. Im Bild eine IG-Metall-Demo gegen die Verlagerung von Kapazitäten eines Automobilzulieferers nach Rumänien. Bild: IG Metall
Vor kurzem noch voll angesagt: Outsourcing in Osteuropa. Im Bild eine IG-Metall-Demo gegen die Verlagerung von Kapazitäten eines Automobilzulieferers nach Rumänien. Bild: IG Metall
( Archiv: Vogel Business Media )

Die soeben vorgestellte Studie erlaubt nach Aussagen des VDI erstmals fundierte Einblicke in das Verlagerungsverhalten deutscher Betriebe in Zeiten der Wirtschaftskrise. „Der Produktionsstandort Deutschland ist derzeit höchst attraktiv“, kommentiert VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs die überraschenden Studienergebnisse (siehe Grafik 1).

VDI konstatiert Wiedergeburt des Produktionsstandortes Deutschland

Die Quote der Produktionsverlagerungen im verarbeitenden Gewerbe beträgt aktuell nur noch 9% . Das ist der tiefste Stand seit fünfzehn Jahren. „Wir erleben eine Renaissance des Produktionsstandortes Deutschland. Statt auf günstiges Personal in Niedriglohnländern zu setzen, entdecken Unternehmen in der Wirtschaftskrise stärker die Vorteile, die der Standort Deutschland bietet“, so Fuchs. Mittlerweile kommt laut Studie sogar auf jeden dritten Verlagerer ein Unternehmen, das Produktionskapazitäten aus dem Ausland zurückzieht. Das Hauptmotiv sind Qualitätsprobleme am ausländischen Standort (Grafik 2).

Das Inland ist in der Krise der sicherere Hafen

Befragt wurden von den Fraunhofer-Wissenschaftlern knapp 1500 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. „Die Ergebnisse sind insofern überraschend als dass bei früheren Wirtschaftskrisen, die Unternehmen verstärkt Produktionsverlagerungen zur Kosteneinsparung genutzt haben“, sagt Dr. Steffen Kinkel, Projektleiter der Studie am Fraunhofer ISI. „In der aktuellen Absatzkrise scheint es für die Unternehmen dagegen wichtiger zu sein, ihre Kapazitäten an ihren inländischen Produktionsstandorten bestmöglich auszulasten. Dazu werden teilweise auch Produktionsumfänge von ausländischen Zulieferern wieder ingesourct.“

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