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Prüfungsstandards stützen Qualität von Stahl- und Alukonstruktionen

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Seit 1. Juli 2014 gilt europaweit die Norm DIN EN 1090 (Teile 1 bis 3). Sie regelt seither die Herstellung von Stahl- und Aluminiumkonstruktionen nach einem einheitlichen europäischen Standard. Auch die Anforderungen an die Herstellerbetriebe solcher Produkte wurden mit der DIN EN 1090ff neu festgelegt. Zielsetzung dabei ist es, eine nachweisbar reproduzierbare Qualität der Produkte gewährleisten zu können.

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Die Anforderungen an die Herstellerbetriebe von Stahl- und Aluminiumkonstruktionen wurden mit der DIN EN 1090ff neu festgelegt.
Die Anforderungen an die Herstellerbetriebe von Stahl- und Aluminiumkonstruktionen wurden mit der DIN EN 1090ff neu festgelegt.
( Bild: DVS )

Die wohl wichtigste damit verbundene Veränderung für Unternehmen des Stahl- und Aluminiumbaus in Deutschland ist eine nunmehr konsequent vorgeschriebene Zertifizierung von Herstellern für Bauprodukte. Eine wesentliche Voraussetzung, die für eine solche Zertifizierung erfüllt werden muss, ist die Werkseigene Produktionskontrolle (WPK). Die WPK umfasst alle wichtigen Prozesse der Herstellung solcher Bauprodukte, von der Bemessung und der Herstellung, über den Korrosionsschutz bis hin zur Montage. Im Ergebnis entsteht eine ständige, eigenverantwortliche Produktionsüberwachung durch den Hersteller. Besondere Personalanforderungen, Aspekte der betrieblichen Einrichtung und ein funktionierendes Qualitätssystem sind weitere wichtige Faktoren, die ein Hersteller für eine erfolgreiche Zertifizierung nach DIN EN 1090 nachweisen muss.

Wesentlicher Bestandteil der nunmehr durch die DIN EN 1090 vorgeschriebenen WPK ist die Qualifizierung der verwendeten Schweißprozesse, ebenfalls verbunden mit Dokumentations- und Prüfpflichten. Denn Produkte ab Ausführungsklasse EXC 2, das heißt Erzeugnisse, die nicht mehr als untergeordnete Bauteile gelten, dürfen nur noch unter Anwendung qualifizierter Schweißanweisungen – sogenannter „Welding Procedure Specifications“ (WPS) – hergestellt werden.

Diese WPS werden seit einiger Zeit auch von Schweißstromquellen-Herstellern angeboten. Teils gerätebezogen, teils mit einer universalen Gültigkeit, die auf andere Geräte übertragbar ist.

In dem Sachverhalt sehen DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren und ZVEI-Fachverband Elektro-Schweißgeräte nach wie vor offene Fragen und Interpretationsspielräume. Die Verbände haben daher gemeinsam unverbindliche Eckpunkte formuliert, die als praktische Interpretationshilfe dienen können.

Im ungeregelten Bereich ist die Anwendung technischer Normen freiwillig. Sofern die DIN EN 1090 Anwendung findet, können aus Sicht bei der Verwendung von Standard-WPS-Paketen folgende Punkte herangezogen werden:

1. Beim Hersteller der Bauprodukte ist gemäß DIN EN ISO 14731 eine

Schweißaufsicht tätig.

2. Der Hersteller der Bauprodukte trägt ausschließlich die Verantwortung

dafür, dass die für die Konstruktion relevanten Bauteile die Qualitätsanforderungen

erfüllen.

3. Der Hersteller der Bauprodukte trägt die Verantwortung dafür, die mit

der Schweißstromquelle erworbene WPS zu validieren und im Betrieb

einzuführen.

4. Hinsichtlich der Anwendung von Standardschweißverfahren ist das

Verfahren für die Anwendung in der Fertigung mit Schweißstromquellen

und Schweißausrüstungen qualifiziert, die solche elektrischen und

mechanischen Eigenschaften erfüllen, die bei der Erstellung der

Prüfungsschweißungen für die Qualifizierung des Standardschweißverfahrens

verwendet und in der Schweißanweisung WPS festgelegt

wurden (siehe DIN EN ISO 15612:2004-08, Punkt 6.3).

5. Die qualifizierte Schweißanweisung ist nur übertragbar auf Schweißstromquellen

und Schweißausrüstungen, die elektrisch und mechanisch

vergleichbar sind mit denjenigen Geräten, anhand derer die Schweißanweisung

qualifiziert wurde.

6. Grundsätzlich gilt die Anerkennung von Standardschweißverfahren im

Kontext der DIN EN 1090ff. nur in die Ausführungsklasse EXC 2 und

Werkstoffe bis einschließlich der Festigkeitsklasse S355. Höhere

Ausführungsklassen und höhere Festigkeitsklassen bedürfen immer einer

Anerkennung nach DIN EN ISO 15613 oder 15614-1.

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