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Punktschweißen: Widerstandsschweißtechnik aus Japan

| Autor/ Redakteur: Stefan Schreiber und Dietmar Bönninger / Frauke Finus

Das japanische Punktschweißgerät Myspot hilft intelligent beim Verbinden von Teilen. Die Hauptparameter Kraft, Strom und Zeit sind im Gerät hinterlegt, sodass der Bediener per Touchscreen nur Material und Blechdicke auswählen muss. So sind keine tieferen Kenntnisse von Widerstandsschweißungen seitens des Bedieners nötig.

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Falls es für die Fertigung sinnvoll sein sollte von den Vorschlagswerten abweichende Parameter zu verwenden, können die Vorgabewerte jederzeit modifiziert und auf Wunsch als firmenspezifische Parametersätze dauerhaft abgespeichert werden.
Falls es für die Fertigung sinnvoll sein sollte von den Vorschlagswerten abweichende Parameter zu verwenden, können die Vorgabewerte jederzeit modifiziert und auf Wunsch als firmenspezifische Parametersätze dauerhaft abgespeichert werden.
( Bild: Mundan )

Denkt man an Japan, dann fallen einem sofort folgende Begriffe ein: Sushi, schneebedeckter Berg Fuji, Manga und oftmals, für die Verbesserung bestehender Technik, der viel zitierte Begriff Kaizen. Der Wunsch nach Verbesserung einer bestehenden Technik war dann auch der Anlass für die japanische Firma Koyo Giken das Myspot, ein sehr spezielles Punktschweißgerät, zu entwickeln. Mitoshi Kai, damals noch Angestellter der Entwicklungsabteilung eines japanischen Automobil-Herstellers, machte sich 1976 selbständig und hat diese Idee zum Grundstein des Unternehmens gemacht: Myspot ist ein Tisch-Punktschweißgerät aus Japan.

Das Prinzip dieses ausgeklügelten Gerätes ist recht einfach. Die Philosophie ist, das Gerät so einfach wie möglich bedienbar zu machen. Um die Hauptparameter für das Widerstandspunktschweißen (Kraft, Strom und Zeit) einzustellen, wählt der Bediener auf einem Touchscreen lediglich das zu schweißende Material sowie die Blechdicke aus. Im Gerät selbst sind zum Beispiel auch für verzinkte Stahlbleche und Edelstahl die Schweißparameter hinterlegt und werden dann für die angegebene Schweißaufgabe abgerufen. Der Vorteil: Tiefere Kenntnisse der Widerstandsschweißungen sind somit für den Bediener nicht zwingend erforderlich.

Der Schweißprozess wird über Hand- oder Fußtaster gestartet

Falls es für die Fertigung sinnvoll sein sollte von den Vorschlagswerten abweichende Parameter zu verwenden, so können die Vorgabewerte jederzeit modifiziert und gegebenenfalls als firmenspezifische Parametersätze dauerhaft abgespeichert werden. Somit können auch Sonderanforderungen beherrscht oder bisher nicht in der Datenbank enthaltene Materialien/-dicken geschweißt werden. Für die Schweißung selbst wird das zu schweißende Material auf den Kupfertisch aufgelegt, der praktisch die untere Elektrode darstellt. Der Tisch hat, je nach Anlagentyp, standardmäßig die Größe 800 x 1000 mm beziehungsweise 1000 x 1500 mm, kann aber auch größer angeboten werden und bietet somit eine ideale Auflage für zum Beispiel Schaltschränke.

Die obere Elektrode befindet sich, ähnlich einem Stoßpunkter, an einem handgeführten Ausleger. Diese Elektrode kann nun feinfühlig an die Schweißposition geführt werden, wird mit dem Material locker in Berührung gebracht und der Schweißprozess wird über Hand- oder Fußtaster gestartet. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Stoßpunkter wird dann jedoch mit Hilfe eines Pneumatikzylinders die an die Schweißaufgabe angepasste Elektrodenkraft definiert aufgebracht, so dass eine qualitativ hochwertige und spritzerfreie Schweißung sicher gestellt werden kann.

Als Elektroden werden handelsübliche, genormte, Elektrodenkappen verwendet, für Spezialanwendungen hat Koyo Giken auch einige Sonderformen entwickelt. Somit kann die breite Palette der Normelektrodenkappen mit 13 und 16 mm Durchmesser verwendet werden. Die Elektrodenkappe ist direkt wassergekühlt, was für eine hohe Standmenge sorgt. Die Wasserkühlung wird in der Anlage selbst durch ein integriertes leistungsfähiges Kühlaggregat garantiert. Für das Widerstandsschweißen von Edelstählen kann in Myspot eine optionale Schutzgasdusche eingesetzt werden. Bei Schweißstart wird ein Ventil geöffnet, durch das zum Beispiel Argon durch einen Schlauch zu einer um die Elektrode montierten Schutzgasdüse geführt wird und somit die Materialoberfläche vor Oxidation geschützt wird. Die unschönen und schädlichen Anlauffarben werden somit effektiv vermieden.

Einseitig „unsichtbare“ Schweißungen sind möglich

Wer vermutet, dass es – wie beim konventionellen Schweißen – funkt und spritzt, liegt falsch. Myspot garantiert ein sicheres und spritzerfreies Schweißen, das sowohl dem Arbeitsumfeld als auch der Umwelt zugute kommt. Zusätzlich kann Myspot mit dem PC verbunden werden, so können Daten ein- und ausgelesen werden, beispielsweise um benutzerspezifische Datensätze für spezielle Werkstoffkombinationen einzuspielen. Hauptanwendungsbereich für Myspot ist in erster Linie überall dort, wo einseitig „unsichtbare“ Schweißungen erzielt werden müssen. Dies ist durch die extrem großflächige Unterelektrode möglich. Schaltschränke zum Beispiel werden heute vielfach mit Schweißzangen oder in stationären Anlagen gefertigt, wobei allerdings die Gefahr besteht, dass die Bauteile verkippt werden und dadurch doch ein Elektrodeneindruck entsteht. Das kann bei Myspot nicht passieren, die Bauteile liegen stabil auf dem Tisch so dass ein Kippen unmöglich ist. Außerdem sind Flexibilität in der Fertigung und kleine Serien kein Problem. Hier ist die manuelle Führung und dennoch exakte Positionierung der Elektrode sehr vorteilhaft.

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