Messe Rapid-Tech Rapid Manufacturing bietet großes Potenzial

Redakteur: Stéphane Itasse

Um einem Produkt schneller Form und Funktion zu verleihen, ist die direkte Herstellung von Modell, Bauteil und Unikat wichtig. Rapid Manufacturing bietet den ausschlaggebenden Vorteil, um den Start am Markt zu beschleunigen. Einen Blick auf den aktuellen Entwicklungsstand hat die Rapid-Tech 2010 in Erfurt ermöglicht, wie der Veranstalter Messe Erfurt mitteilt.

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Die Zahntechnik profitiert von neuen Rapid-Manufacturing-Techniken. <strong id="ForP_87DA17E4-0F7A-F344-C83DA94BA542A7D6">Bild: Messe Erfurt</strong>
Die Zahntechnik profitiert von neuen Rapid-Manufacturing-Techniken. Bild: Messe Erfurt
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Kombination von Fachmesse, Anwendertagung und Konstrukteurstag in Kooperation mit den Fachkongressen „Zahntechnik“ sowie „Medizintechnik“ habe dem Interesse an der Schlüsseltechnologie zusätzliche Dynamik verliehen. „Generative Verfahren erlauben eine gewaltige Beschleunigung des Entwicklungsprozesses bis hin zur Produktion“, erläutert Prof. Andreas Gebhardt vom Lehrstuhl Hochleistungsverfahren der Fertigungstechnik an der Fachhochschule Aachen.

Additive Manufacturing wird zum Standard

Der Einsatz von „Additive Manufacturing“, so der mittlerweile anerkannte Oberbegriff, sei immer noch den fortschrittlichen Unternehmen in Deutschland vorbehalten, aber die Technik habe industriellen Standard erreicht. In Entwicklung und zunehmend in der Fertigung würden die Möglichkeiten generativer Verfahren genutzt.

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Individualität sei einer der großen Trends. Dabei entscheide oft das Design über den Erfolg am Markt. Maßgeblich komme es darauf an, anhand von Prototypen sofort zu erkennen, wie das Produkt aussehen wird. Wer in einer Zeit sinkender Produktlebenszyklen nach der virtuellen Entwicklung erst Formen und Werkzeuge bauen müsse, habe schon einen Großteil seines Vorsprungs gegenüber dem Wettbewerb verspielt.

Additive Manufacturing verschafft Zeitvorsprung und Wettbewerbsvorteile

„Wer klug ist, verkürzt die Zeit drastisch, bis das erste Muster vorliegt, und produziert dann auch direkt mit diesen Daten“, weist Prof. Gebhardt den Weg. Kosteneffizienz spiele eine große Rolle in der modernen Fertigung. „Zahlreiche Beispiele belegen, dass Additive Manufacturing auch wirtschaftlich attraktiv sein kann“, erläutert der Experte für generative Verfahren. Zudem revolutioniere die Technik ganze Branchen, beispielsweise die Dentaltechnik, durch individualisierte Produktion.

Selbst komplizierte Formen mit spiralförmigen Hohlkanälen und Hinterschnitten können in Metall wie Kunststoff künftig in einem Stück gefertigt werden, wie der Rapid-Tech-Veranstalter mitteilt. Da Werkzeuge und Formen entfallen, würden die Kosten sinken und die Fertigstellung werde beschleunigt.

Additive Manufacturing erleichtert individuelle Anfertigungen sehr

„Entscheidend ist der Vorteil, dass eine individuelle Anfertigung nach Maß mit industrieller Herstellung vereinbar wird“, sagt Prof. Gebhardt. Die fortschreitende Standardisierung spiegle die zunehmende Verbreitung wider, wie es neben der VDI-Richtlinie 3404 in den USA mit der Definition von „Additive Manufacturing“ geschehen ist.

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