Robotersteuerung Robotersteuerung erhöht Maschinenverfügbarkeit

Redakteur: Jan Vollmuth

Robot Ware Machine Tending ist eine Softwareoption für die Robotersteuerung IRC5 zur Inbetriebnahme und Bedienung von ABB-Robotern. Mit ihr lassen sich auf einfache Art unterschiedliche Produktionsprozesse wie das Entladen und nachgelagerte Bearbeiten der Gussteile optimieren.

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Große Zeitersparnis beim Ändern von Parametern während des Automatikbetriebes von Roboterprozessen bringt die Software RobotWare Machine Tending.
Große Zeitersparnis beim Ändern von Parametern während des Automatikbetriebes von Roboterprozessen bringt die Software RobotWare Machine Tending.
(Bild: ABB/Guenter Meier)

Zeiteinsparungen und Produktivitätsgewinne erzielen die Nutzer ohne aufwendige Programmierarbeit und -kenntnisse. Die anpassbare grafische Bedienoberfläche zeigt die einzelnen Stationen einer Zelle, z.B. bei pressmetall die Druckgießmaschine, Kühlbecken, Abblasstation, Abbrechvorrichtung und Stanze. Dabei visualisiert sie die Roboterpositionen und Zustände der Materialhandhabungsprozesse mit intuitiv leicht verständlichen Symbolen. Zusätzlich gibt sie frei definierbare Informationen wie Zykluszeiten, Bauteilzustände oder Zykluszähler und Programmmeldungen aus. Sie erscheinen in der Titelzeile, auf Tastendruck auch um Detailinformationen ergänzt. Verschiedene spezifische Programmzyklen lassen sich definieren und auswählen.

Grundfunktionen für die Produktion

Weiter enthält die Software Grundfunktionen für die Produktion: Starten, Stoppen, Halt nach Zyklusende; im Fehlerfall kollisionsfreie Rückkehr in die Grundstellung, das sogenannte „HomePos-Running“. So können auch weniger geschulte Mitarbeiter den Roboter risikofrei per Tastendruck in eine definierte Grundstellung fahren.

In der betrieblichen Praxis von Pressmetall, einem führenden Anbieter von Aluminiumdruckgusskomponenten für die Automobilindustrie, bewährt sich das Funktionspaket Robot Ware Machine Tending. Im Mittel- und Großserienbetrieb verschafft es dem Unternehmen konkrete Vorteile: „Ein- bis dreimal die Woche wird die Form in der Gießmaschine gewechselt. Das setzt eine hohe Flexibilität voraus“, berichtet Rafael Heider, Prozesstechnologe in der Gießerei und schildert seine Erfahrungen: „Mit Machine Tending haben wir während des Automatikbetriebes Zugriff auf Programmschritte des Roboters und können sie ändern, ohne ihn anzuhalten. Muss ein Gussteil länger abkühlen als erwartet oder reicht ein einmaliges Ausblasen über dem Ausblasrahmen nicht aus, führen wir die Änderungen einfach im laufenden Betrieb durch.“

30 Minuten Zeitgewinn

Im Vorfeld der Umstellung auf RobotWare Machine Tending hat ABB die Verfügbarkeit der Anlage quantifiziert und errechnet, dass Pressmetall pro Zelle und Tag eine halbe Stunde spart, falls der Roboter im Automatikbetrieb bleibt. Die Investition in das neue Software-Funktionspaket amortisiert sich so in ein bis zwei Monaten. Im Werk Gunzenhausen will pressmetall deshalb die weiteren relevanten 18 Zellen umstellen. (jv)

ABB auf der Motek 2015: Halle 8, Stand 8301

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