Industrieroboter Robotik-Verband IFR sieht die Roboterindustrie zurück in der Erfolgsspur

Redakteur: Rüdiger Kroh

Nach dramatischen Einbrüchen im Jahr 2009 befindet sich die Robotik-Industrie wieder auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal 2010 schnellten die Industrieroboter-Verkäufe um über 50% in die Höhe. Das erklärte der Robotik-Verband IFR anlässlich der Automatica 2010.

Firma zum Thema

Diskutierten über die Roboterzukunft (v.l.n.r.): Moderator Ken Fouhy (MM Maschinenmarkt, MM Erneuerbare Energien), Manfred Gundel (Kuka Roboter), Olaf Gehrels (Fanuc Robotics), Åke Lindqvist (IFR Präsident), Yoshikatsu Minami (Yaskawa Electric) und John Dulchinos (Adept). Bild: Kroh
Diskutierten über die Roboterzukunft (v.l.n.r.): Moderator Ken Fouhy (MM Maschinenmarkt, MM Erneuerbare Energien), Manfred Gundel (Kuka Roboter), Olaf Gehrels (Fanuc Robotics), Åke Lindqvist (IFR Präsident), Yoshikatsu Minami (Yaskawa Electric) und John Dulchinos (Adept). Bild: Kroh
( Archiv: Vogel Business Media )

„Das ist der Beginn einer Erholung, die bis 2013 wieder zu jährlichen, weltweiten Verkäufen von annährend 100 000 Industrierobotern führen kann“, urteilte Åke Lindqvist, Präsident der International Federation of Robotics (IFR).

Im vergangenen Jahr war die Anzahl der neu installierten Roboter weltweit um rund 45% auf 62 100 Stück zurückgegangen. In Nordamerika sanken die Verkaufszahlen um 48%, in Asien um 47% und in Europa um 41%. Besonders stark betroffen war Japan mit einem Minus von 57% im Vergleich zu 2008. Selbst im Wachstumsmarkt China wurden 31% weniger Roboter abgesetzt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Solartechnik bietet der Roboter-Industrie enorme Wachstumschancen

Aber laut IFR gibt es noch hohes Potenzial für Industrieroboter besonders in wachsenden Branchen wie der Pharma- und Kosmetikindustrie, der Medizintechnik, der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, aber auch in der Metall- und Solarindustrie. „Riesige Verbrauchermärkte werden in China, Indien, Brasilien and Russland erschlossen“, betonte Lindquist. Deshalb erwartet die IFR für 2010 weltweit knapp 80 000 Roboterauslieferungen.

Über die Zukunft der Robotik diskutierten beim IFR Roundtable die CEO der führenden Roboterhersteller (sehen Sie dazu das Video). Einigkeit herrschte dabei darüber, dass die Automobilindustrie in den nächsten drei bis fünf Jahren der größte Roboterabnehmer bleiben werde.

Roboter muss so einfach zu bedienen sein wie ein iPhone

Parallel dazu werde allerdings die allgemeine Industrie deutlich wachsen. Die Roboter-Anwendung für die kleinen und mittelständischen Unternehmen zu vereinfachen betrachteten die Experten als eine große Herausforderung. „Der Roboter muss so einfach zu bedienen sein wie ein iPhone“, meinte Olaf C. Gehrels, President & CEO von Fanuc Robotics Europe.

(ID:350432)