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Gutachten

Rohstoff-Risiken bedrohen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der weltweit steigende Rohstoffbedarf, eine zunehmende Konzentration auf Anbieterseite sowie die Einschränkung der Exporte von Förderländern zum Schutz eigener Industrien stellen mittel- und langfristig eine ernsthafte Bedrohung für die Wirtschaft dar. Diese Gefahr ist bislang wenig beachtet, wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (VBW) anhand einer aktuellen Untersuchung darlegt.

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VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossard warnt vor Rohstoff-Engpässen: „Produzierende Betriebe und Anbieter nachgelagerter Dienstleistungen würden in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt.“ Bild: VBW
VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossard warnt vor Rohstoff-Engpässen: „Produzierende Betriebe und Anbieter nachgelagerter Dienstleistungen würden in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt.“ Bild: VBW
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Rohstoffgutachten zeigt laut Mitteilung des Verbandes, dass die Probleme gerade bei der Versorgung mit Metallen und Mineralien deutlich unterschätzt werden. VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt fordert von der Politik zügiges Handeln, um die Chancen der Betriebe insbesondere in den Zukunftstechniken Energiespeicher- und Beleuchtungssysteme sowie der IT nicht zu gefährden.

Seltene Metalle sind für die Wirtschaft unverzichtbar

„Die bayerische Wirtschaft ist in besonderem Maße auf die funktionierende Versorgung mit Metallen und Mineralien angewiesen. Die Importquote für Metallrohstoffe liegt bei 100%“, erläutert Brossardt. Viele Erzeugnisse der Industriebetriebe im Freistaat enthielten geringe Mengen so genannter Gewürzmetalle und Seltener Erden. Ihr Umsatzanteil mache durchschnittlich nur 0,03% aus, für die Funktionalität vieler Produkte seien sie aber unverzichtbar.

Brossardt warnt: „Ein Engpass bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen kann ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen. Produzierende Betriebe und Anbieter nachgelagerter Dienstleistungen würden in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt, wenn nicht gar in ihrer Existenz bedroht.“

Rohstoff-Risiko-Index hilft bei der Einschätzung der Risiken

Der Verband hat deshalb nach eigenen Angaben einen Rohstoff-Risiko-Index mit 37 kritischen Elementen erstellt. Dieser gebe den Gefährdungsgrad der Versorgung für Betriebe beispielsweise mit Lithium, Chrom oder Platin an. Der Index soll Unternehmen wie der Politik zur Entwicklung von Strategien gegen drohende Rohstoffengpässe dienen.

Angesichts der sich verschärfenden Situation erwartet der VBW-Hauptgeschäftsführer von der Politik, verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Industrieunternehmen hinsichtlich der Rohstoffversorgung zu ergreifen. Brossardt sieht die folgenden Handlungsfelder:

  • den Erhalt und die Öffnung von Rohstoffmärkten,
  • den Kontakt zu ausländischen Partnern nutzen, die Förderung von Grundlagenforschung in den Bereichen effizienterer Rohstoffeinsatz und möglicher Rohstoffsubstituten sowie
  • die Entwicklung zukunftsfester Recyclingkonzepte mit der Wirtschaft.

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