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Rohstoffkosten bringen Zulieferer in die Klemme

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Autobauer kommen nach der Krise zügiger als gedacht aus dem Tal heraus und beleben auch die Zulieferindustrie. Nach Einschätzung des Präsidenten der Wirtschaftsvereinigung Metalle und BDI-Vizepräsidenten Ulrich Grillo steht die deutsche Zulieferindustrie jedoch vor einem deutlichen Wandel.

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Die deutschen Zulieferer fürchten einen stärkeren Kostendruck. (Stahl-Online)
Die deutschen Zulieferer fürchten einen stärkeren Kostendruck. (Stahl-Online)

Wie Grillo auf dem 15. Zulieferforum der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (Argez) in Düsseldorf sagte, verschieben sich die Gewichte auf dem Weltautomobilmarkt in absehbarer Zeit und mit hoher Geschwindigkeit zugunsten Chinas. Dieser Wandel habe Folgen für die internationalen Wertschöpfungsketten. Der „Global Foodprint“ werde daher gerade auch für deutsche Zulieferer immer wichtiger.

Ertragslage der Zulieferer verschlechtert sich

„Die Zulieferindustrie sieht das Licht am Ende des Tunnels. Allerdings hoffen wir angesichts der Ausgangslage und der vor uns liegenden Herausforderungen, dass es sich dabei nicht um das Licht des entgegenkommenden Zuges handelt.“ beschrieb Ulrich Grillo vor rund 150 Geschäftsführern mittelständischer Zulieferunternehmen die Lage der Zulieferer. Nach einer aktuellen Auswertung der IKB übertraf im ersten Halbjahr 2010 der Umsatz der deutschen Zulieferer das rezessionsbedingt niedrige Vorjahresniveau um über 40%.

Aufgrund der anziehenden Preise bei vielen Rohstoffen zeigen die Rohertragsquoten allerdings wieder eine rückläufige Entwicklung. Kritisch merkte Grillo an, dass offenbar einige Hersteller nach Überwindung der Krise den Preisdruck auf ihre Zulieferer wieder erhöhen und wirtschaftliche Risiken auf die Lieferanten verlagern.

Rohstoffe für Zulieferer essenziell

Grillo, der zugleich auch Vorsitzender des BDI-Rohstoffausschusses ist, betonte in seiner Rede, dass ohne Rohstoffe weder industrielle Wertschöpfungsketten noch die Zulieferindustrie existieren. „Auf die Zulieferer entfallen 75% der Wertschöpfung und Innovation beim Automobil. Im europäischen Vergleich ist die deutsche Automobilzulieferindustrie mit Abstand die stärkste.“ Dies gelte gerade auch für Zukunftstechnologien wie das Elektrofahrzeug.

Die deutsche Industrie braucht dafür Rohstoffe zu wettbewerbsfähigen Preisen. Trotz Ressourceneffizienz wird der Bedarf seiner Ansicht nach kaum weniger, sondern sogar steigen. Bereits heute sind in einem durchschnittlichen Auto neben Stahl rund 150 kg Aluminium, 25 kg Kupfer, 10 kg Zink und viele weitere Rohstoffe verbaut.

Zulieferer benötigen für Elektromobilität mehr Rohstoffe

Ein Elektrofahrzeug benötigt darüber hinaus Metalle für den Elektromotor und für den Energiespeicher – etwa die Lithium-Ionen-Batterie. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt: Allein durch den Elektromotor steigt beispielsweise der Kupferanteil im Fahrzeug von 25 auf 65 kg. Für eine durchschnittliche Lithium-Ionen-Batterie sind nach heutigem Stand nochmals bis zu 50 kg Aluminium, rund 40 kg Kupfer, 20 kg Stahl und 10 kg Nickel erforderlich.

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