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Teilereinigung

Sauber heißt prozesssicher

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Eine besondere Schwierigkeit stellten bei Cemecon Ölreste dar: „Das Öl sammelt sich an den Kanten an, das ist besonders für einen Werkzeughersteller katastrophal“, sagte Schiffers. Eingetrocknete Ölflecken bekomme man nach der Erfahrung des Unternehmens nur mit Glasperlen-Trockenstrahlen wieder ab – damit treibt man aber den Teufel mit dem Beelzebub aus, weil das Trockenstrahlen mit 6 bar Druck die Mikrogeometrie zerstöre. „Das ist in der Regel Ausschuss“, meinte der Cemecon-Manager.

Teilereinigung steht unter hohem Kostendruck

Doch nicht nur der Ausschuss kommt teuer, auch beim Prozess selbst achten die Unternehmen auf die Kosten. Manche Vorschläge sind dabei übertrieben: „Lasst uns den Waschprozess vor der Wärmebehandlung weglassen – das ist keine gute Idee“, sagte Haag. Doch der Druck, das Reinigungsziel prozesssicher und wirtschaftlich zu erreichen, bleibt. Wie man die beiden Ziele miteinander vereinbaren kann, erläuterte Walter Mück, Marketingverantwortlicher beim Hersteller von Reinigungsanlagen Pero AG, auf der Fachtagung Industrielle Teilereinigung in München. Zwar entscheidet nach seinen Worten die Teilereinigung, ob die Produkte in Ordnung oder nicht in Ordnung sind, und doch hat sie oft den kleinsten Kostenanteil.

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Am Anfang steht deshalb laut Mück die präzise Definition der Reinigungsaufgabe: Was wird gereinigt und wie sauber muss es werden? Aus dem verwendeten Material und dem Produktionsprozess ergibt sich die Verschmutzung der Bauteile – und erst wenn die Verschmutzung bekannt ist, kann der geeignete Reinigungsprozess bestimmt werden. „Derzeit gibt es sehr wenig Bewusstsein, was technische Sauberkeit ist. Der Anwender macht sich bei seiner Anfrage kein Bild davon, was wir alles wissen wollen“, bilanzierte Mück. Ebenso müsse man beim Vorbereiten der Projektierung untersuchen, was zu reinigen ist. Material, Geometrie, Materialpaarungen – alles spiele eine Rolle. Ziel der Projektierung sei dann die optimale Reinigung zu geringsten Kosten.

Anforderungen an die Teilereinigung genau definieren

Wichtig sei, zu definieren, wie sauber die Bauteile sein müssen. „Die technische Sauberkeit muss auch bezahlbar sein“, erläuterte Mück in Anlehnung an die erste Leitlinie des Fachverbands industrielle Teilereinigung. „In den letzten zehn Jahren wurde die technische Sauberkeit immer öfter definiert, die Grenzwerte wurden jedoch nicht stetig verschärft“, sagte er weiter. Was steige, seien die Sauberkeitsanforderungen an die einzelnen Bauteile.

Zudem sei die Handhabung der Teile zu beachten: Werden sie als Schüttgut oder als Setzware gereinigt? In jedem Fall müsse die Verschmutzung erreicht und abtransportiert werden. Außerdem sei innerhalb der Prozesskette auf einen eventuellen Schmutzeintrag in die Montage zu achten.

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