Ketten-Reaktion Schaeffler verkauft Antriebskettensparte für Verbrennungsmotoren

Autor / Redakteur: dpa / Peter Königsreuther

Weil der Schaeffler-Sektor Antriebsketten für Verbrennungsmotoren nicht länger zum Kerngeschäft gehöre, gibt man das Geschäft an einen Münchener Finanzinvestor ab, meldet dpa.

Firma zum Thema

Kein Kerngeschäft mehr! Schaeffler (hier der Hauptsitz des Unternehmens) trennt sich vom Geschäft mit Antriebsketten für Verbrenner, wie gestern bekannt gegeben wurde.
Kein Kerngeschäft mehr! Schaeffler (hier der Hauptsitz des Unternehmens) trennt sich vom Geschäft mit Antriebsketten für Verbrenner, wie gestern bekannt gegeben wurde.
(Bild: Schaeffler)

Der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler stößt den Geschäftsbereich mit Antriebsketten für Verbrennermotoren ab, heißt es in einer dpa-Meldung von gestern. Der seit rund 25 Jahren bei Schaeffler betriebene Bereich zähle nicht länger zum Kerngeschäft, begründet Schaeffler diesen Schritt. Das Geschäft mit den Antriebsketten werde an den Münchener Finanzinvestor Lenbach Equity Opportunities II gehen. Über den Verkaufspreis wurde nichts geäußert.

Rund 560 Mitarbeiter an neun Standorten sollen mitsamt dem Management im Rahmen des Verkaufs zum neuen Eigentümer wechseln. Schaeffler geht davon aus, dass das Geschäft im Frühjahr 2022 abgeschlossen werden kann, wenn alle regulatorischen Hürden genommen sind.

Schaeffler erfindet sich in weiten Teilen neu

Schaeffler befindet sich mit Blick auf die Automotive-Sparte gemeinsam mit der gesamten Automobilindustrie in einem Transformationsprozess, heißt es weiter. Dieser Umwandlung betrifft den Weg weg vom Verbrenner, hin zu alternativen Antrieben, wie etwa Elektromotoren. Das scheint sich zu lohnen, denn die Auftragseingänge im Bereich der Elektromobilität hätten die Erwartungen bisher übertroffen.

Das Unternehmen hat nach einer Durststrecke im vergangenen Jahr ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr hinter sich. Für das Gesamtjahr rechnet das Management um Vorstandschef Klaus Rosenfeld mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von über 11 Prozent, die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern schätze man zwischen 8 und 9,5 Prozent liegend.

(ID:47572384)