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Finanzen

Schlechte Zahlungsmoral in der Metallbranche

| Redakteur: Melanie Krauß

Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion in Deutschland haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt. Das zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftauskunftei Creditsafe.

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Eine Woche länger dauert es bei Metallverarbeitern im Schnitt, bis sie ihre Rechnungen begleichen.
Eine Woche länger dauert es bei Metallverarbeitern im Schnitt, bis sie ihre Rechnungen begleichen.
(Bild: ©kuprevich - stock.adobe.com)

Im Schnitt zahlten Unternehmen aller Branchen im vergangenen Jahr ihre Rechnungen etwa 5,1 Tage nach dem Zahlungsziel. In der Metallverarbeitung und -produktion ließen sich die Betriebe indes etwas mehr Zeit und beglichen ihre Forderungen durchschnittlich etwa eine Woche zu spät. Vor allem kleine Unternehmen oder Firmen mit geringen Auftragsmargen sind auf einen pünktlichen Zahlungseingang angewiesen. Eine schlechte Zahlungsmoral der Kunden kann für diese Betriebe geschäftsschädigend sein und im schlimmsten Falle zu einer Insolvenz führen.

Die Creditsafe-Untersuchung zeigte zudem, dass Unternehmen aus der Metallbranche im vergangenen Jahr häufiger insolvent gingen. Die Überschuldungsrate ist dagegen - verglichen mit anderen Branchen - etwas geringer.

Rund 520 Unternehmen aus der Branche mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dies entspricht einer Insolvenzrate von rund 1,32 % - mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,6 %. Mecklenburg-Vorpommern ist dabei das Bundesland, in dem die Insolvenzrate mit 2,43 % der Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion am höchsten war, die wenigsten Insolvenzen in der Branche verzeichnet das Bundesland Sachsen mit 0,67 %. Der Anteil insolventer Firmen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht - 2017 meldeten in der Branche nur 0,85 % der Betriebe eine Insolvenz an, im Vorjahr lag die Quote noch bei 1,04 %.

Geringere Überschuldung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Rund 10,35 % aller Betriebe aus der Metallverarbeitung und -produktion sind überschuldet, weisen also ein negatives Eigenkapital aus. Die Überschuldungsquote liegt somit unter dem Bundesdurchschnitt von 14 %. Am stärksten betroffen in der Metallindustrie sind Betriebe aus Berlin. Hier waren im letzten Jahr 14,71 % aller Unternehmen der Branche überschuldet. Die wenigsten betroffenen Firmen gab es mit 5,67 % dagegen in Thüringen.

Ein negatives Eigenkapital ist einer der häufigsten Gründe für eine Insolvenz: Bei rund zwei Dritteln aller Insolvenzen wird eine Unternehmensüberschuldung als Ursache angegeben. Führt eine Überschuldung zu einer Zahlungsunfähigkeit, muss unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von drei Wochen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein beantragt werden.

Creditsafe hat mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht, davon rund 39.000 aus der Metallverarbeitung und -produktion. Die Untersuchungen stützen sich dabei auf Daten aus öffentlichen Quellen, wie dem Handelsregister und dem Bundesanzeiger, Insolvenzbekanntgaben, Amtsblätter oder Gewerbeämter.

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