PrecisionMicro Schnell, wirtschaftlich, präzise – Ätztechnik zur Serienfertigung von Titanteilen

Autor / Redakteur: Michaela Wassenberg / Dietmar Kuhn

Herkömmliche Verfahren seien es spanende, stanzende oder lochende, haben bislang den verstärkten Einsatz und die Bearbeitung von Titanwerkstoffen verhindert. Diese Verfahren sind einfach zu teuer und unpräzise. Für eine schnelle und materialsparende Bearbeitung erwies sich das Ätzverfahren als ideal. Es bietet jedoch ungeahnte Möglichkeiten.

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Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
(Bild: Precision Micro)

Das photochemische Ätzen hat sich wegen seiner Genauigkeit und Kosteneffizienz als Methode für die Serienproduktion von komplexen Teilen bereits etabliert. Der Ätztechnik-Spezialist Precision Micro aus Birmingham, Großbritannien, hat ein Verfahren entwickelt, das die zentralen positiven Merkmale der Ätztechnik auch für die Bearbeitung des teuren und schwer zu bearbeitenden Titan nutzt. Precision Mirco investierte in eine neue Ätzlinie, die in ihrer Art und mit ihren Möglichkeiten in Europa die erste ist. Sie ist in der Lage Stückzahlen zu realisieren die in der Serienfertigung mehrere Millionen erreichen – und das meist mit ein- und demselben Werkzeug. Europäische Interessenten erhalten die Möglichkeit, Titanätzteile nicht mehr nur von Anbietern aus Übersee zu beziehen. Zusätzliche Lieferkosten und Nachteile aufgrund von Währungsschwankungen werden so vermieden. „Unser neuer Prozess für das Titanätzen erlaubt ab sofort auch in Europa die Serienfertigung von Titanteilen – eine echte Innovation mit weitreichenden Konsequenzen für eine Reihe wichtiger Industrien“, erklärt Markus Rettig, Business Development Manager für Deutschland bei Precision Micro.

Gewicht und Festigkeit sind gut ausbalanciert

Zu den herausragenden Eigenschaften von Titan gehört das ausgezeichnete Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit – ein wichtiges Merkmal in der Luft- und Raumfahrttechnik. Dort und im Elektronikbereich wird Titan auch wegen der erhöhten Temperaturbeständigkeit und des niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten eingesetzt. Zudem ist die Biokompatibilität von Titan sehr hoch und macht es beständig gegen Körperflüssigkeiten. So gilt es als ideales Material bei zahlreichen medizintechnischen Anwendungen wie beispielsweise in der Gesichts- und Kieferchirurgie. Wegen ihrer Korrosionsbeständigkeit sind geätzte Titanteile ideal in Umgebungen, die reich an oxidierenden Säuren sind wie etwa in der Chemiebranche.

Photochemisches Ätzen hat sich besonders für komplexe Teile bewährt. Photochemisch geätzte Titanteile sind frei von Graten und Unebenheiten und zeichnen sich durch eine glatte Oberfläche sowie glatte Kanäle aus. Teile, bei denen die Materialeigenschaften erhalten bleiben müssen, profitieren ebenfalls von der Ätztechnik als Bearbeitungsverfahren. Sie weisen keine durch Wärme beeinträchtigte Bereiche auf und sind komplett spannungsfrei. Für das Ätzverfahren wird nur ein digitales Werkzeug verwendet, so dass die Werkzeugkosten gering bleiben. Die Vorlaufzeiten sind kurz; mehrere Designstufen können schnell und kostengünstig durchgeführt werden. „Die spezifischen Vorteile des Photochemischen Ätzens gelten auch für das Ätzen von Titan, sodass dem Kunden ein hoch reproduzierbarer und wirtschaftlicher Prozess zur Verfügung steht“, so Rettig.

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