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Schrumpfender Binnenmarkt bleibt Achillesferse von Italiens Werkzeugmaschinenbau

| Redakteur: Stéphane Itasse

Das Jahr 2012 verlief für die italienischen Werkzeugmaschinenhersteller positiv, womit sich der seit 2010 zu beobachtende Trend fortsetzte. Doch scheint der Aufschwung, der nach dem Krisenjahr 2009 begann, mittlerweile an Schwung verloren zu haben – so die Einschätzung des Branchenverbandes Ucimu.

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Ucimu-Präsident Luigi Galdabini: „Die Exporte haben es den Unternehmen ermöglicht, das Jahr 2012 auf 2011-Niveau abzuschließen.“
Ucimu-Präsident Luigi Galdabini: „Die Exporte haben es den Unternehmen ermöglicht, das Jahr 2012 auf 2011-Niveau abzuschließen.“
(Bild: Ucimu)

Wie aus den Zahlenwerken der Ucimu-Statistiker hervorgeht, wuchs die Produktion der italienischen Werkzeugmaschinen- und Automatisierungsbranche im vergangenen Jahr um 3,5 % auf 4930 Mio. Euro. Allerdings spielte die Musik primär auf den Auslandsmärkten. Der Export legte um 12 % zu und erreichte ein Volumen von 3650 Mio. Euro.

Rezession im Inland belastet italienische Werkzeugmaschinenindustrie

Nach den vom Ucimu-Studienzentrum ausgewerteten Zahlen waren in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 China, die USA, Deutschland, Russland, Frankreich, Brasilien, die Türkei, Indien, Polen und Mexiko die wichtigsten Absatzländer. Obwohl die Werkzeugmaschinenausfuhren nach Deutschland entgegen dem allgemeinen Trend um 1,4 % zurückhingen, blieb die Bundesrepublik mit 259 Mio. Euro dennoch drittgrößter Abnehmer von Produktionstechnik aus Italien. Wachstumsspitzenreiter war Mexiko. Dorthin verschifften Italiens Hersteller Maschinen im Wert von 81,4 Mio Euro – 93.9 % mehr als im Jahr zuvor.

Den Kontrapunkt zum recht performanten Auslandsgeschäft stellte 2012 die Entwicklung am Binnenmarkt dar. Die Sparzwänge der öffentlichen Hand und die Rezession forderten ihren Tribut. Der Inlandsverbrauch von Werkzeugmaschinen ging um 13 % auf 2220 Mio. Euro zurück, was wiederum die Auslieferungen der Hersteller um 14,8 % auf 1280 Mio. Euro schrumpfen ließ. „Das positive Ergebnis, auf das die italienischen Hersteller verweisen, verdankt sich ihrer hervorragenden Performance auf den Auslandsmärkten”, resümiert Ucimu-Präsident Luigi Galdabini. Der Sektor habe damit zwar einen großen Teil des in der Krise von 2009 verlorenen Terrains zurückerobert, doch sei die Situation aufgrund der Strukturschwäche des Inlandsmarktes komplex.

Italiens Werkzeugmaschinenbauer rechnen nur mit Mini-Wachstum

Entsprechend verhalten fiel denn auch die Verbandsprognose für 2013 zu Jahresbeginn aus. Mit 1,2 % Produktionswachstum auf 4990 Mio. Euro rechnen die Ucimu-Auguren, bei einer positiven Entwicklung im Auslandsgeschäft und einem weiteren Rückgang im Inland.

Ein Blick auf das erste Quartal 2013 zeigt, wie gerechtfertigt der „konservative“ Prognoseansatz war. So signalisieren die Auftragszahlen für die ersten drei Monate ein Minus von insgesamt 9,8 %, wobei die Auslandsbestellungennoch noch recht moderat um 4,8 %, zurückgingen. Dagegen brach die Binnennachfrage mit minus 35,9 % dramatisch ein. Für Ucimu-Präsident Galdabini ist die schrumpfende Nachfrage nach Werkzeugmaschinen „ein Problem für das ganze Land, das Gefahr läuft, in die zweite Liga der Volkswirtschaften abzusteigen“.

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