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Pressen Schuler setzt in Deutschland auf straffen Sparkurs und Personalabbau

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Schuler-Konzern strafft seine Unternehmensstrukturen in Deutschland und treibt seine Internationalisierung voran. „Wir folgen unseren Kunden in ihre ausländischen Märkte und schaffen so nach zwei Rekordjahren die Voraussetzungen, auch künftig als deutsches Unternehmen in der Umformtechnik weltweit führend zu bleiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert in Göppingen.

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Auch wenn die Lage bei Schuler derzeit gut ist, bereitet sich das Unternehmen auf schlechtere Zeiten vor.
Auch wenn die Lage bei Schuler derzeit gut ist, bereitet sich das Unternehmen auf schlechtere Zeiten vor.
(Bild: Schuler)

Schuler will nach eigenen Angaben seinen Erfolg in großen Wachstumsmärkten wie China stärker mit eigener Produktion, Einkauf und Entwicklung absichern. Das Unternehmen hat deshalb vor einigen Monaten seine Kapazitäten im chinesischen Werk Dalian maßgeblich erweitert.

Fertigungstiefe in Deutschland wird verringert

Mit rund 75 % der im Konzern Beschäftigten bleibe Deutschland auch künftig wichtigster Standort von Schuler. Allerdings will das Unternehmen hier seine Produktion straffen, die Fertigungstiefe verringern und die Flexibilität erhöhen. In Göppingen soll die traditionsreiche, aber seit Jahren unrentable Gießerei geschlossen werden, nachdem kein potenzieller Käufer ihren Fortbestand garantieren wollte. In Weingarten konzentriere Schuler die Fertigung auf Kernkomponenten sowie vor allem auf das Service-Geschäft.

Einsparungen plane der Vorstand ferner an anderen deutschen Standorten, so im badischen Waghäusel und in Erfurt. Im Gegenzug werde der Standort in Thüringen alleinige deutsche Fertigungsstätte für Großpressen. Göppingen soll das Zentrum für Pressen mit Inhouse-Inbetriebnahmen werden. Synergien will Schuler zudem durch die Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben in Göppingen, Weingarten und Erfurt realisieren.

Schuler will mittelfristig 350 Arbeitsplätze abbauen

Die geplanten Veränderungen werden laut Schuler mittelfristig 350 Arbeitsplätze betreffen, knapp 100 davon in der Gießerei. Bei der Umstrukturierung will der Pressenhersteller betriebsbedingte Kündigungen soweit wie möglich vermeiden. Das Unternehmen veranschlagt Aufwendungen von circa 50 Mio. Euro für den Konzernumbau, davon im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013 (Oktober bis Dezember 2013) rund 35 Mio. Euro. In den folgenden Geschäftsjahren erwartet der Vorstand eine Kostenreduktion von 15 bis 20 Mio. Euro jährlich.

„Schuler hatte in den letzten Jahren eine ausgesprochen positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Vorstand und Belegschaft wissen aber, dass wir unsere Strukturen anpassen müssen, um langfristig weiter erfolgreich zu bleiben. Und solche Veränderungen packt man am besten in guten Zeiten an“, begründet Vorstandsvorsitzender Klebert die Pläne.

Schuler plant neues Engineering- und Technologiecenter in Göppingen

Grünes Licht habe der Aufsichtsrat für den Bau eines neuen Engineering- und Technologiecenters gegeben. Der Neubau mit rund 750 Arbeitsplätzen soll in Göppingen bis 2016 für rund 40 Mio. Euro entstehen. „Dies ist ein deutliches Zeichen, dass Deutschland unsere Heimatbasis bleiben wird“, sagteKlebert.

Die geplanten Anpassungen in Produktion und Verwaltung sind Teil des Konzernprojektes Zusammenwachsen 2.0, in dessen Rahmen mehrere deutsche Konzerngesellschaften zusammengelegt werden sollen. Dies erfolgt, um die historisch gewachsene, komplexe Konzernstruktur zu vereinfachen. Schuler hat mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres den Vorstand und die zweite Management-Ebene bereits deutlich verkleinert.

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