Neue Abkantpresse Schwebendes Potenzial

Redakteur: Luca Meister

Die Hezinger Maschinen GmbH stellt Tafelscheren, Abkantpressen, Rundbiegemaschinen, Wasserstrahl- und Plasmaschneidanlagen her. Die neuen PRCN-Abkantpressen des deutschen Unternehmens sehen auf den ersten Blick aus wie normale Abkantpressen mit H-Rahmenstruktur. Die Besonderheiten dieser Maschine eröffnen sich erst bei genauerem Hinsehen.

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Gleichmäßige Kräfteverteilung: die Abkantpresse PRCN von Hezinger.
Gleichmäßige Kräfteverteilung: die Abkantpresse PRCN von Hezinger.
(Bild: Hezinger)

Normalerweise sind die Druckzylinder einer Abkantpresse in die Seitenständer (Seitenwangen) des H-Rahmens integriert. Nicht so bei der «PRCN»-Baureihe von Hezinger: Bei ihr befinden sich die Druckzylinder im Inneren der Rahmenstruktur, was den Abstand der Zylinder zueinander reduziert. Damit sind auch die Kraftangriffspunkte zur Mitte hin verschoben und die Zylinder können die Kraft gleichmässiger auf das Werkstück übertragen. Das reduziert die Deformation des Balkens um bis zu 60 Prozent – und wirkt sich positiv auf die Bombierung des gebogenen Bauteils aus.

Weil die Zylinder nicht im Maschinenrahmen integriert sind, ist eine weitere zusätzliche Quertraverse erforderlich, welche die Zylinder aufnimmt. Damit erhält die Maschine eine noch grössere Steifigkeit und neigt zu geringeren Durchbiegungen. Das reduziert den Justageaufwand des Stempels über einen grossen Materialdickenbereich. Ausserdem können höhere Druckkräfte auch auf kürzere Längen aufgebracht werden. Die Maschinen können Kräfte bis zu 6000 Kilonewton erzeugen.

Schwebender Balken

Der Pressbalken ist mit den Zylindern gekoppelt. Doch anstatt die Zylinder starr mit dem Pressbalken zu koppeln (wie sonst üblich), sind die Zylinder bei der Hezinger-Presse durch ein Kugelgelenk mit dem Pressbalken verbunden. Diese flexible Lagerung hat zur Bezeichnung Swaybend geführt. Für konische Kantungen (zum Beispiel Übergangsstücke von rund zu eckig oder Trichterformen) ist die schräge Zustellung des Oberbalkens notwendig. Das Kugelgelenk erlaubt eine gewisse Neigung des Biegebalkens, die je nach Einsatzgebiet auch programmiert (gesteuert) werden kann. Der Höhenunterschied zwischen Y1 und Y2 darf dabei je Seite plus/minus 50 Millimeter betragen.

Weitere Features

Die grafische 3D-Steuerung (Delem) ist von einem fahrbaren Pult zu bedienen. Somit kann der Anwender stehen, wo er möchte. Weitere Features sind zum Beispiel die Maschinenüberwachung Akas von Fiessler mit Lichtschranke oder die bis zu sechs CNC-steuerbaren Hinteranschlagsachsen (jeweils bis zu 1000 Millimeter Fahrwege). Damit lassen sich auch schräge Teile problemlos biegen. Unterstützung erhält der Bediener dabei von den pneumatischen Auflageflächen, die an jeder Einspannvorrichtung zu finden sind. Bei dünnem Blech verhindert die Auflagefläche das Durchbiegen des Bleches und bei schwerem Material kann sie dem Bediener einen Teil der Last abnehmen. Jede der Auflageflächen lässt sich separat und für jede Kantung individuell zuschalten oder abwählen.

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