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Automatica

Servicerobotik ist zu ernsthaftem Investitionsgut gereift

| Redakteur: Rüdiger Kroh

Immer mehr professionelle Serviceroboter kommen auf den Markt. Laut Armin Wittmann, Projektleiter der Automatica, Grund genug, diesen Trend frühzeitig durch eine eigene Plattform aufzugreifen. Im Bereich professionelle Servicerobotik werden über 30 Unternehmen verkaufbare Produkte zeigen.

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Armin Wittmann, Projektgruppenleiter der Automatica bei der Messe München GmbH: „Mit dem Ausstellungsbereich profesionelle Servicerobotik leisten wir sozusagen Pionierarbeit. Die Erfolge werden erst in den kommenden Jahren ersichtlich.”
Armin Wittmann, Projektgruppenleiter der Automatica bei der Messe München GmbH: „Mit dem Ausstellungsbereich profesionelle Servicerobotik leisten wir sozusagen Pionierarbeit. Die Erfolge werden erst in den kommenden Jahren ersichtlich.”
( Bild: Messe München )

Herr Wittmann, die diesjährige Automatica weist erstmalig einen eigenen Ausstellungsbereich zum Thema professionelle Servicerobo-tik aus. Eine Innovationsplattform Service-robotik gab es aber auch schon bei den vergangenen Veranstaltungen. Was kann der Besucher jetzt Neues erwarten?

Wittmann: In der Tat, die Servicerobotik war schon immer ein Thema auf der Automatica. Bis jetzt stand allerdings eher die Forschung und Entwicklung im Vordergrund. Der Markt hat sich weiterentwickelt: die Technologie drängt in immer neue Anwendungsbereiche vor, immer mehr professionelle Serviceroboter kommen auf den Markt. Die Servicerobotik ist zum ernstzunehmenden Investitionsgut gereift. Diesen Trend wollen wir frühzeitig durch eine eigene Plattform aufgreifen. Wir erweitern also unser Angebot um verkaufbare Servicerobotik und Komponenten.

Wie viele Unternehmen werden im Bereich professionelle Servicerobotik ausstellen und aus welchen Branchen kommen sie?

Wittmann: Bis jetzt haben wir 36 Anmeldungen. Davon bieten 32 verkaufbare Produkte. Die Schwerpunktthemen sind Medizin und Pflege, Logistik sowie Inspektion und Wartung.

Wird das Thema Mensch-Roboter-Kooperation in der Produktion ebenfalls im Ausstellungsbereich professionelle Servicerobotik beheimatet sein?

Wittmann: Die Mensch-Roboter-Kooperation ist nicht nur in der Industrierobotik ein wichtiger Aspekt – ich denke hier beispielsweise an das Thema Produktionsassistenz. Unser neuer Ausstellungsbereich schließt auch solche Dienstleistungen ein, die in einem industriellen Umfeld erbracht werden, zum Beispiel die autonome Verteilung von Materialien in einer Fertigung.

Welchen zusätzlichen Besucherzuspruch erhoffen Sie sich vom Ausstellungsbereich Servicerobotik?

Wittmann: Mit dem neuen Ausstellungsbereich greifen wir einen jungen Technologiebereich auf. Es ist sozusagen eine Pionierarbeit: die Erfolge werden erst in den kommenden Jahren ersichtlich. Aufgrund der technischen Nähe von Service- und Industrierobotik haben wir die besten Voraussetzungen. Mehr als ein Drittel unserer Besucher interessieren sich bereits für das Thema. Die Robotik verspricht zukünftig bahnbrechende Entwicklungen in vielen Bereichen, inner- und außerhalb der Produktion. Diese neuen Anwendungsbranchen wollen wir zusätzlich als Besucher gewinnen.

Die Branche Robotik und Automation ist weiter auf Wachstumskurs. Schlägt sich das auch bei den Ausstellerzahlen der Automatica nieder?

Wittmann: Die Automatica 2014 wird schon aus heutiger Sicht die Vorveranstaltung übertreffen. Wir erwarten insgesamt circa 740 Aussteller. Das sind rund 40 mehr als im Jahr 2012.

Wie sieht es mit der internationalen Beteiligung bei den Ausstellern aus und welchen Anteil internationaler Besucher erwarten Sie?

Wittmann: Die Zahl der Länder liegt mit 40 leicht über der Vorveranstaltung. Ein Drittel der Besucher der Automatica 2012 kam aus dem Ausland. Durch gezielte Kommunikation im Ausland werden wir diesen Anteil weiter ausbauen.

Das Bild der Automatica wird von den Robotern geprägt. Wie roboterlastig ist die diesjährige Messe?

Wittmann: Die Automatica ist eine Plattform für Automatisierungslösungen. Wie das Motto „Optimize Your Production” deutlich macht, geht es um mehr als die Robotik. Die Messe zeigt, wie durch den Einsatz moderner Robotik, Montage- und Handhabungstechnik sowie industrieller Bildverarbeitung die Stückkosten bei steigender Qualität weiter gesenkt werden können. Unser Ziel ist also, Ausstellern und Besuchern einen nachhaltigen Wettbewerbsvorsprung zu ermöglichen.

Wie stark sind die übrigen Ausstellungsbereiche vertreten?

Wittmann: Die Mehrheit der Aussteller kommt eindeutig aus der Montage- und Handhabungstechnik, gefolgt von der Robotik und der industriellen Bildverarbeitung. Der Bereich elektrische Antriebstechnik holt stark auf und liegt auf Platz vier. Dieses Jahr wollen wir die Beteiligung von Firmen aus der industriellen Bildverarbeitung sowie Systemintegration stärker fördern. Dazu bieten wir zwei Gemeinschaftsstände an.

Parallel zur Automatica finden auf dem Messegelände in München die Intersolar Europe und die Maintain statt. Welche Synergien versprechen Sie sich davon?

Wittmann: Die Kombination der drei Fachmessen ist für Produktionsfachleute wegweisend. Die Maintain hat – ebenso wie die Automatica – die Produktion über alle Branchen hinweg zum Thema. Wer heute eine neue Produktion plant, muss sie schon morgen instand halten. Außerdem zeigt die Intersolar Europe die konkreten Automatisierungsanwendungen in der Solarindustrie. Unter dem Motto „One stop, three shows“ verschaffen wir Besuchern mit nur einem Ticket einen Überblick rund um die Produktionsautomatisierung.

* Das Interview führte MM-Redakteur Rüdiger Kroh

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