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Umformen Servopressen werden flüsterleise

| Autor / Redakteur: Peter Groche, Matthias Christiany und Gerhard Brüninghaus / Dietmar Kuhn

Lärm und Erschütterungen gelten als unerwünschte Begleiterscheinungen von Umformprozessen. Servopressen ermöglichen jedoch drastische Reduzierungen der wahrgenommenen Lautstärke. Damit eröffnen sich für die Blechumformung neue Chancen gesellschaftlicher Akzeptanz.

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Bild 1: Servopressen sind aus der Umformtechnik nicht mehr wegzudenken und sie werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften auch „salonfähig“.
Bild 1: Servopressen sind aus der Umformtechnik nicht mehr wegzudenken und sie werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften auch „salonfähig“.
(Bild: Kuhn)

Veränderliche politische, soziale und ökonomische Randbedingungen sind eine zentrale Herausforderung für die umformtechnische Industrie. Aufgrund langer Vorlaufzeiten und großer Investitionen waren Umformbetriebe auf einen Wandel der Anforderungen in der Vergangenheit oft schlecht vorbereitet. Bedingt durch die Trends zur Globalisierung und Individualisierung ist in Zukunft mit weiter steigender Volatilität der Rahmenbedingungen zu rechnen. Dann ist Flexibilität eine wichtige Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg [1].

Lärm und Erschütterungen führen zu Beeinträchtigungen der Mitarbeiter

Neben marktseitigen Einflussfaktoren bestimmen auch veränderliche rechtliche Vorgaben die technologische und organisatorische Ausrichtung der Unternehmen. Hier spielen Lärm und Erschütterungen als lästige Begleiter der Blechteilproduktion eine besondere Rolle (Bild 1). Sie können zu Beeinträchtigungen der Mitarbeiter in der Produktion oder Belästigungen der Umgebung führen. Werden dadurch bedingt behördliche Nutzungsauflagen, beispielsweise für den Schichtbetrieb, wirksam, bedeutet dies für Umformbetriebe oft den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

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Bisher gebräuchliche Maßnahmen zur Reduzierung von Prozessemissionen, wie zum Beispiel gestufte oder dachförmige Ausführungen von Schnittstempeln, greifen vor dem Hintergrund eines verstärkten Einsatzes höherfester Blechwerkstoffe oftmals zu kurz.

Anpassung des Geschwindigkeitsverlaufes des Stößels beeinflusst Prozessemissionen

Alternative Abhilfe kann durch eine konsequente Nutzung des Potenzials der Servopressentechnologie geschaffen werden [2]. Dabei ist durch eine gezielte Anpassung des Geschwindigkeitsverlaufes des Stößels auch eine Möglichkeit zur Beeinflussung von Prozessemissionen gegeben [3].

Erforderliche Maßnahmen zur Reduzierung von Schallemissionen wurden in dem vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Forschungsvorhaben „Formäleon“ untersucht. Die in Grundlagenuntersuchungen gefundenen Effekte konnten in einem Fertigungsprozess der Brüninghaus & Drissner GmbH in Messungen bestätigt werden. Der gewählte Prozess, die Fertigung eines Bremspedals, besteht aus mehreren Stanz- und Umformschritten.

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