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Smarte Lackierzelle lohnt sich ab Losgröße eins

| Autor: Stéphane Itasse

Viele Unternehmen setzen Industrie 4.0 dafür ein, um Produkte in kleiner Stückzahl – bis Losgröße eins – zu fertigen. Für die Lackiertechnik ist es aktuell jedoch noch sehr aufwendig, vollautomatische Lackierprozesse zu programmieren. Im Projekt Selfpaint entwickeln die Fraunhofer-Institute IPA, IPM und FCC dazu eine selbstprogrammierende Lackierzelle, wie das IPA mitteilt.

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So funktioniert die smarte Lackierzelle: ...
So funktioniert die smarte Lackierzelle: ...
(Bild: Fraunhofer IPA)

Aus Sicht der Lackiertechnik ist die oftmals angestrebte Losgröße eins, zum Beispiel im Rahmen der additiven Fertigung, aktuell noch nicht möglich. „Bei niedrigen Stückzahlen ist der Aufwand zur Einrichtung einer automatisierten Lackierung zu hoch“, erläutert Projektleiter Dr. Oliver Tiedje vom Fraunhofer-IPA. Deshalb werde in vielen Branchen mit kleinen Stückzahlen, etwa im Maschinenbau, der Luftfahrt- oder der Möbelindustrie, noch per Hand lackiert. Ziel des Fraunhofer-Forschungsprojekts Selfpaint ist es, in den nächsten drei Jahren eine Lackierzelle zu entwickeln, welche die Objekte selbstständig erfasst,vermisst und lackiert.

Lackierzelle programmiert sich selbstständig auf Basis eines 3D-Scans

„Die Programmierung des Lackiervorgangs läuft selbstständig auf Basis eines 3D-Scans des Objekts mit der abschließenden Inline-Qualitätsüberwachung ab“, sagt Tiedje. Das Fraunhofer-Chalmers Centre for Industrial Mathematics (FCC) in Göteborg entwickelt dafür eine schnelle Simulationsmethode, die berechnet, wie die Lacktröpfchen durch die Luft fliegen, wo sie auf dem Objekt landen und welche Schichtdicke dadurch erzeugt wird.

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Mit einem 3D-Scan-Verfahren des Fraunhofer-Instituts für physikalische Messtechnik IPM soll abschließend die Schichtdicke des Lacks geprüft werden. Die IPA-Wissenschaftler unterstützen das Projekt in den Bereichen Lackiersimulation und Lackiertechnik. „Durch optimale Lackierprogramme wollen wir den Lack- und Energieverbrauch entscheidend minimieren“, unterstreicht der Projektleiter die Umweltrelevanz des Vorhabens.

Vollautomatische Lackierzelle nimmt Objekte bis 1 m × 1 m × 2 m auf

Die vollautomatisierte Lackierzelle soll es ermöglichen, beliebige Objekte der Größe 1 m × 1 m × 2 m zu bearbeiten. Daher eignet sich die Innovation für zahlreiche Branchen und Einsatzfelder. „Insbesondere KMU, denen niedrige Stückzahlen oft Schwierigkeiten bereiten, können davon profitieren“, meint Tiedje.

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