Terminologiearbeit Software erhöht Textqualität und senkt Übersetzungskosten

Autor / Redakteur: Martin Bussieweke / Claudia Otto

14 Wörter in einem Satz statt früher 45: Dank einer neuen Software ist es einem Hersteller von Maschinen und Fabrikanlagen für die Holz- und Holzwerkstoffbearbeitung gelungen, seine Übersetzungskosten zu senken. Das System vereint linguistische Prüfung und Wiederverwendung.

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Die Software markiert Probleme bei Rechtschreibung, Grammatik, Stil und Terminologie. Die Autoren erhalten zu den Fehlern Erläuterungen und Empfehlungen.
Die Software markiert Probleme bei Rechtschreibung, Grammatik, Stil und Terminologie. Die Autoren erhalten zu den Fehlern Erläuterungen und Empfehlungen.
(Bild: Kurhan - Fotolia.com)

Als Hersteller von Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie vertreibt die deutsche Homag Group ihre Produkte in vielen Ländern der Welt. Betriebsanleitungen und Bedienoberflächen müssen deshalb in 26 Sprachen übersetzt werden. Die Arbeitsschritte zwischen technischer Redaktion, Entwicklung und dem externen Übersetzungsbüro hat das Unternehmen schon seit Jahren nahezu vollständig automatisiert und optimiert. Was fehlte, war eine Sprachprüfung auf Ebene der deutschen Ausgangstexte. Die Einführung einer Software des Lingustikexperten Acrolinx hat dabei noch einmal deutlich zur Kostensenkung für Übersetzungen und Erhöhung der Textqualität geführt.

Trainer und Redakteure sind zum Teil dieselben Personen

Die Homag Group betreibt 15 Produktionsstandorte in sieben Ländern und vereint unter ihrem Konzerndach 21 eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften. Innerhalb der Gruppe ist die Weeke Bohrsysteme GmbH mit Sitz im ostwestfälischen Herzebrock das zweitgrößte Unternehmen. Dort – wie auch in allen weiteren Produktionsgesellschaften – sind die Bereiche Training und Technische Dokumentation in der Abteilung Training Services gebündelt. Dass Trainer und Redakteure zum Teil dieselben Personen sind, ist von Vorteil: So erhalten sie in den Trainings ein direktes Feedback von Kunden, Vertriebspartnern und eigenen Beschäftigten. Dieses können sie sogleich in Handbücher und Betriebsanleitungen einfließen lassen.

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Die technischen Redakteure der Produktionsgesellschaften erstellen ihre Betriebsanleitungen in Microsoft Word und übermitteln sie an SDL, Anbieter im Bereich Global Customer Experience Management. Entwickler schreiben die Inhalte für Benutzeroberflächen in eigenen Spezialumgebungen, zum Beispiel für die speicherprogrammierbare Steuerung. Ein selbstentwickeltes Softwareprogramm konvertiert sie nach XML, so dass der Übersetzer sie lesen kann. Dort war noch eine Terminologiedatenbank mit immer wiederkehrenden Begriffen vorgeschaltet. Eine Qualitätsprüfung war das aber nicht. Im Prinzip konnte jeder Entwickler ungeprüft seine Texte an den Übersetzer übermitteln. SDL hatte im Laufe der Jahre für die einzelnen Zielsprachen Translation-Memory-Datenbanken aufgebaut. Sie arbeiten nach Fuzzylogik und erkennen auch bei abgeänderten deutschen Ausgangstexten, dass diese schon einmal übersetzt wurden. Die alte Übersetzung wird dann den Übersetzern vorgeschlagen, die sie an den neuen Ausgangstextsatz anpassen.

Alle Maßnahmen schienen ausgeschöpft

Im Prinzip waren alle Maßnahmen zur Kosteneinsparung beim Workflow zwischen Homag und den Übersetzern zu fast 100 % ausgeschöpft und der durchschnittliche Wortpreis war auf das Minimum reduziert. Eine Horizonterweiterung war angesagt: Wo lassen sich noch Kosten senken und wie kann man gleichzeitig die Textqualität steigern?

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