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Prüftechnik Software erkennt Trends im Fertigungsprozess

| Autor/ Redakteur: Joachim Tatje / Udo Schnell

Beim Prüfen von Komponenten und Baugruppen fallen sehr viele Messdaten an. Aus diesen Daten lassen sich oft Rückschlüsse auf die Stabilität des Fertigungsprozesses ziehen. Mit einer Auswertesoftware können Trends im Prozess einfach aufbereitet werden.

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Systemarchitektur der Auswertesoftware MCD-Datenmanager.
Systemarchitektur der Auswertesoftware MCD-Datenmanager.
(Bild: MCD Elektronik)

Eine effektive Qualitätskontrolle verlangt nach einer maßgeschneiderten Prüfstrategie. Nur einwandfreie Produkte sollen das Haus in Richtung Kunden verlassen. Das Prüfen von Baugruppen und Produkten jedoch auf eine schlichte Ja-Nein-Entscheidung zu begrenzen, wäre ein großes Versäumnis. Denn die Prüfeinrichtungen eines Funktions- oder End-of-Line-Tests liefern in aller Regel mehr als nur „Pass“ oder „Fail“, sondern darüber hinaus eine Fülle nützlicher Daten.

Viele Daten geben Einblick in den Zustand der Produktion

Diese Daten sind wertvolles Material für jeden Fertigungsverantwortlichen. Gemessene Ströme und Spannungen geben unmittelbar Aufschluss über das Verhalten elektrischer und elektronischer Bauteile wie Kondensatoren, Spulen oder Widerstände, oder verweisen auf das Verhalten anderer Komponenten. Wie die Stromaufnahme eines Elektromotors, die zum Beispiel Hinweise geben kann auf den Zustand seiner Lager. Oder die Zeit, die eine Heizung zum Erreichen einer vorgegebenen Temperatur benötigt, kann als Indikator für ihre Funktionsfähigkeit herangezogen werden.

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Die Prüfplaner ziehen über das Messen und Aufzeichnen bestimmter physikalischer Größen Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit des Testkandidaten. Sehr interessant ist es dabei, rechtzeitig Veränderungen zu erkennen. Gemeint ist das langsame Wegdriften von Messwerten, zunächst noch so gering, dass der Prüfling den Test besteht. Die Extrapolation solcher Trends aber erlaubt Hinweise auf ungünstige Entwicklungen. Das betrifft übrigens nicht nur den Prüfling, sondern auch die Testeinrichtung selbst. Die allmähliche Drift eines wichtigen Parameters kann ein Hinweis auf Material- oder Fertigungsfehler sein. Es kann aber auch genauso sein, dass in der Prüfeinrichtung ungewollte Veränderungen ablaufen, die die Testergebnisse nachteilig beeinflussen.

Datenbereitstellung nahezu in Echtzeit

Nun fallen im Testbetrieb Unmengen von Daten an. Viele rücken der Datenflut mit selbst erstellten Excel-Charts auf den Leib. Die Auswertungen, deren Qualität stark vom Talent des Erstellers abhängt, haben den Nachteil, dass sie nicht parallel zu den Messungen mitlaufen, sondern stets eine rückwärtsgewandte Sicht bieten. Der Messtechnik-Spezialist MCD Elektronik erkannte diese Problematik aufgrund der eigenen Praxiserfahrungen sehr früh und entwickelte ein Softwaretool, den „MCD-Datenmanager“. Zunächst als Zusatzmodul für den hauseigenen MCD-Test-Manager CE entwickelt, stellt das Softwaretool heute ein leistungsstarkes Werkzeug für jeden Testingenieur und seine Kollegen aus der Fertigung dar.

Der Datenmanager kann in direkter Verbindung mit dem Testmanager betrieben werden. Zahlreiche Schnittstellen erlauben aber auch die Verbindung zu anderen Testumgebungen. Das Programm analysiert die Messwerte und erzeugt Statistiken und Berichte. Durch die Verwendung einer schnellen Real-Time-Database steht die Auswertung der Messdaten nach kurzer Bearbeitungszeit nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Die Auswertung erfolgt entweder benutzergesteuert oder automatisiert. Umfangreiche Filterfunktionen erlauben verschiedene Sichten auf das Datenmaterial. Ein SQL-Interface erlaubt darüber hinaus den direkten Zugriff auf das Datenmaterial und ermöglicht so nicht standardisierte, anwenderspezifische Abfragen oder Auswertungen.

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