CAD/CAM Software meistert die Herausforderungen der Individualisierung in Fertigungsbetrieben

Autor / Redakteur: Philipp Ackermann / Dietmar Kuhn

Fast alle produzierenden Branchen stehen vor wachsenden Anforderungen, ihre Produkte bis ins Detail auf Kundenwünsche abstimmen zu müssen. Individualisierung im Konsumgüterbereich sowie Varianten- und Sonderfertigung in der Investitionsgüterindustrie erschließen neue Markterfolge, erfordern jedoch auch große organisatorische Anstrengungen.

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Perspectix P-X5 ist eine vertriebsgerechte Software und Produktwissensbasis; damit werden alle relevanten Produktinformationen integriert und aufbereitet.
Perspectix P-X5 ist eine vertriebsgerechte Software und Produktwissensbasis; damit werden alle relevanten Produktinformationen integriert und aufbereitet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nur wer die Prozesse beherrscht, kann schnell, wirtschaftlich und fehlerfrei liefern. Eine Lösung bietet sich mit der Software P-X5 von Perspectix.

Die Softwarelösung Perspectix P-X5 unterstützt Prozesse der Variantendefinition, Produktkonfiguration, Auslegungs- und Layoutplanung durch alle Stufen einer Prozesskette – vom mehrstufig gegliederten Vertrieb, über die Auftragsabwicklung, Logistik und Montage vor Ort bis hin zu Dokumentation, Service und Wartung (Bild 1).

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Als Schnittstelle zum Kunden übernimmt der technische Vertrieb die wichtige Aufgabe, Kundenwünsche zu ermitteln und trägt mit der Produkt- und Variantenkonfiguration, der Auslegungs- und Aufstellungsplanung sowie der kundenspezifischen Projektierung entscheidend dazu bei, dass diese auch erfüllt werden.

Grafischer Produktkonfigurator seit den 80er Jahren

Bereits in den 80er Jahren wurde bei USM U. Schärer Söhne, einem Hersteller von Büromöbelsystemen, in Verbindung mit AutoCAD, ein grafischer Produktkonfigurator unter DOS eingesetzt, der die Vertriebsorganisation, Beratung und Bestellung erleichterte. USM entwickelt, produziert und montiert in Münsingen (Schweiz) vier Produktlinien mit rund 6000 modularen Einzelkomponenten. Die Zentrale sowie Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich und den USA sowie weltweit über 350 Vertriebspartner und Generalimporteure planen, objektbezogen und individuell, Büroeinrichtungen, die alle technischen und ergonomischen Anforderungen der Auftraggeber erfüllen sollen.

Heute verwendet das Unternehmen Virtual-USM, ein Konfigurations- und Projektierungssystem auf der Grundlage der Software-Suite P-X5 von Perspectix. Es integriert grafische Planungsfunktionen in 2D-/3D-Ansichten mit Produktkonfiguration und Projektkalkulation (Bild 2).

Wirklichkeitsgetreuer Visualisierung möglich

Ein besonderes Highlight sehen Vertriebspartner in der wirklichkeitsgetreuen Visualisierung, die bei entsprechendem Zoom jedes für den Kunden relevante Detail darstellt. Animationen wie das Öffnen und Schließen einer Schublade stellen den Kunden das Produkt während der gemeinsamen Konfiguration plastisch vor Augen, minimieren Bedenken und Risiken und führen zu höherer Identifikation mit einer vorgeschlagenen Lösung. Damit werden nicht nur bessere Abschlussquoten, sondern auch eine höhere Kundenzufriedenheit nach dem Kauf erreicht.

Entscheidend ist für einen derartigen Erfolg, dass alle Informationen aus dem Kundenprojekt richtig aufgezeichnet und weitergeben werden. Dies stellt in mehrstufigen Vertriebsorganisationen – vom Außendienst oder Handelspartner über den Vertriebsinnendienst, die technische Vertriebsunterstützung, die Projektleiter und Disponenten – eine echte Herausforderung dar.

Zwar ist die kaufmännische Abwicklung häufig in ERP-Systemen vorgegeben – doch die hinter Artikelnummern und Beschreibungen stehenden Leistungen werden woanders definiert – und oft nur unzureichend festgehalten und kalkuliert. Mit Virtual-USM können Vertriebs- und Planungs-Mitarbeiter untereinander die Projektierungsdaten sauber strukturiert austauschen und geordnet übergeben. Zudem schicken die 50 schweizerischen und rund 300 internationalen Vertriebspartner eine fertige Projektplanung mit mehreren Produktkonfigurationen als Bestellung via Internet an die Zentrale in Münsingen.

Bei Eingang werden diese Projektdaten in dem gleichen Programm geöffnet, entfalten sich in vollständigen Projektstrukturen sowie in dreidimensionaler Ansicht und lassen sich – regelbasiert und grafisch – vom Innendienst überprüfen. Ein fehlerfreier Auftrag wird an ein ERP-System übergeben, das die Auftragsbestätigung auslöst. Selbst Einzelteilbestellungen, zum Beispiel von Ersatzteilen, erfolgen in einer Konfigurationsdatei, in der das bestellte Teil aktiv, die Umgebung lediglich abgebildet ist. Dies sichert gerade kritische Ersatzbestellungen gegen Fehllieferungen und sorgt dafür, dass das richtige Montagematerial gleich mitgeschickt wird. MM

Dr. Philipp Ackermann ist Head of Solutions & Partnering bei der Perspectix AG, Zürich, Schweiz und Kempten, Deutschland

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