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Thyssenkrupp und Jäkel

Sonderstahl entpuppt sich in zweifacher Hinsicht als einschneidend

| Redakteur: Peter Königsreuther

Messer und ander klingenartige Schneidwerkzeuge, die in Landmaschinen oder auch dem heimischen Rasenmäher ihren Dienst tun gehören durchaus zu den ausgefeilten Komponenten dieser Sparte. Dennoch konnte ein Landtechnik-Zulieferer mit einem „Stahlriesen“ für mähoptimalere Schnittwerkzeuge sorgen.

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Das Vormaterial von Thyssenkrupp: 6000 t Stahl pro Jahr verarbeitet die Firma Jäkel aus Diemelstadt, einer der führenden Hersteller für Qualitäts-Maschinenmesser, davon, und fertigt daraus rund 2,8 Mio. Teile für die Landtechnik.
Das Vormaterial von Thyssenkrupp: 6000 t Stahl pro Jahr verarbeitet die Firma Jäkel aus Diemelstadt, einer der führenden Hersteller für Qualitäts-Maschinenmesser, davon, und fertigt daraus rund 2,8 Mio. Teile für die Landtechnik.
( Bild: Jäkel/ J. Unkel )

Sämtliche Werkzeuge für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte werden bei Jäkel im eigenen Werkzeugbau entwickelt und hergestellt. 6000 t Stahl verarbeitet das Unternehmen pro Jahr und fertigt daraus rund 2,8 Mio.Teile, heißt es. Bislang bestanden diese überwiegend aus verschleißfestem, aber bruchanfälligem Federstahl oder sehr zähen aber auch etwas weniger schneidhaltigen Borstählen.

Flexible Erfindung in jeder Hinsicht

Zuletzt hat nun eine wichtige Innovation die Bewährungsprobe auf den Wiesen und Feldern im In- und Ausland bestanden: Thyssekrupp versorgt den Landmaschinen-Zulieferer Jäkel, Spezialist in Sachen Schneid- und Häckselmesser, jetzt auch mit dem Sonderstahl Jadu-H1, wie Thyssenkrupp berichtet. Jäkel habe sich im Vorfeld einen Hybridstahl gewünscht, der die Qualität von Feder- und Borstahl aufweist aber nicht zu spröde ist damit daraus gefertigte Klingen möglichst lange scharf bleiben und im harten Einsatz nicht abbrechen, wie es heißt.

Einige Parameter galt es anzupassen

Nach zahlreichen Probeläufen in der Dortmunder Versuchsanlage, kamen die Mittelbandspezialisten bei thyssenkrupp in Hohenlimburg ins Spiel: Sie lieferten die erforderlichen 30 t Stahl für die erste Produktion. „Wir haben solange justiert, bis auch unser Partner Thyssenkrupp Stahlkontor in Krefeld die Bleche auf seiner Warmbandanlage anarbeiten konnte“, so Sohrab. Denn: „Das Querteilen war für uns recht anspruchsvoll“, sagt der zuständige Leiter Andreas Beil. „Die neue Güte, die besonders hart und zugleich verschleißfest ist, erforderte immer wieder die Anpassung der Fertigungsparameter.“ Nur so ließ sich eine gleichbleibende Qualität erreichen und ein für die Serienproduktion tauglicher Stahl.

Spröde Materialien mag der Landmann gar nicht

„Unsere Risiko bestand vor allem darin, dass der Jadu-H1 auf keinen Fall zu spröde sein durfte“, sagt Udo Jäkel, „das verzeiht der Markt überhaupt nicht.“ Von der Fertigung der Schmelze bis zum Querteilen des fertigen Werkstoffs wurde immer wieder gemeinsam um Lösungen gerungen. Was nicht selbstverständlich ist, wie die Jäkel-Brüder betonen. Sie finden es bemerkenswert, dass ein großer, auf Qualitätsstahl ausgerichteter Konzern, auf den speziellen Wunsch eines Nischen-Kunden eingeht und so Innovationen vorantreibt.

Mit vereinten Kräften sei mit dem Jadu-H1 nach vielen Tests nun ein bezahlbarer Sonderstahl geschaffen worden. Bereits 30.000 verkaufte Messer waren im Einsatz, wie Jäkel sagt. Die Resonanz nach der ersten Erntesaison sei durchwegs positiv.

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