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Stärkere Servopresse wird im Markt gut angenommen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Eine Pressenbaureihe, die bisher mit 100 und 400 t Presskraft erhältlich war, hat der Hersteller jetzt auch mit 800 t im Angebot. Die Nachfrage ist da, wie das Beispiel eines Werkzeug- und Blechteilelieferanten für die Automobil- und Zulieferindustrie zeigt.

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Mit der MSP 800 hat Schuler nun die bislang stärkste Maschine der Baureihe verkauft.
Mit der MSP 800 hat Schuler nun die bislang stärkste Maschine der Baureihe verkauft.
(Bild: Schuler)

Huissel möchte in seinem Portfolio die Prozesskette Werkzeugbau in Frankenthal und die damit verbundene Lieferung von anspruchsvollen Blechteilen am Standort Enkenbach-Alsenborn schließen. Diese Marktpotenziale sind nach Aussage der beiden Geschäftsführer Peter Busalt und Gerald Schug mit dem bestehenden Maschinenpark nicht zu bewerkstelligen. Gefragt war eine Anlage, die eine wirtschaftliche Fertigung auch von mittleren und hohen Losgrößen erlaubte und dabei eine einfache Bedienung ermöglichte. Fündig wurde das Familienunternehmen nun bei einer MSP 800, der jüngsten Erweiterung der neu entwickelten Servopressen-Baureihe von Schuler.

Servopressen der MSP-Baureihe punkten mit einfacher Bedienbarkeit

„Wir haben Anbieter von Spanien über Italien bis Deutschland unter die Lupe genommen“, berichtet Busalt. „Doch nur die MSP-Serie von Schuler verfügt derzeit über die Funktionen, auf die wir Wert legen.“ „Die intuitive Bedienbarkeit der Maschine war für uns zum Beispiel deshalb wichtig, weil auf diese Weise auch unerfahrene Mitarbeiter schnell gute Ergebnisse erzielen und die Hemmschwelle sinkt, das volle Potenzial der Servopresse abzurufen“, erläutert Schug.

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Bediener können sowohl unter vordefinierten Bewegungskurven auswählen als diese auch frei programmieren, wie Schuler mitteilt. Bestandteil der Steuerung ist außerdem die Software Smart Assist, welche Schritt für Schritt durch den Einrichtvorgang für die Werkzeuge führt – ein weiterer Pluspunkt für Schug. „Dadurch können wir den üblichen Produktionsanlauf auf einen Bruchteil der Zeit verkürzen“, sagt er.

Digitaler Zwilling beschleunigt Inbetriebnahme der Servopressen

Auch die Inbetriebnahme der neuen Presse beschleunigt sich deutlich dank eines digitalen Zwillings. Das virtuelle Modell der Anlage ist dabei an die echte Steuerung mit der Maschinen- und Anlagenvisualisierung angeschlossen, sämtliche Funktionen der MSP 800 lassen sich dadurch am Computer simulieren. Funktionalität und Bedienung der Anlage können somit wie an der zukünftig realen Maschine getestet und trainiert werden.

Huissel will für die MSP 800 eigens eine neue Halle im Werk Enkenbach-Alsenborn errichten. Insgesamt handelt es sich bei dem Projekt um die größte Einzelinvestition der über 100-jährigen Firmengeschichte. Auf der neuen Servopresse werden dabei auch Werkzeuge aufgespannt, die Huissel im 40 km entfernten Werk in Frankenthal fertigt. Für die Qualität der Teileproduktion sorgt zudem die Zugankerkonstruktion der Servopresse, die dadurch eine besonders hohe Steifigkeit bietet.

Die MSP 400 – sozusagen die kleine Schwester der MSP 800 – hat Schuler auf der Fachmesse Euroblech in Hannover erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, die Servopresse geht ebenfalls bald bei Kunden in Betrieb. Die kleinsten Familienmitglieder, der Einpleuel-Stanzautomat CSP 100 und der Doppelpleuel-Stanzautomat MSP 200, sind bereits im Einsatz bei Stanzbetrieben. Allen gemeinsam ist der neuartige Kniegelenkantrieb mit Servomotoren sowie weitere intelligente Funktionen, etwa zur Zustandsüberwachung („Condition Monitoring“).

Der nächste Familienzuwachs wird nicht lange auf sich warten lassen: Schuler entwickelt nach eigenen Angaben die Baureihe bis zu einer Presskraft von 1250 t weiter.

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