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Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung

Stahl- und Metallverarbeiter konnten 2010 um 18% wachsen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Produktion der Stahl- und Metallverarbeiter in Deutschland ist 2010 um gut 18% gestiegen. Der Umsatz der Branche hat rund 66 Mrd. Euro erreicht. Der Auftragseingang, Indikator für die künftige Produktion, hat laut Mitteilung des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung e.V. (WSM), Düsseldorf, mit plus 30% ebenfalls deutlich zugelegt.

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Die Stahl- und Metallverarbeiter haben 2010 deutlich zugelegt, erwarten jetzt aber ein schwächeres Wachstum. Bild: Stahl-Online
Die Stahl- und Metallverarbeiter haben 2010 deutlich zugelegt, erwarten jetzt aber ein schwächeres Wachstum. Bild: Stahl-Online
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Produktionseinbruch des Krisenjahres 2009 (minus 25%) konnte damit teilweise wieder aufgeholt werden. Gleichwohl wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich erst 2012 erreicht, da die Wachstumsdynamik 2011 nachlassen dürfte. „2011 erwarten wir 5 bis 8% Produktionszuwachs. Dies ist eine weitaus erfreulichere Entwicklung als noch im Herbst vorherzusehen war“, sagt WSM-Präsident Michael Schädlich. Wachstumstreiber wird nach wie vor die boomende Nachfrage aus Asien sein.

Kapazitäten der Stahl- und Metallverarbieter fast wieder normal ausgelastet

Die Unternehmen haben im Jahr 2010 insgesamt 12000 neue Mitarbeiter eingestellt, das bedeutet einen Zuwachs von 3% im Jahresverlauf. Gleichzeitig hat sich die Produktivität der Unternehmen verbessert. Die Kapazitäten waren Ende 2010 durchschnittlich zu 81,5% ausgelastet. Im Vorkrisenjahr 2007 lag die Auslastung bei 84,8%.

„Diese Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Branchensegmente sehr unterschiedlich entwickeln“, erläutert Schädlich. Die Zulieferer der Automobilindustrie fertigen teilweise bereits wieder in 21 Schichten an ihrer Kapazitätsgrenze. Dagegen wird in einzelnen Betrieben, die für den Großanlagenbau oder Großprojekte fertigen, immer noch kurz gearbeitet. Auch die Hersteller von Konsumgütern sind mit der konjunkturellen Lage noch nicht vollends zufrieden.

Preiserhöhungen machen den Stahl- und Metallverarbeitern zu schaffen

Das Vormaterial Stahl macht in den Unternehmen oft 60% bis 70% der Kosten aus. „Minimale Preiserhöhungen können die häufig schwachen Renditen aufzehren, wenn die Belastungen nicht in der Lieferkette weitergegeben werden können“, schildert der WSM-Präsident. Nachdem die großen Minenkonzerne seit April 2010 keine Jahresfestpreise für Eisenerz und Kokskohle mehr anbieten, haben sich die Rahmenbedingungen für die gesamte Wertschöpfungskette Stahl verändert. Die Stahlindustrie hat ihrerseits die zum Jahresende 2010 ausgelaufenen Jahresverträge durch Kontrakte ersetzt, die feste Preise nur noch für drei oder sechs Monate vorsehen.

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