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Konjunktur

Stahl- und Metallverarbeiter kritisieren Banken als Bremsklotz

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Die deutschen Stahl- und Metallverarbeiter sehen sich in einer robusten Verfassung: Trotz Finanzkrise bleibt die Eigekapitalausstattung der Unternehmen stabil, wie eine Mitgliederbefragung des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung zur aktuellen Situation der Branche ergab. Heftige Kritik üben die Unternehmen aber an der Kreditvergabe der Banken, wie der WSM am Donnerstag mitteilt.

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Das Geld wird knapper: Angesichts der Wirtschaftskrise sehen sich die Stahl- und Metallverarbeiter von den Banken und Kreditversicherungen ausgebremst.
Das Geld wird knapper: Angesichts der Wirtschaftskrise sehen sich die Stahl- und Metallverarbeiter von den Banken und Kreditversicherungen ausgebremst.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei 80% der befragten WSM-Unternehmen liege die Eigenkapitalquote über 20%, bei 56% über 30% (April: 82%/63%), Andreas Möhlenkamp, Hauptgeschäftsführer des WSM, erläutert am Beispiel eines Automobilzulieferers: „Die aktuellen Prognosen einiger Marktbeobachter, die deutsche Zulieferbranche stehe kurz vor dem Zusammenbruch, vernachlässigen den leistungsfähigen mittelständischen Unterbau. Viele unserer Unternehmen schwenken wieder auf einen Wachstumskurs ein. Das können sie, weil sie flexibler aufgestellt sind als die medialen Fixpunkte der Branche.“

Stahl- und Metallverarbeiter passen sich rasch an die Lage an

Zudem sei erkennbar, dass die Automobilhersteller weiter auf die mittelständischen Zulieferer setzten. „Natürlich sind unsere über 2000 Zulieferer ein Stück weit abhängig von den Autoherstellern. Aber die Hersteller wissen die schlanken und beweglichen Strukturen unserer Mitglieder sehr zu schätzen.“ So habe sich gezeigt, dass die WSM-Unternehmen die aktuell notwendigen Kapazitätsanpassungen schnell und flexibel umgesetzt und sich auf die neue Situation eingestellt haben.

Trotz guter Voraussetzungen für neues Wachstum würden Banken und Kreditversicherer die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung aber weiter ausbremsen. Im Vergleich zur ersten Befragung im April zeigt sich laut WSM, dass die Stahl- und Metallverarbeiter im Herbst 2009 in großem Maße mit schärferen Kreditbedingungen zu kämpfen haben:

  • 5% der befragten Unternehmen hätten die Hausbanken seit Oktober die Kreditlinie gekürzt (April: 4%),
  • 19% müssten höhere Zinsen verkraften (12%),
  • 27% hätten strengere Covenants auferlegt bekommen (26%),
  • 19% müssten höhere Sicherheiten nachweisen (10%) und
  • 2% seien die Kredite gekündigt worden (2%).

Liquidität der Stahl- und Metallverarbeiter bleibt angespannt

Folge und größtes Problem für die Unternehmen sei eine nach wie vor angespannte Liquiditätslage, die es den Unternehmen in der aktuellen Situation kaum ermögliche, die Zwischenfinanzierung vom Wareneinkauf bis zum Zahlungseingang alleine zu stemmen.

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